Musikspieler Mighty Vibe. Preis: 90 Euro.

Der Musikspieler Mighty Vibe funk­tioniert anders als herkömm­liche MP3-Player: Nutzer können ihre Lieblings-Playlist vom Streaming-Dienst Spotify auf das Gerät synchronisieren. So steht Musik ohne Internet­verbindung zur Verfügung, und das Smartphone kann ausnahms­weise mal zu Hause bleiben. Das ist besonders praktisch beim Sport. Wir haben ausprobiert, ob das bequem und gut funk­tioniert.

Ideal für Menschen, die sich viel bewegen

Praktisch: Dank Befestigungs­klammer sitzt der Mighty Vibe fest an der Kleidung und trägt kaum auf.

Sportler, die beim Laufen, Biken oder Klettern ihr Smartphone zu Hause lassen wollen, aber dennoch nicht auf Musik vom Streaming­dienst Spotify verzichten wollen, könnte der Mighty Musikspieler interes­sieren. Mit diesem kleinen, kompakten Gerät haben Nutzer ihre Playlisten immer zur Hand. Dank des einge­bauten Clips und seinem Fliegengewicht von 23 Gramm, sitzt das Gerät fest an der Kleidung und trägt viel weniger auf als ein Smartphone. Noch dazu ist das Gerät spritz­wasser- und staub­geschützt, was es auch für Einsätze in rauerer Umge­bung tauglich macht. Der Mighty Vibe kostet im Online­handel 90 Euro.

Ohne App geht nix

Der Weg zum Musikgenuss ist allerdings steinig – auch, weil keine Anleitung, sondern nur ein kurzes Falt­blatt mitgeliefert ist. Eine ausführ­lichere Anleitung, muss im Internet herunter­geladen werden. Als erstes müssen Besitzer die Mighty-Audio-App aufs Smartphone herunter­laden (Smartphone-Test). Die App steht sowohl für Android- als auch für iOS-Smartphones kostenlos im jeweiligen App-Store zum Download bereit, allerdings nur auf Eng­lisch. Danach müssen Anwender zunächst einen Mighty-Account einrichten. Dafür verlangt der Anbieter die E-Mail Adresse des Nutzers und ein Pass­wort.

Erst per Bluetooth koppeln, dann mit WLan verbinden

Anschließend lässt sich das Gerät über Bluetooth mit dem Handy koppeln. Jetzt müssen Mighty-Nutzer in der App die Zugangs­daten für ein WLan-Netz­werk eintragen. Das ist Voraus­setzung, um später die Musik auf den Mighty kopieren zu können. Vorher muss die App allerdings noch mit dem Spotify-Account des Nutzers verknüpft werden. Nur Spotify-Premium-Kunden, also solche, die für den Streaming­dienst monatlich bezahlen, können den Mighty nutzen.

Keine Kopf­hörer im Liefer­umfang

Kopf­hörer sind beim Mighty im Übrigen keine mitgeliefert. Er lässt sich dank 3,5-Milli­meter-Klinken­buchse aber wahl­weise per kabel­gebundenen Kopf­hörer, aber auch per Bluetooth-Kopf­hörer betreiben. Um letzteren mit dem Player zu koppeln, ist ebenfalls die Smartphone-App nötig. Die erkennt die Kopf­hörer – sofern sich diese im Kopp­lungs­modus befinden – und stellt die Verbindung zum Mighty her.

Tipp: Die Stiftung Warentest testet regelmäßig Kopfhörer – darunter auch viele Modelle für Sportler.

Platz für bis zu 1000 Titel

Wer sich durch die komplizierte Einrichtung durch­gewühlt hat, kann endlich loslegen und seine bei Spotify favorisierten Playlists auf das Gerät bringen. Bis zu 1000 Songs sollen auf den 8 Gigabyte großen internen Speicher des Geräts passen. Die Zahl ist realistisch, wenn die Audioqualität bei Spotify auf „normal“ einge­stellt ist. Bei höherer Qualität kann sich diese Zahl abhängig von der Titellänge auch schon mal halbieren. Damit die Synchronisation klappt, muss das Gerät nicht nur mit einem WLan verbunden sein, es muss auch zusätzlich am Strom hängen. Die Synchronisation nimmt einige Zeit in Anspruch.

Kein Display – nur eine LED am Gerät

Zudem gibt der Mighty nur über eine in verschiedenen Farben und Zuständen leuchtende LED Feedback zu seinem jeweiligen Status. So bedeutet ein weißes Leuchten etwa, dass der Musikspieler voll aufgeladen ist und ein grünes Blinken, dass das Gerät einge­schaltet ist. Der Status der Synchronisation und auch der Verbindung zum Smartphone lässt sich nur über die App ablesen.

Playlist-Wechsel ist etwas holp­rig

Haben Mighty-Nutzer es geschafft, ihre Musik auf den Player zu kopieren, können sie über eine Taste am Gerät zwischen den Musiklisten hin und her wechseln. Eine synthetische Computer­stimme liest den jeweiligen Namen der Playlist vor, damit der Nutzer weiß, welche Liste gerade angewählt ist. Mit deutschen Namen hat die Stimme allerdings Probleme, so dass Nutzer eher raten müssen, welche Liste gemeint ist. So wird beispiels­weise aus einer Liste mit dem Namen „Eiskalte Engel“ in der Aussprache eher „Iskold Engel“. Per längerem Tasten­druck auf die Taste lässt sich wahl­weise auch die Zufalls­wieder­gabe akti­vieren.

Der Akku des Mighty hält 5 Stunden

Ungewöhnlich: Der Mighty Vibe wird über die 3,5-Milli­meter-Klinken­buchse geladen. Das Kabel ist mitgeliefert.

Auch die Batterie­kapazität löst keine Begeisterungs­stürme aus. Bei mitt­lerer Laut­stärke und mit einem kabel­gebundenen Kopf­hörer reicht sie gerade mal für 5 Stunden Musikgenuss. Das ist vermutlich ausreichend lang für die meisten sport­lichen Aktivitäten aber nicht für längere Zug- oder Flugreisen. Bis der Akku wieder voll ist, vergehen am Lade­kabel 70 Minuten. Geladen wird das Gerät im Übrigen über die 3,5-Milli­meter-Klinken­buchse, das Kabel wird mitgeliefert. Ein Netz­teil für die Steck­dose hingegen nicht.

Die Mighty-App gibt Nutzer­daten preis

Da der Player ohne Smartphone-App nicht betrieben werden kann, prüften wir auch das Daten­sende­verhalten der Android- und der iOS-App. Beide Apps bewerten wir als „kritisch“, da sie Nutzer­daten senden, die für die eigentliche Funk­tion nicht notwendig wären. So lässt sich etwa die Android-App nur betreiben, wenn der Nutzer vorab den Zugriff auf die GPS-Funk­tion freigibt. Die iOS-Variante über­trägt eine eindeutige Gerä­teerkennung an Facebook. Zudem senden beide Apps Angaben zum Mobil­funk­betreiber an Facebook.

Fazit: Komplizierte Hand­habung und sehr schmale Zielgruppe

Der Mighty-Musik-Spieler ist nur für einen engen Kreis möglicher Benutzer interes­sant, da er nur mit einem Spotify-Premium Account genutzt werden kann und seine Vorteile vor allen Dingen im kleinen und kompakten Design liegen. Das ist wohl vor allem beim Sport praktisch. Nutzer müssen sich aber auf eine komplizierte Hand­habung einstellen, die noch dazu mit einer App umge­setzt ist, die Nutzer­daten preisgibt.

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