Besonderheit: Digitalisieren als Dienstleistung

Delegierte Arbeit: Schallplatten zu digitalisieren, ist ziemlich zeitraubend. Etliche Anbieter nehmen ihren Kunden diese Arbeit gegen Bezahlung ab. Wir haben exemplarisch zwei getestet: Dreyer Media im fränkischen Steigerwald und Housetune in Berlin. Beiden haben wir jeweils vier LPs zum Digitalisieren zugesandt: ein Klassik-Album, ein Pop-Doppelalbum und eine Platte mit starken Gebrauchsspuren.

Musik digitalisieren Test

Housetune. Preis für das Digitalisieren einer LP: 13,00 Euro.

Teurer Spaß: Housetune berechnet pro LP 13 Euro. Dafür wird die Platte gereinigt, der Inhalt digitalisiert und nach einer Rausch- und Knacksentfernung auf eine Audio-CD gebrannt. Eine Kodierung in komprimierte Formate wie MP3 gibt es ohne Aufpreis dazu. Dreyer Media differenziert die Preise: Bei der „Mini“-Variante kostet eine Platte 7,90 Euro, es gibt aber kaum eine Audionachbearbeitung und auch keinen Titelindex. Wir haben das teuerste Angebot gewählt: Bei der „Hi-End“-­Digitalisierung für 21,90 Euro sollen Rauschen und Kratzer besonders aufwendig entfernt werden. Die Kodierung als MP3 kostet noch einmal 2,99 Euro extra. Zusätzlich haben wir den Expressdienst für 10 Euro gebucht.

Musik digitalisieren Test

Dreyer Media. Preis für das Digitalisieren einer LP: 7,90 bis 21,90 Euro.

Hörbare Unterschiede: Nach einer Woche kamen die Platten von Dreyer Media zurück. Im Hörtest beeindruckte sogar die CD-Version der stark abgenutzten Platte: Kratzer und Knistern waren so gut entfernt, dass die CD deutlich besser klang als die Vorlage. Auch die Klassikaufnahme klang besser als vorher. Beim rund halb so teuren Dienst von Housetune trafen die Ergebnisse nach zweieinhalb Wochen ein. Auch hier waren Kratzer und Knackser merklich gemindert, doch waren bei den digitalisierten Aufnahmen die Bässe stark betont, es war ein Rumpeln zu hören. Das störte besonders bei der Klassik­auf­nahme, weniger beim Pop-Album.

test-Kommentar

Dreyer Media liefer­te beim teuren „Hi-End“-Tarif CDs, die teils besser klangen als die analogen Originale. Housetune war deutlich billiger, das Ergebnis war aber vor allem bei Klassik weniger überzeugend. Beide Dienstleister bieten Mengenrabatte.

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