Motorrad Helm darf beim Unfall brechen

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Motorrad - Helm darf beim Unfall brechen
Gebrochen ist nicht zersplittert. © mauritius images / United Archives

Selbst wenn ein Helm schon bei einem Unfall mit geringer Geschwindig­keit bricht, heißt das nicht auto­matisch, dass er fehler­haft war und der Händler Schmerzens­geld zahlen muss.

Ein Motor­radfahrer fuhr mit Tempo 50 gegen einen Bord­stein, kam von der Straße ab und prallte mit dem Kopf gegen eine Laterne. Dabei verletzte er sich schwer. Er zog vor Gericht: Bei so geringem Tempo hätte ein normaler Helm halten müssen, er müsse also schon beim Kauf einen Vorschaden gehabt haben. Das Gericht entschied anders: Der Helm war Tüv-geprüft und entsprach der ECE-Norm, nach der Helme die Aufprall­energie groß­flächig auf das Schutz­polster darunter verteilen müssen. Sie dürfen brechen, aber es dürfen keine spitzen oder scharfen Kanten entstehen, die Schnitt­verletzungen auslösen können. Diesen Anforderungen hatte der Helm entsprochen. Er war nicht zersplittert, zeigte lediglich Anrisse. Ob er schon beim Kauf schadhaft war, konnte ein Gutachter nicht mehr fest­stellen. Dafür hätte er ihn vor dem Unfall in unbe­schädigtem Zustand unter­suchen müssen (Brandenburgisches Ober­landes­gericht, Az. 1 U 8/13).

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siriustag21 am 05.09.2018 um 08:28 Uhr
schlechtes Urteil

Der Gutachter hätte drei neue Helme des Herstellers und des Modells untersuchen können, um festzustellen, ob systematische Fehler bei der Helmkonstruktion und -Produktion vorlagen. Auf die TÜV-Prüfung hätte ich mich als Richter nicht verlassen. Ein Fehler, der bei einem einzigen Helm entstanden ist, kann man natürlich nicht im Nachhinein feststellen.