Monitore Test

Wer oft auf den Bild­schirm starrt, sollte Augen­flimmern und Kopfweh vorbeugen – mit einem guten Monitor, der richtig steht.

Monitore Test

Augen, die täglich mehrere Stunden mit dem Bild­schirm flirten, haben es nicht leicht. Bis zu 30 000 Mal müssen sie neu scharf­stellen – abwechselnd auf Monitor, Tastatur und Text­vorlage. Die Pupillen passen sich 4 000 bis 17 000 Mal pro Arbeits­tag an verschiedene Licht­verhält­nisse an. Das ermüdet – umso mehr, wenn der Arbeits­platz nicht optimal einge­richtet ist (siehe Interview). Etwa jeder Vierte der Personen, die am Bild­schirm arbeiten, klagt über schwere Lider, Müdig­keit oder Augen­brennen. Solche Beschwerden lassen sich aber vermindern, wenn nicht gar ganz vermeiden. Und das geht so:

Flach­bild­schirme flimmern nicht

Die erste Voraus­setzung ist ein guter Monitor. Wir haben 18 Flach­bild­schirme mit rund 55 bis 61 Zenti­meter Bild­diagonale getestet: Bis auf drei schneiden alle gut ab.

Flach­bild­schirme sind technologiebe­dingt augen­freundlich. Die alten Röhren bauten das Bild zeilen­weise auf – mit Dunkel­phasen dazwischen, die das Auge als Flimmern wahr­nahm. Bei den Flachen leuchten dagegen alle Bild­punkte, die Pixel, gleich­zeitig. Auf ein Bild folgt direkt das nächste – ohne Schwarz­bild, also ohne Flimmern.

Auf große Monitore passt viel Text

Monitore Test

Test­aufbau: Mit einer Kamera messen wir Helligkeit, Farb­verteilung und Kontrast der Monitore aus verschiedenen Blick­winkeln.

Test­aufbau: Mit einer Kamera messen wir Helligkeit, Farb­verteilung und Kontrast der Monitore aus verschiedenen Blick­winkeln.

Flach­bild­schirm ist aber nicht gleich Flach­bild­schirm. Wer zum Beispiel viel am Rechner liest, sollte genügend Platz schaffen für einen großen Monitor. Geräte unter 21 Zoll, also mit einer Bild­diagonale von weniger als 53 Zenti­meter, gibt es ohnehin immer weniger. Die Tendenz geht hin zu größeren Bild­schirmen. Ihr Vorteil: Es passt mehr Text drauf, man muss weniger scrollen – das entlastet die Augen. Beim Auf und Ab dagegen suchen sie jedes Mal die entsprechende Text­stelle neu.

Tipp: Ist die Schrift zu klein, verändern Sie nicht die Bild­schirm­auflösung. Wählen Sie lieber „Große Schrift­arten“ (bei Wind­ows: Systemsteuerung – Anzeige – Darstellung) und vergrößerte Ansichten (Zoom).

Ausgerechnet der Teuerste reflektiert

Ermüdend für die Augen ist es auch, wenn Spiege­lungen auf dem Bild­schirm sie ablenken. Lockten vor einem Jahr noch viele Anbieter mit Glanz­optik, feiern nun die matten Monitore ihr Come­back. Im Vortest vor einem Jahr gab es im Prüf­punkt Reflexionen nur dreimal eine gute Note. Im aktuellen Test schneiden hier fast alle geprüften PC-Monitore gut ab – oder sogar sehr gut. Der einzige spiegelnde und deshalb in diesem Punkt mangelhafte Bild­schirm ist der 465 Euro teure Asus VG236H.

3D ist mit drei Monitoren möglich

Erfreulich augen­freundlich ist eine für 3D-Bilder erforderliche tech­nische Entwick­lung: schnelle Bild­wechsel. Sie ermöglichen bei entsprechender 3D-Software und -Brille nicht nur flimmerfreie dreidimensionale Bilder, sondern sorgen auch dafür, dass schnelle Bewegungen flüssig ohne Ruckeln ablaufen. Das ist besonders für Computer­spieler wichtig. Sie sollten deshalb auf eine hohe Bild­wieder­holrate achten, angegeben in Hertz.

Am normalen Arbeits­platz reichen 60 Bild­wechsel pro Sekunde, also 60 Hertz. Das schaffen alle Monitore im Test, drei sogar 120 Hertz: die guten Acer GD245HQbid und LG W2363D sowie der insgesamt befriedigende, spiegelnde Asus VG236H.

Höhe und Kipp­winkel oft nicht ideal

Monitore Test

Ohne Standfuß: Der Asus MS228H steht durch einen Ring an der Rück­seite. Durch Druck von vorn auf die obere Bild­schirmkante lässt er sich nach hinten neigen.

Ohne Standfuß: Der Asus MS228H steht durch einen Ring an der Rück­seite. Durch Druck von vorn auf die obere Bild­schirmkante lässt er sich nach hinten neigen.

Ein guter Monitor zeichnet sich auch durch seine Einstell­möglich­keiten aus. Hier könnten viele noch besser werden. Nacken- und damit verbundene Kopf­schmerzen hängen oft mit zu hohen Bild­schirmen zusammen. Viele Monitore lassen sich aber nicht in der Höhe verstellen – und wenn, dann nicht tief genug. Auch der Kipp­winkel ist oft klein. Helligkeit und Kontrast sind häufig einfach einzustellen – zunehmend durch berühr­empfindliche Sensor­punkte.

Interne Laut­sprecher enttäuschen

Damit Bild­schirm­arbeit nicht auch noch auf die Ohren geht, muss die Tonqualität stimmen. Doch nur drei Monitore mit einge­bauten Fernseh­empfängern verfügen über Laut­sprecher, die ihren Namen wert sind. Sie geben den Ton ähnlich wieder wie Flach­bild­fernseher vergleich­barer Größe: kläglich. Aus Monitoren ohne Empfänger kommt, wenn über­haupt Boxen vorhanden sind, ein noch gruseligerer Sound: verzerrt mit schwachen Bässen, brummendem und klapperndem Gehäuse. Das sollte die Ohren neben Computersurren und Alltags­geräuschen nicht auch noch belasten.

Tipp: Schließen Sie gute externe Boxen an. Schalten Sie den Ton – wenn möglich – aus, und gönnen Sie ihren Ohren Erholung.

Dieser Artikel ist hilfreich. 589 Nutzer finden das hilfreich.