Möbelkauf und Reklamation Meldung

Unzufriedene Möbelkäufer scheitern vielfach vor Gericht. Vieles, was wie reklamations­fähiger Mangel aussieht, gilt am Ende doch als waren­typisch. Kunden müssen es dann hinnehmen. Deshalb gilt: Wer Bescheid weiß, kann sich unnötigen Ärger ersparen.

Wo Kunden vor Gericht scheitern

Das Bett quietscht, der Tisch wackelt, der Sesselbe­zug wirft Falten – entspricht das neue Möbel nicht den Erwartungen, können Kunden reklamieren. Oft erweist sich der vermeintliche Mangel aber als typische Produkt­eigenschaft. Der Verbraucherrat des Deutschen Instituts für Normung hat rund 500 Gerichts­gut­achten der vergangenen drei Jahre ausgewertet. Ergebnis: 59 Prozent der Reklamationen werteten die Gutachter als unbe­rechtigt, bei Pols­termöbeln sogar 81 Prozent. Mit vier Arten von Beschwerden zu Sofas und Sesseln scheiterten Käufer vor Gericht besonders oft:

Beschwerde-Flop Nummer 1: Falten im Bezug

Falten gelten bei legerem, nicht straff gespanntem Pols­terbe­zug meist als waren­typisch. Der Faltenwurf verstärkt sich mit der Zeit, weil sich Stoff oder Leder beim Sitzen ausdehnen. Regel­mäßiges Ausstreichen der Sitz­fläche beugt Falten vor.

Beschwerde-Flop Nummer 2: Kuhlen in der Sitz­fläche

Ebenfalls als waren­typisch bei legerer Pols­terung gelten Kuhlen und Mulden, die sich in der Sitz­fläche bilden. Auch die Sitzhärte ändert sich in der Regel mit der Zeit. Bei einem Sofa empfiehlt es sich, die Sitz­position am Anfang öfter zu wechseln und lose Sitz­polster unter­einander zu tauschen.

Beschwerde-Flop Nummer 3: Knötchen im Stoff

Bei manchen Geweben lösen sich während des Gebrauchs Fasern vom Stoff und zwirbeln zusammen. Sie werden als kleine Knötchen sicht­bar, sogenannte Pills. Auch Fremdfasern von Kleidung können Pilling verursachen. Mit Fusselrasierern lassen sich Pills entfernen.

Beschwerde-Flop Nummer 4: Sitz­spiegel

Vor allem bei Velours sind oft sogenannte Sitz­spiegel zu beob­achten – glänzende Stellen auf der Sitz­fläche. Sie entstehen durch Druck und Körperwärme beim Sitzen und gelten als normale Gebrauchs­spuren.

Tipp: Bevor Sie mit einer Reklamation vor Gericht ziehen, lassen Sie die Erfolgs­aussichten abschätzen, etwa von einem Rechts­anwalt. Denn verlieren Sie die Klage, bleiben Sie auf Gerichts- und Gutachter­kosten sitzen. Tipps zu Kauf, Pflege und Reklamation bietet unser Ratgeber „Möbel kaufen“ im Shop auf test.de. Viele hilf­reiche Hinweise finden Sie auchim großen FAQ Kaufrecht.

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