Abgeltung­steuer zurück­holen

Prozess

Für Anleger geht es beim Bundes­finanzhof um die Abgeltung­steuer, die sie über die Steuererklärung zurück­holen können, wenn ihr persönlicher Steu­ersatz nied­riger als 25 Prozent ist. Zieht ihre Bank zu viel für das Finanz­amt ab, erhalten sie Geld zurück, indem sie auf der Anlage KAP die Güns­tiger­prüfung beantragen. Die Klägerin beim Bundes­finanzhof stellte den Antrag erst, nachdem die einmonatige Einspruchs­frist für den Steuer­bescheid abge­laufen war. Jetzt sollen die Richter prüfen, ob sie für Zinsen über dem Sparerpausch­betrag nur ihren güns­tigeren, persönlichen Steu­ersatz zahlen muss (Az. VIII R 14/13).

Chance

Rentner, Studenten und andere Anleger mit relativ geringen Einkommen können sich nach­träglich Abgeltung­steuer zurück­holen, wenn die Klägerin gewinnt.

Beispiel: Eine 63-jährige Witwe muss 2013 von ihren Renten 9 000 Euro Einkommen versteuern. Dazu kommen 8 000 Euro Einkünfte aus Kurs­gewinnen und Dividenden, nachdem der Sparerpausch­betrag von 801 Euro abge­zogen ist. Das Finanz­amt hat von der Bank mit Solidaritäts­zuschlag 2 110 Euro Abgeltung­steuer erhalten. Beantragt die Frau nach­träglich und mit Erfolg die Güns­tiger­prüfung, zahlt sie nur 1 864 Euro. 246 Euro gibt es vom Finanz­amt zurück.

Was tun?

Lehnt das Finanz­amt verspätete Anträge ab, legen Anleger Einspruch ein und verweisen auf den Muster­prozess. Wenn sie bisher keinen Antrag gestellt haben, können sie das Urteil auch abwarten. Sollten Güns­tiger­prüfungen nach der Einspruchs­frist möglich sein, dürfen sie Anträge binnen der Verjährungs­frist nach­holen – dieses Jahr mindestens bis 2011 zurück.

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