Filme aus dem Internet: Keine Konkurrenz

Enttäuschende Bildqualität, hohe Preise und kleines Sortiment: Film-Abrufdienste im Netz sind keine Alternative zur Videothek.

Es ist nasskalt draußen. Jetzt auf der Couch gemütlich einen Krimi gucken, ohne durch den Schneematsch in die Videothek stapfen zu müssen – das ist die Idee hinter Video-Abrufdiensten im Internet (VoD, Video on Demand). test hat drei davon, Arcor, one4movie und T-Online Vision unter die Lupe genommen.

Kritikpunkt Bild

Der abgerufene Film war immer schlechter (siehe Fotos) als auf DVD. Streifen, Unschärfe und Mosaikmuster störten. Wählten die Prüfer die Version mit der niedrigsten Datenrate 500 kbit/s – also niedrigste Qualität, aber schnellster Download – lag der Film deutlich unter VHS-Niveau. Die 1 000 kbit/s-Version war so gut wie ein durchschnittlicher Videofilm, mit 2 000 kbit/s kam sie an S-VHS heran.

Kritikpunkt Sortiment

Lange nicht jeder gewünschte Film ist in den Online-Videotheken auch zu bekommen. Die meisten Filme stammen aus den Jahren vor 2000. Und Filme mit FSK18 kann nur nutzen, wer vorab per Postident-Verfahren seine Volljährigkeit nachweist – das ist sinnvoll, aber umständlich.

Kritikpunkt Kosten

Am häufigsten fanden wir als Preis pro Titel 2,95/3,95 Euro (T-Online Vision) und 3,50 Euro (Arcor) bei 24 Stunden Nutzung. Das ist teurer als in der Videothek. One4movie mit der Monatspauschale von 9,95 Euro fürs Gesamtangebot ist da attraktiver. Aller­dings bietet one4movie nach eigenen Angaben auch nur 600 Titel an, die Konkurrenten doppelt so viel, 1200 Titel.

Kritikpunkt Technikhürden

Ein schneller Internetzugang ist das A und O, sprich DSL mit Pauschaltarif (Flatrate). Auch Betriebssystem und Rechnerausstattung müssen aktuell sein. Um das Bild aufs TV-Gerät zu übertragen, braucht der Rechner einen Videoausgang, zum Beispiel FBAS oder S-Video. Besonders einfache Handhabung ermöglicht die Software Windows Media Center. Generell muss sich der Nutzer entscheiden: Streaming oder progressiver Download? Beim Streaming wird der Film in Echtzeit her­untergeladen. Er lässt sich sofort angucken. Die Datenrate des Films darf dabei nicht höher sein als die Übertragungsrate des Internetzu­gangs. Beim progressiven Download dagegen, bei dem der Film auf der Festplatte gespei­chert wird, ist das möglich. Dafür kann es mehrere Stunden dauern. Ansehen kann man den Film erst, wenn ein Teil davon heruntergeladen ist.

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