Motorradversicherung Test

Spätestens im April beginnt die Motorradsaison. Viele Fahrer müssen sich um eine neue Motorradversicherung kümmern. Die Preisunterschiede sind gewaltig. Der Markt ist unübersichtlich. Grund: Die meisten Versicherer haben ihr Angebot verändert und für größere Maschinen Regionalklassen eingeführt. Zudem bieten sie längere Schadenfreiheitsstaffeln und neue Rabatte. Finanztest hat 51 Motorradversicherer getestet und nennt die günstigsten Angebote - für Mofas, Roller und Motorräder.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Motorradversicherung

Günstige Regionalklassen, günstige Beiträge

Von den neuen Regionalklassen für größere Maschinen profitieren vor allem Fahrer, die in Gegenden mit wenig Motorradunfällen und Diebstählen leben. So zahlt etwa der Fahrer in der günstigen Regionalklasse Weser-Ems bei der Huk24 im Normaltarif für ein Motorrad über 72 kW nur gut 330 Euro im Jahr für Haftpflicht plus Teilkasko. Berliner Biker müssen für den gleichen Versicherungsschutz über 1 140 Euro pro Jahr zahlen. Ihre Regionalklasse zählt zu den teuersten. Berliner fahren daher besser mit Versicherungsgesellschaften, die einen bundesweit einheitlichen Tarif bieten.

Wechsel lohnt häufig

Die enormen Preisunterschiede lassen sich nicht allein durch die Regionalklassen erklären. Auch innerhalb eines Wohnortes unterscheiden sich die Angebote der Versicherer deutlich. Für viele Motorradfahrer lohnt es sich deshalb, den Anbieter zu wechseln. So zahlt der in Frankfurt am Main lebende FINANZtest-Modellfahrer im Normaltarif für eine große Maschine über 72 kW nach einem unfallfreien Jahr bis zu 700 Euro im Jahr für Haftpflicht und Teilkasko. Bei der Badischen Allgemeinen etwa kostet der gleiche Schutz nur 323 Euro. Das ist weniger als die Hälfte.

Mofas fahren günstig

Auch Fahrer leistungsschwächerer Motorräder können viel sparen. Bei den Kleinsten der Kleinen - Mofa, Moped oder Mokick - hängen die Beiträge der Versicherer allein vom Typ der Maschinen ab. Besonders günstig: die WGV-Schwäbische Allgemeine. Mofafahrer zahlen nur 80 Euro im Jahr für Haftpflicht- plus Teilkaskoversicherung. Die Provinzial Nord verlangt mit 174 Euro im Jahr immerhin 94 Euro mehr für den gleichen Schutz. Vollkaskoschutz bieten die meisten Versicherer für Mofa, Moped und Mokick gar nicht erst an. Der Beitrag wäre im Vergleich zum Materialwert zu hoch. Diebstahl deckt bereits die Teilkaskoversicherung ab.

Teure Anbieter verlangen das Vierfache

Für Kleinkraft-, Leichtkrafträder und Roller haben die Versicherer bisher noch keine Regionalklassen eingeführt. Sie arbeiten jedoch anders als bei Mofa, Moped oder Mokick mit Schadenfreiheitsstaffeln. Die Höhe der Beiträge geht auch bei diesen Zweiradtypen extrem auseinander. Teure Anbieter verlangen für die Versicherung eines Rollers mehr als viermal so viel wie günstige: So zahlt der Finanztest-Modellkunde für seinen mehr als 40 Stundenkilometer schnellen Roller mit amtlichem Kennzeichen im Normaltarif bei der Huk24 nur 104 Euro im Jahr für Haftpflicht plus Teilkasko. Beim teuersten Anbietern zahlt er locker mehr als 450 Euro im Jahr - für den gleichen Versicherungsschutz.

Teilkaskoschutz reicht meist aus

Ein Preisvergleich lohnt also. Der Testkompass zeigt welche Versicherer für Motorräder ab 58 kW günstig sind. Die Einteilung der Bundesrepublik in Regionalklassen, die günstigsten Versicherungstarife für Motorräder bis 57 kW, für Klein- und Leichtkrafträder sowie Roller sind in FINANZtest 3/2005 oder online komplett und interaktiv zu finden. Der Vollkaskoschutz blieb bei der Tariferhebung außen vor, da er extrem viel kostet und sich nur für Maschinen mit sehr hohem Wert lohnt.

Sparen mit dem richtigen Versicherungstarif

Die in den Finanztest-Tabellen genannten Beiträge können wegen der zunehmenden Individualisierung der Tarife durch Rabatte, Schadenfreiheits- und Regionalklassen nur ein Anhaltspunkt sein. Wer will, lässt sich für seine Maschine Angebote von den in den Finanztest-Tabellen genannten günstigen Versicherern zuschicken. Wem das zu aufwändig ist, der kann die neue Analyse „Motorradversicherung“ der Stiftung Warentest nutzen. Die Analyse ermittelt für jeden Motorradfahrer die für seine persönliche Situation günstigsten Versicherungstarife. Der Service kostet 16 Euro - Geld, das sich schnell bezahlt macht.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1987 Nutzer finden das hilfreich.