Musik­streaming-Dienste Test

Musik­streaming-Dienste liegen im Trend: Auf Platt­formen wie napster, simfy und Spotify können Nutzer auf eine riesige Musik­auswahl im Netz zugreifen, ohne jeden Song einzeln kaufen zu müssen. Aber finden Musikfans auch alle ihre Lieblings­lieder und wie gut klingen die Songs? test hat neun Musik­streaming-Dienste getestet und in drei Gruppen einge­teilt: Die Empfehlens­werten, das Mittel­feld und die Schlechten. Drei Dienste erhalten das Qualitäts­urteil gut.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test Musikstreaming-Dienste.

Premium-Angebote im Test

Musik­streaming-Dienste verschaffen ihren Nutzern Zugang zu einer riesigen Musik­auswahl im Netz. Die Musik liegt in der Cloud, also auf Speichern im Internet. Will der Nutzer einen Song hören, lädt er ihn Stück für Stück herunter – und zwar während er das Lied bereits hört. Dieses Verfahren nennt sich „Streaming“. Die Stiftung Warentest hat die Premium-Angebote von neun Streaming-Diensten getestet. Für 10 Euro im Monat können Musikfans bei einem solchen Angebot mit dem PC, dem Smartphone oder dem Tablet auf das Repertoire zugreifen. Das Fazit der Tester: Die Musik­auswahl über­zeugt, weist aber prominente Lücken auf. Die Klangqualität ist sehr gut oder gut. Schwächen gibt es bei den Kunden­informationen und dem Umgang mit Nutzer­daten. Mängel auch in den allgemeinen Geschäfts­bedingungen.

Großes Repertoire mit prominenten Lücken

Im Test haben die Experten die Musik­auswahl anhand einer Liste von 100 Alben abge­prüft. Insgesamt über­zeugt die Auswahl. Am besten schnitten Spotify mit 84 gefundenen und Simfy mit 83 gefundenen Alben ab. Auf manch prominenten Namen müssen aber alle verzichten: auf die Beatles genauso wie auf Xavier Naidoo, Die Ärzte oder Die Toten Hosen. Einzelne Künstler sperren sich gegen das Streaming, weil sie befürchten, ihre CD- oder Downlo­adver­käufe könnten darunter leiden.

Klang wie von der CD

Wenig Probleme gibt es bei der Klangqualität. Die Streaming-Dienste können hier mit der CD mithalten. Sony Music Unlimited und Rara klingen gut, alle anderen sogar sehr gut. Der Hörtest zeigt außerdem: Es gibt kaum hörbare Qualitäts­unterschiede zwischen der mobilen Nutzung am Smartphone und der stationären Nutzung am Computer. Einzig Juke und Rdio klingen unterwegs etwas schlechter als am Computer. Die meisten Anbieter stellen verschiedene Qualitäts­stufen für die Computer- und die Smartphone-Nutzung bereit. Je besser die Klangqualität, desto höher das Daten­aufkommen beim Streaming. Wer unterwegs im mobilen Internet streamt, schöpft unter Umständen schnell die Daten­flatrate seines Mobil­funk­vertrags aus. Um dem vorzubeugen, können Nutzer eine nied­rigere Qualität einstellen und dadurch das Daten­aufkommen verringern.

Streaming ist nicht gleich Download

Streaming­dienste haben aber auch Nachteile. Anders als beim Musikdownload kaufen Anwender nicht einzelne Songs, die sie abspeichern oder auf CD brennen können. Nutzer erwerben vielmehr das Recht für eine bestimmte Zeit, die Musik anhören zu dürfen. Kündigen sie bei einem Dienst, verlieren sie dieses Recht und müssen sich von ihrer Musik­zusammen­stellung verabschieden. Auch eine parallele Online-Nutzung auf mehreren Geräten schließen die Anbieter aus. Der Vorteil des Streamings: Die Musik­samm­lung frisst keinen Speicher­platz auf dem Computer und steht an jedem Ort mit Internet­zugang zur Verfügung.

Hand­habung mit Tücken, Kritik am Klein­gedruckten

Auch in der Hand­habung gibt es Verbesserungs­potenzial. Schwächen zeigen sich in der Such­funk­tion. Schon bei kleinen Tipp­fehlern findet sie oft nicht mehr den gewünschten Interpreten oder Titel. Eine erweiterte Suche für genauere Abfragen bietet kein Dienst. Weitere Kritik­punkte: Die Informationen über die Anbieter selbst und die verschiedenen Vertrags­modelle fallen teils äußerst dürftig aus und sind schwer zu finden. Sehr deutliche Mängel fand die Stiftung Warentest bei vielen Diensten in den allgemeinen Geschäfts­bedingungen. Auch der Umgang mit den Nutzer­daten ist oft nicht klar geregelt. Die Android- und die iOS-Apps von Deezer sind unsicher, weil sie Benutzer­name und Pass­wort unver­schlüsselt senden.

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