Muskelaufbaumittel Lange Gefahrenliste, keine Kontrolle

Zwei Ämter schlagen Alarm: Muskelaufbaupräparate können großen Schaden anrichten.

Wirksam und riskant: Muskelaufbaupräparate wie Anabolika sind sehr wirksame Hormone. Bei hoher Dosierung und längerer Einnahme können sie Leberfunktionsstörungen, Akne und Aggressivität auslösen, den Salz­haushalt beeinträchtigen, bei Männern Prostatakrebs fördern. Hoden können schrumpfen, Männer unfruchtbar werden. Bei Frauen kann es zur Vermännlichung kommen. Bei Kindern ist Wachstumsstillstand möglich.

Warnungen: Die Bundesinstitute für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie für Risikobewertung (BfR) weisen darauf hin, dass über Internet verkaufte oder in Zeitungsannoncen beworbene Nahrungsergänzungsmittel nicht deklarierte Anabolika enthielten. Als Anabolika gelten zum Beispiel Testosteron und Vergleichbares.

Grauer Markt: In Deutschland sind solche Produkte als Arzneimittel nicht zugelassen. Und als Nahrungsergänzungsmittel dürften sie nicht verkauft werden. Über das Internet bezogene Präparate unterliegen auch keinerlei Qualitätskontrolle durch amtliche Überwachungsbehörden.

Info-Offensive: Die Ämter raten potenziellen Käufern, sich vom Hersteller oder Vertreiber die Zusammensetzung bestätigen zu lassen. Siehe dazu auch die Broschüre des Robert-Koch-Instituts – ein Überblick über Häufigkeit von Doping im Sport, Dopingbekämpfung, verwendete Substanzen, Gesundheitsschäden und Präventionsmaßnahmen. 30 Seiten, gratis, auch unter www.rki.de abzurufen.

Infos

GBE-Heft „Doping beim Freizeit- und Breitensport“, RKI, Seestr. 10, 13353 Berlin. gbe@rki.de, Fax: 030/187543513.

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