Mit Speed in die Kurven: Das Fahrgefühl eines Motorrads ist ungeschlagen. Kein Vergleich zum Auto. Doch wenns kracht, brauchen Biker einen Schutzengel und einen guten Helm. Die Stiftung Warentest hat 25 Motorradhelme getestet. Jet-, Integral- oder Klapphelm: test.de zeigt die besten Modelle.

Cool, aber nicht perfekt

Jethelme sind recht leicht und engen nicht ein. Die offene Schale ohne Kinnschutz sieht cool aus: wie bei amerikanischen Motorradstreifen. Jeder fünfte Zweiradfahrer ist mit Jethelm unterwegs. Kein sicheres Rennen, zeigt der Aufpralltest im Labor. Selbst die besten Jethelme dämpfen etwas schlechter als gute Integral- oder Klapphelme. Kinn und Gesicht sind beim Jethelm nicht ausreichend geschützt. Auffällig: Der beste Jethelm im Test, Nolan N41, ist ebenso schwer wie ein Integralhelm. Gewicht mit Visier: fast anderthalb Kilogramm.

Rundum geschützt

Integral- und Klapphelme sind besser. Sie schützen auch die Kinnpartie. Beim Klapphelm lässt sich die untere Partie komplett nach oben klappen. Wie das Visier eines Ritterhelms. Das gibt Pluspunkte im Komfort. Gut für Brillenträger: Mit Klapphelmen klappt das Aufsetzen besser. Bei Unfällen erleichtert der Klappmechanismus das Öffnen und die Erste-Hilfe. In puncto Sicherheit sind Klapp- und Integralhelme dagegen gleichauf. Nachteil der Klapphelme: Sie sind etwas schwerer und teurer als der klassische Integralhelm.

Aufprall von allen Seiten

Wie gut die Helme schützen, untersucht die Stiftung Warentest im Labor. Im Prüfstand krachen die Helme aus gut drei Metern Höhe auf einen Amboss aus Stahl. Der ist mal flach wie Asphalt, mal kantig wie ein Bordstein. Jeder Helm wird viermal gecrasht: von oben, vorne, hinten und der Seite. Bei Integral- und Klapphelmen kommt ein fünfter Aufprall hinzu: aufs Kinn. Der Test simuliert „normale“ Stürze vom Motorrad. Hier können Helme Leben retten. Wer seine Maschine dagegen auf der Autobahn mit Vollgas gegen einen Brückenpfeiler setzt, hat auch mit Helm praktisch keine Überlebenschance.

Die besten Helme

Den besten Unfallschutz bieten die Integralhelme agv K2 (179 Euro) und Lazer Vertigo (100 Euro) sowie die Klapphelme Schuberth Concept (340 Euro) und Caberg Justissimo (270 Euro). Die Preise gelten jeweils für die günstigste Ausführung. Die meisten Helme sind in verschiedenen Farben und Dekors zu haben. Faustregel: Je ausgefallener, desto teurer. Der beste Jethelm heißt Nolan N 41. Preis: 170 Euro. Billig und immerhin befriedigend ist der Nexo Rider. Preis: nur 50 Euro. Fazit: Gute Helme müssen nicht teuer sein. Und teure Helme sind nicht automatisch gut.

Jede Menge Mittelmaß

Neben der Sicherheit zählt der Komfort. Beide Eigenschaften sind untrennbar miteinander verbunden. Der Helm muss passen, schützen und er darf nicht stören. Vier Männer und eine Frau prüften die Testmodelle im Alltag. Ergebnis: Nur jeder zweite Helm bekommt gute Noten. Viele Modelle sind Mittelmaß. Beispiel: Takai Classic. Bei diesem Jethelm stört das sperrige Visier. Der Klapphelm Nexo Modular ist schlecht belüftet, die Fahrer schwitzen darunter und beim Integralhelm Uvex Flash dröhnen die Ohren: Der Helm entwickelt unangenehme Fahrgeräusche. Gleiches gilt für den Jethelm Suomy Joo. Hier hilft nur ausprobieren und Probe fahren.

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