Musizierende Kinder Meldung

Ein Ehepaar in München muss es hinnehmen, dass die Kinder im Nach­barhaus musizieren, auch wenn die Instru­mente laut zu hören sind. Seine Klage auf Unterlassung wies das Amts­gericht München ab (Az. 171 C 14312/16, nicht rechts­kräftig). Das Paar fühlte sich beein­trächtigt und trug vor, dass die Kinder auch während der Ruhe­zeiten spielten.

Vor Ort stellte der zuständige Richter fest, dass das Tenorhorn, das Saxofon und vor allem das Schlagzeug auch bei geschlossenen Fens­tern laut zu hören waren. Das Geräusch­niveau hielt er aber nicht für unzu­mutbar. Gemäß Artikel 6 Grund­gesetz stehe außerdem die gesunde Entwick­lung junger Menschen unter dem besonderen Schutz.

Dem Lärm­protokoll der Kläger zufolge hatten die Kinder in zwei Jahren nur wenige Male während der Ruhe­zeiten gespielt. Selbst wenn sie das in dieser Zeit nicht hätten tun dürfen, sei zu berück­sichtigen, dass von Minderjäh­rigen nicht ohne Weiteres verlangt werden könne, wie Voll­jährige Regeln einzuhalten, argumentierte das Gericht.

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