Musik und Filme kopieren Meldung

„Raubkopierer sind Verbrecher“ - so das Motto einer Kampagne der Filmwirtschaft. In den Werbespots sitzen Raubkopierer im Gefängnis, weil sie Filme illegal kopiert haben. Auch die Musikwirtschaft hat Raubkopierern den Kampf angesagt. Etwa dann, wenn sie gebrannte CDs verbreiten und MP3s ins Internet stellen. Die Musikindustrie macht Raubkopierer für die starken Umsatzeinbrüche verantwortlich. Aber fünf Jahre Haft für einen Download bei Internet-Tauschbörsen wie Kazaa oder für das Brennen einer CD? test.de sagt, wann das Kopieren von digitalen Musik- und Videodateien erlaubt ist.

Hart, aber übertrieben

Wer im Kino sitzt und einen Werbespot aus der „Hart, aber gerecht“-Reihe sieht, bekommt es mit der Angst zu tun. Beispiel: Ein Männ lädt einen Film aus dem Internet auf seinen Rechner. Die Frau fordert ihn auf, ins Bett zu kommen. Nachdem sie das zwei Mal erfolglos tut, warnt sie ihn: Wenn du nicht sofort ins Bett kommst, rufe ich die Polizei. Das Ende des Werbespots: „Raubkopierer sind Verbrecher. Ihnen drohen bis zu fünf Jahren Haft.“

Bis zu fünf Jahren sind möglich

Fakt ist: Fünf Jahre Gefängnis als Strafe sind die absolute Ausnahme. Der Mann aus dem Werbespot würde nicht dazu gehören. Es ist zwar verboten, illegale Dateien aus dem Internet herunterzuladen. Aber das führt selten zu Haftstrafen. Grundlage für solch spekulative Warnungen und Drohungen ist das Urheberrechtgesetz. Im Paragraph 53 sind darin „Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch“ geregelt.

Illegale Software und Kopien

Wer Musik oder Filme kopiert, muss im Wesentlichen zwei Verbote beachten:

  • Illegale Software. Der Einsatz illegaler Software, die den Kopierschutz umgeht, ist verboten. Das folgt aus Paragraph 95a des Urheberrechtgesetzes: „Wirksame technische Maßnahmen zum Schutz eines ... Werkes ... dürfen ohne Zustimmung des Rechtsinhabers nicht umgangen werden.“
  • Illegale Kopien. Das Kopieren von Dateien ist verboten, wenn „zur Vervielfältigung eine offensichtlich rechtswidrig hergestellte Vorlage verwendet wird“.

Für sich selbst

Eins ist klar: Kopien für den eigenen Gebrauch sind erlaubt. Das regelt das Urheberrechtgesetz, Paragraph 53, Absatz 1: „Zulässig sind einzelne Vervielfältigungen eines Werkes durch eine natürliche Person zum privaten Gebrauch auf beliebigen Trägern.“ Legal ist also: CD kaufen, mit legaler Software brennen und im Auto hören. Oder CD „rippen“ und die Dateien auf den eigenen MP3-Player schieben. Aber mehr ist nach Meinung der Musikwirtschaft nicht drin. Das ist die enge Auslegung des Gesetzes.

Für Familie und Freunde

Andere Juristen sind aber der Meinung, dass der Käufer durchaus auch Kopien an Verwandte und Freunde weitergeben darf. Nach deren Ansicht könnte der CD-Besitzer unter Privatgebrauch auch das verstehen: Indem er eine gebrannte CD seiner Familie oder Freunden schenkt, können sie die Musik hören, die er gekauft hat. Wie viele Kopien der Käufer machen darf, ist nach Meinung einiger Juristen auch geregelt: bis zu sieben Kopien. Diese Angabe geht zurück auf eine Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 1978, die sich noch auf Papierkopien bezog und weit vor der Neuregelung des Urheberrechts liegt. Das muss jetzt nicht mehr gelten. Wie die Gerichte heute im Ernstfall entscheiden, ist unklar.

Kassieren ist verboten

Und noch eins ist klar: Das Kopieren von Filmen, Musik oder Software für den gewerblichen Gebrauch ist ohne Einschränkung verboten. Es darf „weder unmittelbar noch mittelbar Erwerbszwecken dienen.“ Wer CDs oder DVDs brennt und die Kopien verkauft, macht sich strafbar. Ebenso droht strafrechtliche Verfolgung, wenn jemand illegale Kopien kauft oder gegen Bezahlung aus dem Internet zieht.

Stiftung Warentest sagt: Was erlaubt und was verboten ist.

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