Mückenpiepser von Lidl Da lacht die Mücke

06.05.2004
Mückenpiepser von Lidl - Da lacht die Mücke

Lidl sagt Mücken den Kampf an. Der Discounter verkauft zur Zeit einen elektronischen Mückenvertreiber für 5,99 Euro. Er funktioniert denkbar einfach: Stecker in die Dose und das Gerät schaltet sich automatisch in der Dämmerung an. Dann verjagt der Piepser angeblich die Blutsauger mit Hochfrequenz-Schallwellen im Umkreis von fünf Metern. Soweit Lidls Idee. Der Schnelltest zeigt, ob das Gerät wirklich funktioniert oder ob es nur ein summendes Lämpchen ist.

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Nur für Nachtschwärmer

Unter den Testern macht sich Skepsis breit, noch bevor sie das Lidl-Gerät auspacken. Denn der Mückenpiepser funktioniert nur in der Dämmerung und im Dunkeln. Das ist vom Hersteller beabsichtigt und von ihm per Lichtsensor verwirklicht. Selbst wenn der Mückenpiepser die Nervlinge in der Dämmerung vertreibt: Auch tagsüber suchen bestimmte Mückenarten Opfer, um aus ihnen Blut zu saugen. Ein Trick könnte hier noch helfen: Einfach den Dämmerungssensor zukleben. Dann ist für das Gerät auch tagsüber Nacht.

Keine Lust auf Männer

Warum sollten sich nun Mücken nicht näher als fünf Meter an das Gerät heran wagen? Hersteller ähnlicher Geräte erklären es so: Weibliche, begattete Mücken gilt es zu vertreiben. Sie brauchen Blutmahlzeiten, um ihre etwa 300 Eier in ihrem Hinterleib entwickeln zu können. Also suchen sie sich Opfer, zum Beispiel Menschen, die sie anzapfen. Das Lidl-Gerät gaukelt nun diesen Weibchen vor, dass viele Männchen in der Gegend seien. Und zwar durch ein Piepsen in einer Frequenz, in der männliche Mücken das andere Geschlecht anlocken. Da die Weibchen schon begattet wurden, halten sie sich von Männchen fern. Und somit auch von Menschen, die in der Nähe des elektronischen Mückenvertreibers sitzen oder liegen. Soweit die Theorie.

Niemand hört mich

Die schlechte Nachricht aus der Praxis: Die Weibchen nehmen das hochfrequente Piepsen nicht als Lockruf der männlichen Mücken wahr. Oder ihnen ist doch egal, ob Männer in ihrer Nähe sind. Auf jeden Fall haben die Mücken im Test die fünf Probanten ohne Gerät nach 25 Sekunden zerstochen und mit Gerät nach 35 Sekunden. Eine Mücke landete bei der Suche nach Blut sogar direkt auf dem Gerät.

Auch kein Reduzieren

Um dieses Versagen zu entschuldigen, nützt auch Lidls Hinweis in der Gebrauchsanleitung nichts: „Dieses Gerät hilft nur, Mückenstiche zu reduzieren.“ Das stimmt nicht. Der Piepser hält Mücken nicht davon ab, sich ihre Opfer zu suchen. Hinzu kommt: Kleinkinder und geräuschempfindliche Menschen hören in der Regel das Piepsen und sind dadurch unter Umständen mehr genervt als die Mücken.

06.05.2004
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