Musikanbieter im Internet Test

Das Konzept digitaler Musikshops scheint klar und deutlich: Surfer suchen sich in riesigen Musikangeboten Songs aus, die sie per Mausklick bezahlen und sich dann auf ihren Rechner runterladen. Die Realität sieht anders aus: Surfer finden ihre Lieder nicht, der Download bricht ab oder Kundendaten werden nicht verschlüsselt. Stiftung Warentest ist bei 12 Anbietern von kostenpflichtigen Musikdownloads gesurft.

Erst runterladen, dann suchen

Die erste Hürde bei einigen Anbietern ist die Zugangssoftware: Wer Connect, iTunes, Eventim und Popfile nutzen will, muss vor dem ersten Musikdownload zunächst einmal ein Programm herunterladen und installieren. Meist reicht eine aktuelle Version des Windows Media Players. Apples iTunes ist die einzige legale Möglichkeit für Mac-Besitzer, Songs runterzuladen. Windows-Besitzer können iTunes zwar auch benutzen, müssen dazu aber iTunes als Programm downloaden.

Nicht alles gefunden

Die nächste Hürde: Surfer müssen erst einmal den Song finden, den sie suchen. Selbst beim Testsieger AOL liegt die Wahrscheinlichkeit, einen bestimmten Song der Kategorie Rock/Pop zu finden, gerade mal über 50 Prozent. Bei Popfile war es dann nur noch jedes fünfte Lied aus diesem Genre. Angeblich bietet Popfile 70 000 Lieder zum Download an. iTunes wirbt damit, eine Datenbank mit 700 000 Songs zu haben. Aber auch hier lag die Trefferwahrscheinlichkeit um 50 Prozent.

Hast'e mal 'nen Euro

Wenn Surfer die ersten Hürden genommen und ihre Songs gefunden haben, bezahlen sie meist ab 99 Cent für einen Song. Die Höchstpreise liegen zwischen 1,49 und 1,99 Euro. Bei iTunes, Eventim und Mediamarkt kostet jeder Song das Gleiche: 99 Cent. Wie im richtigen Plattenladen gibts auch komplette Alben zum Download. Ab 7,99 Euro. Achtung bei AOL: Nichtmitglieder müssen bei jedem Kauf „Transaktionskosten“ bezahlen. Das sind 15 Prozent pro Rechnung. Übrigens: Mediamarkt behält pro Einkauf generell 10 Cent zusätzlich ein.

Verzögerter Download

Ist auch die Bezahlung gelaufen, verzögert nur noch der Download den Musikgenuss. Das klappt in der Regel technisch problemlos. Allerdings nervten bei Mediamarkt und MTV Fehlermeldungen und erfolglose Ladeversuche. Andere Probleme gab es vorher bei MTV, Tiscali und MSN. Dort funktionierte der Warenkorb nicht. Außerdem sind auf einigen Websites die Schriften zu klein und die Suchergebnisse unübersichtlich. Erfreulich: AOL, Popfile und Musicload führen probeweise durch ihr Angebot, indem sie Neulinge durch den Shop manövrieren.

Lizenz schränkt Kopieren ein

Liegt der Song dann endlich auf der Festplatte, wartet eventuell die nächste Überraschung. Mit der Datei lädt der Nutzer auch eine Lizenz herunter. Dort sind die Nutzungsrechte geregelt. So funktioniert das Kopieren der Songs auf andere Computer meist nur drei Mal. Danach ist die Berechtigung zum Kopieren aufgebraucht. Bei Connect und iTunes dürfen Nutzer die Songs fünfmal auf PC laden. Brennen auf Audio-CD ist meist drei bis zehn Mal, teilweise auch unbegrenzt möglich.

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