So haben wir getestet

Im Test: 20 häufig verkaufte Mund­spüllösungen, die damit werben, sowohl Karies als auch Zahnbelag (Plaque) und/oder Zahn­fleisch­entzündungen (Gingivitis) vorzubeugen. 17 Produkte sind nur für Erwachsene vorgesehen, 3 Produkte speziell für Kinder. Einge­kauft haben wir die Mund­spüllösungen im Juni 2017. Die Preise ermittelten wir durch eine Anbieterbefragung im November 2017.

Zahnmedizi­nische Beur­teilung

Zwei Experten beur­teilten, ob die Produkte Karies, Plaque und Gingivitis vorbeugen. Dafür zogen sie Mess­werte potenziell wirk­samer Inhalts­stoffe, Anbieter­angaben und die Deklaration auf den Verpackungen heran. Ihre Auswertung erfolgte auf Grund­lage aktueller wissenschaftlicher Erkennt­nisse, nach Empfehlungen von Fachgesell­schaften und Auswertung wissenschaftlicher Literatur. Zudem berück­sichtigten sie Dokumente, die die Anbieter zur Verfügung stellten.

Fluorid: Wir bestimmten den Fluorid-Gehalt mittels ionenselektiver Elektrode in Anlehnung an RL 2005/87/EG an. Zur Absicherung ermittelten wir den Fluorid­gehalt nach Silylierung mittels GC-MS in Anlehnung an die ASU-Methode K84.06.01–2(EG) 1984–05.

pH-Wert: Der pH-Wert wurde mittels pH-Elektrode ermittelt.

Karies­prophylaxe: 35 %

Ist Fluorid in ausreichender Menge in Mund­spüllösungen enthalten, beugt es Karies vor und fördert die Härtung des Zahn­schmelzes. Bei der Beur­teilung der Karies­prophylaxe durch Fluorid berück­sichtigten die Experten die Konzentration, die Art der Fluoride sowie den pH-Wert und das Vorhandensein weiterer unterstützender Wirk­substanzen.

Vorbeugung gegen Plaque/Gingivitis: 35 %

Antimikrobiell wirk­same Bestand­teile in Mund­spüllösungen können der Entstehung von Plaque und Zahn­fleisch­entzündungen vorbeugen. Wir bestimmten die Konzentrationen von Alkoholen, Cetylpyridinium­chlorid, Chlorhexidin und Zink, sofern sie in der Inhalts­stoff­liste deklariert waren.

Alkohole: Alkohole (z. B. Ethanol, n-Propanol) wurden mittels GC-FID zu identifizieren und quantitativ bestimmt.

Cetylpyridinium­chlorid: Cetylpyridinium­chlorid bestimmten wir mittels LC-UV in Anlehnung an die ASU-Methode K 84.00–22, 3152.

Chlorhexidin: Chlorhexidin bestimmten wir mittels LC-UV in Anlehnung an die ASU-Methode K 84.00–22, 3152.

Zink: Die Messung von Zink mittels ICP-MS gemäß DIN EN ISO 17294 1 + 2 nach Mikrowellen­aufschluss gemäß §64 LFGB K84.00–29.

Verpackung: 10 %

Fünf Experten bewerteten die Hand­lich­keit der Verpackungen, wie gut sie sich öffnen und schließen und ob sich die Spülungen einfach dosieren ließen. Wir prüften, ob eine Kinder­sicherung und Materialkenn­zeichnung sowie Recycling­hinweise vorhanden waren. Anhand von mindestens drei Packungen je Produkt bestimmten wir die Inhalts­menge und den Füllungs­grad. Ein Experte prüfte, ob es sich um Mogel­packungen handelte. Wir erfassten zudem, ob es eine Originalitäts­sicherung gab.

Deklaration und Werbeaussagen: 20 %

Ein Experte prüfte die Deklaration gemäß den Vorschriften der EU-Kosmetik­ver­ordnung. Außerdem prüften drei Experten die Lesbarkeit und Werbeaussagen. Zusätzlich prüften wir, ob zu den Werbeaussagen passende Wirk­stoffe in der Inhalts­stoff­liste aufgeführt sind, die dafür sorgen, dass die Produkte eine Wirkung haben, die über die normale Zahn­pflege hinaus­geht, und ob diese wissenschaftlich belegt ist.

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit einem Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertungen haben wir einge­setzt: Lautete das Ergebnis im Prüf­punkt Deklaration und Werbeaussagen ausreichend, wurde das test-Qualitäts­urteil um eine Note abge­wertet. Lautete dieses Urteil mangelhaft, konnte das test-Qualitäts­urteil nicht besser sein.

Weitere Unter­suchungen:

Wir bestimmten den Gehalt anio­nischer Tenside.

Anio­nische Tenside: Die Analyse der anio­nischen Tenside erfolgte mittels potentiometischer Titration.

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