Musik Streaming Ein Außenseiter schlägt Spotify und Co.

24.08.2016

Die besten Songs für jede Stimmung immer und über­all dabei: Das geht mit Musik­streaming-Diensten. Sie bieten mit bis zu 40 Millionen Liedern nicht nur eine riesige Musik­auswahl, sie klingen auch noch gut, wie der Test von 11 Diensten zeigt. Wo stimmt das Repertoire, die Qualität und das Klein­gedruckte? Der Test hat einen Über­raschungs­sieger hervorgebracht, der die Markt­führer auf die hinteren Plätze verweist.

Musik Streaming Testergebnisse für 11 Musik­streaming­dienste 09/2016

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Liste der 11 getesteten Produkte
Musik­streaming­dienste 09/2016
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So läuft das Streaming-Geschäft

Musik­streaming­dienste räumen den Musikmarkt auf. Nach vielen verlust­reichen Jahren macht die Musik­industrie in Deutsch­land derzeit wieder mehr Umsatz - dank Streaming­diensten. Als legales Online­angebot haben sie viele Musikfans von illegalen Tauschbörsen abge­zogen und selbst den legalen Musikdownload mitt­lerweile über­holt. Anders als beim Download kauft der Nutzer bei Streaming-Diensten nicht einzelne Songs, sondern abonniert den Zugang auf eine riesige Musikbiblio­thek im Netz. Kosten­punkt: 8-10 Euro im Monat für ein Premium­angebot ohne Werbung. Auf dem Smartphone, dem Tablet oder am Desktop-PC steht der Musikkatalog dann zur Verfügung – voraus­gesetzt der Nutzer ist online oder hat sich seine Lieblings­playlist vorher offline verfügbar gemacht. Kündigt der Nutzer sein Abo, sind die selbst­erstellen Playlisten und die ganze Musik weg.

Im Test: Das Repertoire der Dienste

Der Test zeigt: Trotz der riesigen Auswahl finden Nutzer nicht jedes Lieblings­lied im Katalog der Anbieter. Das kann verschiedene Gründe haben: Zum einen verweigern sich manche Künstler dem Streaming komplett, weil sie sich zu schlecht entlohnt fühlen. Mehr dazu im großen kostenlosen Report zur Künstlerbezahlung. Zum anderen schließen besonders sehr bekannte Musiker Exklusiv­verträge mit einzelnen Diensten ab. Welcher Dienst mehr Charthits hat und welcher eher bei Klassik punktet, erfahren Sie im Test. Die Stiftung Warentest hat den Repertoire-Check mit insgesamt 700 Alben gemacht, jeweils 100 aus 6 unterschiedlichen Genres sowie 100 Alben aus den aktuellen Charts: Titelliste Repertoire-Check.

Alle Dienste punkten beim Klang

Wir haben untersucht, ob die Tonqualität der Musik­streaming­dienste mit der guten alten CD mithalten kann. Ergebnis: Alle Dienste im Test liefern Topklang. Außerdem haben wir geprüft, ob es sich lohnt, bei einzelnen Anbietern so genannte Hi-Fi- oder Losless-Tarife abzu­schließen, die eine noch bessere Klangqualität versprechen. Das Ergebnis erstaunt.

Große Unterschiede beim Daten­verbrauch

Auch die Ergeb­nisse bei den Messungen zum Daten­volumen über­raschen: So kann das Daten­volumen für ein Album bei einem Dienst stolze 130 MB betragen, bei einem anderen liegt es dagegen nur bei einem Fünftel, also 26 MB. Und das bei vergleich­barer Hörqualität. Wer außer­halb des W-Lan mit dem Smartphone Musik streamt, wird diesen Unterschied unter Umständen schnell merken: Sein Daten­volumen kommt deutlich schneller an die Grenze. Anschließend muss er mit einer gedrosselten Surf­geschwindig­keit leben oder neues Daten­volumen hinzubuchen.

Manche Dienste benach­teiligen Kunden

Wir haben nicht nur ausprobiert, wie gut die Dienste funk­tionieren, wie sie klingen und wie groß das Repertoire wirk­lich ist. Wir wollten auch wissen, wie gut die Anbieter ihre Kunden behandeln. Manche benach­teiligen Kunden in ihren Allgemeinen Geschäfts­bedingungen, andere räumen sich in den Daten­schutz­erklärungen einen groß­zügigen Umgang mit Nutzer­daten ein. Zudem fanden wir neugierige und zum Teil sogar unsichere Apps oder Zugangs­wege.

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