Splitting­vorteil fordern

Prozess

Allein­erziehende Mütter und Väter können von einer Klage beim Bundes­finanzhof profitieren, in der eine Frau mit minderjäh­rigen Kindern den Splitting­tarif haben will. Dieser steht nur Ehepaaren und gesetzlichen Lebens­part­nerschaften zu. Allein­erziehende müssen ihr Einkommen bisher mit dem ungüns­tigeren Grund­tarif für Singles versteuern (Az. III R 62/13).

Chance

Kommt der Splitting­tarif, gewinnen Allein­erziehende viel Geld.

Beispiel: 1 870 Euro weniger Einkommensteuer zahlt eine Allein­erziehende, die 2014 im Steuer­bescheid 17 400 Euro Einkommen nach dem Splitting­tarif versteuert. 5 845 Euro sind es bei 60 000 Euro Einkommen. Dafür fiele zwar der Entlastungs­betrag für Allein­erziehende weg. Trotzdem wäre der Splitting­tarif güns­tiger als der Grund­tarif für Singles — auch wenn der Entlastungs­betrag steigen sollte. Dazu mehr in der Meldung Entlastungsbetrag, Finanztest 6/2015.

Was tun?

Allein­erziehende legen gegen alle Steuer­bescheide, die sie erhalten, binnen eines Monats Einspruch ein. Sie beantragen den Splitting­tarif und verweisen auf den Fall beim Bundes­finanzhof. Es gibt außerdem beim Bundes­verfassungs­gericht ein Verfahren (Az. 2 BvR 1519/13). Auch das führen sie an. So ruht der Fall bis zur Entscheidung der Verfassungs­richter.

Dieser Artikel ist hilfreich. 18 Nutzer finden das hilfreich.