Im Streit ums digitale Rechte-Management (DRM) beim Musikkauf im Internet hat es einen Durchbruch gegeben: Ab Mai soll es beim weltgrößten Musikdownload-Portal iTunes erstmals Songs ohne lästigen Kopierschutz geben, die dann auch auf anderen MP3-Spielern laufen als auf Apples iPod. Die DRM-freien Songs sollen mit 1,29 Euro rund 30 Cent mehr als die kopiergeschützten kosten und aus dem Katalog der Plattenfirma EMI stammen.

Als erstes der vier größten Plattenlabels schert EMI damit aus der Riege der Kopierschutzbefürworter aus. Universal, Sony BMG, EMI und Warner, die gemeinsam über 70 Prozent des weltweiten Musikmarktes kontrollieren, hatten bislang an DRM-Systemen für legale Musikdownloads festgehalten, die sie als probates Mittel gegen Musikpiraterie im Internet ansahen. Doch die restriktiven DRM-Verfahren waren zunehmend in die Kritik geraten, da sie den Nutzen der legal erworbenen Musik stark einschränkten.

Auch andere Download-Portale verhandeln mit EMI über DRM-freie Musikangebote. Der deutsche Marktführer Musicload etwa, der schon zuvor kopierschutzfreie Songs kleinerer Labels im Angebot hatte, will möglichst bald auch EMI-Songs ohne DRM anbieten. Kenner des Marktes erwarten zudem, dass andere Großlabels dem Beispiel von EMI folgen werden. Vielleicht wird man also bald ganz selbstverständlich Musik im Internet kaufen können, ohne sich noch Sorgen um Kopierschutz machen zu müssen.

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