Motorradversicherung: Kleine Räder

Teure Anbieter verlangen für die Versicherung eines Rollers mehr als viermal so viel wie günstige.

Für ein Mofa, Moped oder Mokick finden Fahrer besonders leicht eine günstige Versicherung. Die Beiträge hängen nur vom Typ der Maschine ab.

Anders als bei den größeren Rädern teilen die Gesellschaften ihre Kunden nicht nach Regionalklassen, Schadenfreiheitsklassen und meist auch nicht nach anderen beitragbeeinflussenden Faktoren wie Garagenbesitz oder Beruf ein.

Nur 80 Euro im Jahr zahlt der Fahrer eines Mofas bei der WGV-Schwäbische Allgemeine für eine Haftpflicht- und eine Teilkaskoversicherung. Die Provinzial Nord nimmt mit 174 Euro im Jahr immerhin 94 Euro mehr für diesen Schutz.

Für den Haftpflichtschutz allein nimmt die WGV-Schwäbische Allgemeine 55 Euro und gehört auch hier zu den günstigen Anbietern.

Eine Vollkaskoversicherung bieten die meisten Versicherer für Mofas, Mopeds und Mokicks nicht an. Der Beitrag wäre im Vergleich zum Materialwert zu hoch.

Diebstahl ist bereits durch die Teilkaskoversicherung abgedeckt. Dieser Schutz ist bei allen motorisierten Zweirädern eine Überlegung wert, wenn man bedenkt, dass im Jahr 2003 immerhin 46 606 Mopeds und Krafträder geklaut wurden.

Die größeren unter den Kleinen

Bei den etwas größeren Klein- und Leichtkrafträdern fallen die Unterschiede zwischen günstigen und teuren Anbietern noch höher aus als bei Mofas.

Für Roller mit amtlichem Kennzeichen, die mehr als 40 Stundenkilometer fahren können, geht die Spanne im Normaltarif für Haftpflicht plus Teilkasko von 104 Euro im Jahr bei der Huk24 bis zu mehr als 450 Euro bei teuren Anbietern. Beide Angaben gelten für unseren Frankfurter Modellkunden in Schadenfreiheitsklasse 1.

Die Versicherer unterscheiden zwar nicht nach dem Wohnort des Fahrers. Bei den Klein- und Leichtkrafträdern arbeiten sie jedoch anders als bei den Mofas mit Schadenfreiheitsstaffeln.

Trikes, Quads und Microcars

Für die Neulinge auf unseren Straßen haben die Versicherungsunternehmen noch keine einheitliche Linie gefunden. Seit 1. Februar gibt es die neue Führerscheinklasse S, die Jugendliche ab 16 Jahren berechtigt, Microcars (dem Pkw nachempfundene Leichtmobile), Quads (vierrädrige Motorräder) und Trikes (Motorroller mit drei Rädern) zu fahren.

Einige Versicherungsgesellschaften behandeln diese Vehikel wie Kleinkrafträder, andere wie Autos oder Motorräder, wieder andere versichern sie gar nicht.

Die Beitragsspanne, die wir in der Haftpflicht für Microcars ermitteln konnten, lag zwischen 57 Euro im Jahr bei der Gesellschaft HDI und 221 Euro im Jahr bei der Gothaer. Für Quads und Trikes zahlt man bei Anbietern mit Sondertarif zwischen 60 Euro und 300 Euro im Jahr.

Der ADAC hofft, dass sich die Fahrzeuge nicht durchsetzen. Er ist wenig begeistert vom Sicherheitsstandard. Vielleicht erweist sich ein eigener Versicherungstarif für die Gefährte als überflüssig.

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