Motorrad Bei der Probefahrt gestohlen

16.09.2008

Klaut ein angeblicher Kaufinteressent ein Motorrad bei der Probefahrt, muss der Teilkaskoversicherer unter bestimmten Voraussetzungen zahlen. Das Oberlandesgericht Köln sprach einem be­stohlenen Motorradbesitzer 10 650 Euro ­Entschädigung für seine entwendete Maschine zu (Az. 9 U 188/07).

Der Mann hatte übers Internet einen Interessenten für seine erst ein Jahr alte BMW 1 200 GS gefunden. Als der Kunde zur Probefahrt aufbrach, ließ er sein Motorrad, eine ältere Yamaha, als Sicherheit zurück – und verschwand auf ­Nimmerwiedersehen. Später stellte sich heraus, dass der Dieb die Yamaha für 600 Euro als Bastlerfahrzeug gekauft und nicht umgemeldet hatte. Der Versicherer weigerte sich zunächst zu zahlen. Der Motorradfahrer sei Opfer eines – laut Bedingungen nicht versicherten – Betrugs geworden.

Doch nach Auffassung des Gerichts handelte es sich bei der dreisten Tat um eine „Entwendung“, und diese ist versichert. Dass der Verkäufer sich keinen Personalausweis vom Kaufinteressenten zeigen ließ und keine weiteren Sicherheiten für die Zeit der Probefahrt verlangte, könne ihm nicht als fahrlässiges Handeln angekreidet werden.

16.09.2008
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