Der Tag geht, die Mücke kommt. Zumindest die Culex pipiens. Die häufigsten nachtaktiven Mücken in unseren Breiten. Sie haben schon manche Gartenparty verdorben und manche Stunde Schlaf gestohlen. Durch nerviges Summen und juckende Stiche. Abwehrmittel sollen die Blutsauger auf Abstand halten. Die Stiftung Warentest hat 25 Mückenmittel getestet. 14 sind mangelhaft. Sie ließen die Tester im Stich. test.de sagt, welche Mückenmittel wirklich helfen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Mückenmittel

Angriff bei Tag und Nacht

Würden Sie Ihren Unterarm als Landeplatz für 50 Mücken zur Verfügung stellen? Es war nicht leicht, die Tester für diesen Test zu finden. Bis zu 50 bluthungrige Mückenweibchen warteten auf die Propanden. Die durften ihren Körper in einen Schutzanzug hüllen, nicht aber ihren Unterarm. Der wurde mit Mückenmitteln behandelt. Ab und zu mussten die Tester sogar ungeschützt zu den Mücken – um ihre Stechlust zu testen. Die Stiftung Warentest ließ verschiedene Angriffe fliegen: von tagaktiven und nachtaktiven Mücken und von Malariamücken. Selbstverständlich ohne Malariaerreger.

Natürliche Mittel versagen

Wer in zehn Minuten mehr als vier Stiche kassierte, durfte flüchten. Wenigstens eine Stunde lang mussten die Mücken auf Abstand bleiben. Bei allen Prüfpersonen. Sonst galt das Mückenmittel als wirkungslos. Urteil „mangelhaft“ für alle Mischungen aus ätherischen Ölen: Teebaum, Citronella oder indische Melisse halten die Mücken nicht vom Stechen ab. Die natürlichen Öle gelten als sanfte Alternative zu chemischen Abwehrmitteln. Zu Unrecht. Die Mittel wirken kaum. Besonders sanft sind sie auch nicht. Beispiel: ContraMück. Zwei von fünf Testpersonen klagten nach dem Auftragen über Pusteln und juckende Haut. Das Djungel Deo hinterließ einen pudrig weißen Rückstand auf der Haut. Die Haut mehrerer Testpersonen trocknete aus. Überdies riechen die ätherischen Öle oft streng.

Testsieger Autan

Chemische Abwehrmittel wie Bayrepel und DEET sind deutlich besser. Sie schützen zuverlässig, bis zu viereinhalb Stunden. Am besten wirkte Anti Brumm forte. Nomen est Omen: Ein starker Mückenschutz mit viel Chemie. Wirkstoff: DEET (Diethyltoluamid). Für Säuglinge und Kleinkinder ist er kaum zu empfehlen. Auch Erwachsene sollten sich nicht großflächig und nicht häufig damit einreiben. Das gilt auch für Bayrepel und andere chemische Abwehrmittel. Bayrepel ist aber weniger kritisch als DEET. Der Testsieger heißt deshalb Autan Active Lotion mit dem Wirkstoff Bayrepel. Schützt fast eben so gut wie Anti Brumm forte und wirkt gegen Malariamücken sogar etwas besser.

Mückenpiepser wirkungslos

Gartenfackeln mit Citronella-Öl, Teelichter für den Balkon oder Ultraschallgeräte halten die Mücken dagegen nicht auf Distanz. Im Gegenteil: Mitunter landeten die Tierchen direkt auf den Mückenpiepsern, die sie eigentlich vertreiben sollten. Guten Schutz bieten neben chemischen Abwehrmitteln zum Einreiben nur so genannte Biozidverdampfer. Das Paral Mücken-Mobil und der Nexalotte Mückenstecker verdampfen die Insektengifte Transfluthrin, Allethrin und Piperonylbutoxid. Sie bringen die Mücken sogar um. Klingt heftig, ist heftig: Die Wirkstoffe belasten die Raumluft. Sie können Atemwege, Haut und Augen reizen. Gefährlich für Säuglinge, Allergiker und empfindliche Menschen. Biozidverdampfer sollten deshalb nur im Notfall eingesetzt werden: Etwa um das Ferienhaus am See wieder mückenfrei zu machen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 3441 Nutzer finden das hilfreich.