„Mit Mund­geruch besser zum Zahn­arzt“

Professor Ulrich Schiffner ist Ober­arzt an der Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheil­kunde

Bei erhöhtem Kariesrisiko ist es sinn­voll, eine Mund­spüllösung zu verwenden, sagt Zahnmediziner Ulrich Schiffner. Gegen Mund­geruch hilft sie höchs­tens kurz­zeitig.

Wem empfehlen Sie, eine Mund­spüllösung zu verwenden?

Wer ein erhöhtes Kariesrisiko hat, kann eine Mund­spüllösung nutzen. Das betrifft etwa Jugend­liche mit fester Zahn­spange oder ältere Menschen, die ihre Zähne manuell nicht mehr optimal reinigen können. Auch nach einer Kiefer­operation kann, bis die Wunden verheilt sind, eine Mund­spüllösung sinn­voll sein. Ich empfehle sie als Ergän­zung auch Patienten, die bereits unter starker Karies leiden.

Und was ist mit Kindern?

Mund­spüllösungen sollten nicht verschluckt werden. Daher dürfen sie von Kindern erst ab etwa sechs Jahren benutzt werden. Wirk­lich sinn­voll sind sie nach dem Zahn­wechsel, mit etwa 12 oder 13 Jahren. Das ist auch ein Alter, in dem viele Jugend­liche beim Zähneputzen nach­lässig werden. Ein zusätzlicher Fluorid­impuls ist dann hilf­reich.

Helfen Mund­spüllösungen gegen Mund­geruch?

Effekte entstehen höchs­tens kurz­zeitig. Manche Mund­spüllösungen können etwa schwefelhaltige Bindungen, die für schlechten Atem sorgen, chemisch neutralisieren. Die eigentlichen Ursachen des Mund­geruchs werden so aber nicht behoben – und die können vielfältig sein. Am besten geht man damit zum Zahn­arzt.

Ist es sinn­voll, nach einer Mahl­zeit unterwegs eine Mund­spülung zu nutzen?

Wer grund­sätzlich bereits eine gute Mund­hygiene betreibt, kann durch­aus darauf verzichten. Essens­reste kann man im Notfall auch einmal mit Wasser ausspülen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 957 Nutzer finden das hilfreich.