Modernisierungsdarlehen Test

Günstiges Geld für einen Wintergarten und weitere Arbeiten am Haus bietet die KfW-Bank. Manch andere Bank hält sehr gut mit.

Die Kacheln im Bad sind doch nicht so pflegeleicht wie zunächst gehofft. Die Hausfassade könnte einen frischen Anstrich vertragen. Die offene Terrasse ist schön, aber bei schlechtem Wetter wäre ein geschlossener Wintergarten schöner.

Einige Jahre nach dem Kauf oder Bau einer Immobilie wächst bei vielen Besitzern der Wunsch nach Veränderung. Andere Arbeiten lassen sich nicht vermeiden. Die Gelegenheit, für die Modernisierung einen Kredit aufzunehmen, ist günstig. Das zeigt unsere aktuelle Untersuchung.

Wir haben 110 Banken und 24 Bausparkassen nach Angeboten für ein Modernisierungsdarlehen in Höhe von 20 000 Euro gefragt. Das günstigste Angebot für eine Laufzeit von fünf Jahren machen die Hypovereinsbank und Sparda Südwest mit einem Effektivzins von 3,03 Prozent im Jahr.

Der Zinssatz gilt, wenn das Haus schuldenfrei ist und als Sicherheit eine Grundschuld im Grundbuch eingetragen wird. Unter diesen Voraussetzungen schlagen die beiden Banken und auch mehrere andere Institute das Angebot der staatlichen KfW-Bank für Standardmodernisierungen.

Leihen sich Immobilienbesitzer hier zum Beispiel für den Ausbau des Balkons oder die Badrenovierung 20 000 Euro, verlangt die Förderbank 3,66 Prozent Zinsen bei einer Kreditlaufzeit von fünf Jahren.

Bei einer Laufzeit von zehn Jahren kehrt sich die Reihenfolge um. Dann schafft es keine der befragten Banken und Sparkassen, die Konditionen der KfW-Bank zu übertreffen. Diese verlangt dann einen Effektivzins von 3,73 Prozent im Jahr.

Das günstigste Angebot der anderen Banken kommt von der Hypovereinsbank mit einem Zinssatz ab 3,91 Prozent, wenn die Immobilie schuldenfrei ist. Die Bausparkassen, die wir nach einem Bauspar-Kombikredit mit einer Laufzeit von etwa zehn Jahren gefragt haben, liegen erst hinter den günstigsten Banken.

KfW-Vorteil bei besonderen Arbeiten

Noch besser schneiden die Modernisierer mit einem Kredit der KfW ab, wenn die Immobilie durch ihre Arbeiten altersgerechter wird oder der Energieverbrauch sinkt. Bauen sie etwa einen Treppenlift ein, können sie zum Beispiel ein KfW-Darlehen bis 50 000 Euro bei einer Zinsbindung von zehn Jahren und ebenso langer Laufzeit zum Zinssatz von 1,91 Prozent erhalten.

Die Immobilienbesitzer können die günstigen Förderdarlehen allerdings nicht direkt bei der KfW-Bank beantragen, sondern müssen sie über eine andere Bank oder eine Bausparkasse beantragen.

Diese sind nicht verpflichtet, KfW-Angebote zu vermitteln. Von den 55 Banken in unserer Tabelle gaben aber 33 an, dass sie unserem Modellkunden ein KfW-Darlehen vermitteln, selbst wenn er bei ihnen Neukunde ist. Von den 13 Bausparkassen mit passenden Angeboten spielten 7 mit.

Unser Modellkunde wollte 20 000 Euro leihen. Geht es um niedrigere Kreditbeträge, ist es möglich, dass mehr Banken keinen KfW-Kredit durchleiten. Das hat eine Erhebung von Finanztest Ende 2009 gezeigt. Damals teilten mehrere Banken mit, dass sie dafür eine Mindestkreditsumme, zum Beispiel 10 000 oder 20 000 Euro, voraussetzen (siehe Test Sanierungskredit).

Zuerst zur Hausbank

Erster Ansprechpartner für die Suche nach einem Modernisierungsdarlehen sollte die Bank sein, die auch die Finanzierung der Immobilie übernommen hat. Selbst wenn das Haus noch nicht abbezahlt ist, stehen die Chancen gut, dass die Kunden hier ohne allzu viel Aufwand und ohne Zusatzkosten an einen neuen Kredit kommen. Als Sicherheit reicht häufig die Grundschuld aus, die nach dem bisherigen Abzahlen des Darlehens offen geblieben ist. Dabei spielt es in der Regel keine Rolle, ob die Bank einen eigenen Kredit vergibt oder ein KfW-Darlehen vermittelt. Das gilt erst recht, wenn der Immobilienbesitzer zwar seinen Kredit voll abgezahlt hat, die Grundschuld dafür aber noch nicht hat löschen lassen.

Das Haus als Pfand

Macht die bisherige Bank kein gutes Angebot, sollten die Kunden die Chance nutzen, bei einer anderen Bank nachzufragen. Die besten Bedingungen für ihren Modernisierungskredit bekommen Hausbesitzer dort, wenn ihre Immobilie schuldenfrei ist und wenn sie das Darlehen mit einer Grundschuld im Grundbuch absichern lassen.

Das Haus ist als Pfand eine enorme Sicherheit für den Kreditgeber. Der Kunde muss dann mit Notar- und Grundbuchkosten rechnen. Bei einer Grundschuld von 10 000 Euro sind das etwa 150 Euro. Doch die Gebühr haben die Kunden meist schnell wieder heraus, wenn sie bei der neuen Bank entsprechend weniger Zinsen zahlen.

Knapp die Hälfte der Banken im Test macht auch ein Angebot ohne Grundschuld. Der Kunde spart die Kosten für den Grundbucheintrag, zahlt aber meist höhere Zinsen. Doch solch ein Darlehen hat auch Vorteile: Er kann es bereits sechs Monate nach Auszahlung mit dreimonatiger Frist kündigen und vorzeitig zurückzahlen. Mit einem Grundschulddarlehen geht das während der Zinsbindung in der Regel nicht.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1267 Nutzer finden das hilfreich.