Mütter und Väter, die aufgrund ihrer Familienbelastung erkranken, haben es immer schwerer, eine Kur von ihrer Krankenkasse bewilligt zu bekommen. Im Jahr 2004 haben die Kassen ihre Ausgaben für Mütter- und Mutter-Kind-Kuren erneut drastisch gekürzt: Sie senkten ihre Ausgaben um fast 20 Prozent auf 293 Millionen Euro.

Die Kassen lehnen mittlerweile etwa vier von zehn Anträgen ab, meist mit der Begründung, die Betroffenen könnten stattdessen in ambulante Behandlungen gehen. So konnten deutlich weniger Mütter und Kinder eine Kur machen als früher. Im Jahr 2002 nahmen 50 000 Mütter und 68 000 Kinder an einer Kur teil, 2004 nur noch 41 000 Mütter und 57  000 Kinder.

Lehnt die Kasse einen Antrag ab, lohnt es sich jedoch, weiterzukämpfen. Von den Frauen, die im vergangenen Jahr Widerspruch gegen eine abgelehnte Kur eingelegt hatten, waren nach Angaben des Müttergenesungswerks 45 Prozent im zweiten Anlauf erfolgreich.

Sie müssen allerdings einen langen Atem mitbringen: Dauert es normalerweise schon sechs bis acht Wochen, bis ein Antrag bearbeitet ist, zieht sich das Widerspruchsverfahren oft über sechs bis acht Monate.

Tipp:
Die Kassen müssen Kuren für kranke Mütter und Väter voll bezahlen, wenn das medizinisch notwendig ist. Lehnt die Krankenkasse eine Mütter- oder Mutter-Kind-Kur ab, lassen Sie sich die Absage schriftlich geben. Innerhalb von vier Wochen können Sie Ihren schriftlichen Widerspruch an die Kasse schicken. Ratsam ist, kurz darzulegen, warum zum Beispiel ambulante Maßnahmen für Sie nicht infrage kommen, und gegebenenfalls auf ärztliche Atteste zu verweisen.

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