Ange­schlossen an den Fernseher bringen sie auch ohne Heimnetz­werk Musik und Videos vom PC ins Wohn­zimmer – aber nicht immer komfortabel.

Digitalitis nennen manche den Wechsel vom analogen Foto­abzug und Schmalfilm zu digitalen Computer­daten. Das klingt negativ – zu Recht. Zum Beispiel, weil der Computermonitor kaum für den Video­abend taugt. Im Wohn­zimmer sitzt es sich eben sehr bequem, Bild und Ton sind gut. Heute können die Daten im Heimnetz­werk zum Fernseher flitzen. Wem das zu viel Technik ist, der greift zur Multimedia­fest­platte und schließt sie an den Fernseher oder die Heim­kino­anlage an.

Vorteile der Multimedia­fest­platte

Gebändigt: Die Funk­tions­fülle der Multimedia­fest­platten ist groß. Am Computermonitor oder am Fernsehgerät bieten sie ein Bedienmenü mit vielen Unter­punkten

Die Fest­platten bergen eine enorme Funk­tions­fülle. So funk­tionieren sie:

  • Mit dem Fernsehgerät werden die Fest­platten am besten via HDMI verbunden. Über diesen Eingang verfügt jeder moderne Flach­bild­fernseher. Allerdings liegt ein HDMI-Kabel bei den geprüften Fest­platten nur Lacie und Me2 bei.
  • Sie können ohne Netz­werk wie andere externe Fest­platten am Computer mit Media­daten „gefüttert“ und anschließend zum Fernseher getragen werden. Das ist zwar unbe­quem, bei einem Gewicht von 1 bis 2 Kilogramm aber erträglich.
  • Multimedia­fest­platten sind Daten­speicher. Alle bis auf Lacie LaCinema Classic HD können Daten ganz ohne Computer importieren – beispiels­weise von der Speicherkarte der Digitalkamera.
  • Die Multimedia­fest­platte bereitet die Media­daten fernsehgerecht auf. Eine vorherige Format­umwandlung am Computer ist nicht erforderlich.
  • Wer doch lieber vernetzt, kann die meisten Modelle aber auch über ein Heimnetz­werk mit Daten beschi­cken. Bei manchen klappt sogar der Daten­austausch via Internet (FTP-Server, siehe Testtabelle Multimediafestplatten aus test 02/2011).

Frage des Formats

Die Multimedia­fest­platten beherr­schen fast alle gängigen Audio-, Foto- und Video­formate. Auch mit den meisten Aufzeichnungen von digitalen Sat-Empfängern kommen sie klar. Die Western Digital patzte jedoch beim Format AVCHD, ein bei HD-Camcordern verwendetes Format.

Komfort vermisst

Ange­schlossen: USB für Speicher­sticks und HDMI für den Fernseher sind unver­zicht­bar. Jeder weitere Anschluss – Scart, Audio, Video – macht die Multimedia­fest­platte vielseitiger.

Wenig begeistert sind die Tester vom Bedien­komfort. Die Funk­tions­fülle sollte zunächst einmal gut erläutert werden. Das schaffte keine Gebrauchs­anleitung. Bei der Western Digital lag sie gar nur elektronisch, auf der Fest­platte vor – und leitete bei den Grund­einstel­lungen zunächst in die Irre. Dokumentiert ist ein veralteter Stand des Betriebs­systems, der Firmware.

Bei Emtec, Fantec und Memup war der Umgang mit dem einge­bauten Fernsehtuner (Antennen­fernsehen DVB-T) umständlich organisiert. Sender­listen sortieren, Favoriten­listen anlegen, Aufnahmen programmieren – das alles ist recht gewöhnungs­bedürftig. Bei drei Fest­platten haben im Test außerdem Lüfter­geräusche gestört, besonders nervig waren sie bei Memup.

Einen Sonderfall stellt die Raidsonic ICY Box dar. Sie wird ohne interne Fest­platte ausgeliefert. Wer keine externe Fest­platte daneben­stellen möchte, muss erst eine interne kaufen. Vorteil: Der Käufer hat die freie Auswahl im Sortiment der Fest­platten, derzeit bis zu 2 Terrabyte (mehr als 400 einlagige DVDs). Nachteil: Er muss das Gehäuse erst einmal aufschrauben und die Fest­platte einbauen.

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