Mogel­packung Persil Universal-Megaperls Meldung

Schon mehr­mals waren sie Testsieger in den Wasch­mittel­tests der Stiftung Warentest: Persil Universal-Megaperls – zuletzt im Februar 2012. Doch was qualitativ schon mancher Prüfung standhielt, ist auf anderem Gebiet zu kritisieren: Seit 2009 reduzierte Henkel den Inhalt der Packung von 20 auf aktuell 15 Wäschen. Der Preis der Verpackung und deren Aufmachung blieben dabei nahezu unver­ändert. Für die Stiftung Warentest eine klare Mogel­packung.

2009: Reduzierung von 20 auf 18 Wäschen

Auch vor fünf Jahren lagen Persil Universal-Megaperls an der Spitze im Voll­wasch­mittel­test der Stiftung Warentest Test aus April 2009. Damals reichte eine Packung noch für 20 Wäschen. Bereits während der Test­phase kündigte Anbieter Henkel jedoch eine Produkt­änderung an: Die Packungs­größe wurde von 1 350 Gramm auf 1 215 Gramm reduziert. Statt 20 waren nur noch 18 Wäschen möglich. Diese Packungs­größe galt so noch im jüngsten Test, nach­zulesen in test 02/2012.

2012: Der Trick mit den „+ 10 % mehr Inhalt“

Zur Vorbereitung der nächsten Reduzierung arbeitete die Henkel Wasch- und Reinigungs­mittel GmbH in Düssel­dorf mit einem Trick: Sie versah die Verpackung mit einer roten Schleife und dem Hinweis „+ 10 % mehr Inhalt“. Der Kunde sollte glauben, dass „Unser Bestes“ nun mehr Wasch­mittel enthält. Tatsäch­lich aber waren es weiterhin 1 215 Gramm, was für „16 + 2“, also nach wie vor für 18 Wäschen reichte. Der Schritt zu 16 Wäschen war damit jedoch einge­leitet und wurde bald darauf auch umge­setzt.

2014: Packungen für 16 und 15 Wäschen im Regal

Die nächste Stufe von 16 zu 15 Wäschen pro Packung geschah, ohne dass der Stiftung Warentest vorgelagerte Tricks aufgefallen wären. Dies geschah erst nach Umsetzung: Zufäl­lig kaufte eine Mitarbeiterin der Stiftung Ende März 2014 zur selben Zeit im selben Geschäft zum selben Preis zwei Packungen. Unterschied: Eine enthielt 1 080 Gramm für 16 Wäschen, eine 1 012 Gramm für nur noch 15 Wäschen. Die Stiftungs­mit­arbeiterin bemerkte den Unterschied erst zu Hause – und fühlte sich getäuscht.

Preissteigerung von 18 Prozent

Zwischen 2009 und heute sind aus einer Packung Persil Universal-Megaperls somit fünf Wäschen „abhanden gekommen“. Der Inhalt reduzierte sich um 25 Prozent. Der Preis der Packung sank nicht entsprechend. Folge: 2009 ermittelten die Tester einen Preis pro Wäsche von 28 Cent. Heute sind es bei einem Packungs­preis von meist 4,95 Euro 33 Cent. Die Preissteigerung beträgt 18 Prozent.

Leicht zu über­sehen

Den Preis anzu­heben ist natürlich das gute Recht eines jeden Herstel­lers. Doch dass die Füll­menge reduziert wurde, ist für den Kunden leicht zu über­sehen. Denn Größe und Aufmachung der Packung sind nahezu gleich geblieben. Zudem fehlt beim Nach­kauf der direkte Vergleich zur Vorgänger­packung. Und auch der ähnliche Packungs­preis vor und nach der Inhalts­reduktion führt dazu, dass kein Verdacht aufkommt. Da hilft es auch nicht, wenn die Füll­menge, wie vorgeschrieben, korrekt angegeben wird. Gerade bei Marken­produkten wie Persil vertraut der Käufer auf die ihm bekannte und mit dem guten Urteil der Stiftung Warentest beworbene Qualität. Ein kritischer Blick auf die Verpackung bei jedem einzelnen Kauf unterbleibt deshalb in der Regel.

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