Modernisierung Test

Die KfW-Bank hat Bedingungen für Förder­kre­dite verschärft und Konditionen verschlechtert. Trotz­dem: Sie bleibt erste Wahl für Haus­eigen­tümer, die ener­gie­sparend modernisieren oder bauen. Bei Komplett­sanierungen sparen sie mit KfW-Kredit noch immer viele tausend Euro Zinsen. Finanztest nennt Pro­gramme, Bedingungen und Zins­sätze.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test: KfW-Kredite.

Kürzungen fast im Monats­takt

Manchem Haus­eigentümer ist die Lust aufs Modernisieren vielleicht schon vergangen. Die Meldungen über schlechtere Förderbedingungen reißen nicht ab. Bereits seit Juni müssen Eigentümer den Energieverbrauch ihres Gebäudes stärker als zuvor begrenzen, wenn sie mit Fördermitteln der staatlichen KfW bauen oder modernisieren wollen. Zudem hat die Bank die Zinsen erhöht und die Zuschüsse gesenkt.

Modernisierung Test

Das aufwendig restaurierte Foyer der Berliner KfW-Nieder­lassung bekommt kaum ein Kunde der Staats­bank zu sehen. Sie vergibt ihre Förderkredite nicht selbst, sondern lässt sie gegen Provision von Banken und Sparkassen vermitteln. Diese legen fest, welche Sicherheiten der Kunde stellen muss, und schließen den Kredit­vertrag ab.

Am 1. September kam die nächste Kürzung. Geld aus dem Sanierungs­programm gibt es seitdem nur noch für einen aufwendigen Umbau zum „KfW-Effizienz­haus“. Für den Einbau einer neuen Heizung oder andere Einzel­arbeiten bekommen Haus­eigentümer nur noch Kredite aus dem Programm „Wohn­raum modernisieren“. Weil der Bund dafür keine Mittel bereit­stellt, sind die Zins­sätze in diesem Programm nur wenig güns­tiger als die für einen normalen Bank­kredit.

Im kommenden Jahr will die Bundes­regierung die Mittel für die Programme „Energieeffizient sanieren“ und „Energieeffizient bauen“ von 1,35 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 0,94 Milliarden Euro im Jahr 2011 verringern. Ihre ursprüng­lichen Pläne, die Zuschüsse auf nur noch 0,44 Milliarden Euro zu stutzen, sind damit zwar vom Tisch. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt aber immer noch ein deutlicher Rück­gang der Förderung um rund 30 Prozent.

Topzinsen für Komplett­sanierung

Trotz der Kürzungen: Wer seine Immobilie klimafreundlich baut oder umrüstet, kann durch die KfW-Förderung immer noch einige tausend Euro sparen.

Die höchste Förderung gibt es für die Sanierung eines Hauses aus der Zeit vor 1995 zum KfW-Effizienz­haus. Der Eigentümer muss den Energiebedarf so weit senken, dass er den Höchst­wert für einen Neubau um nicht mehr als 15 Prozent über­steigt. Um das zu erreichen, muss der Sanierer an mehreren Stellen ansetzen, etwa Dach und Außenwände dämmen, Fenster austauschen und die Heizung erneuern.

Der Lohn für den Aufwand sind nied­rigere Heiz­kosten, mehr Wohn­komfort und ein besonders güns­tiger Kredit der KfW-Bank. Die Bank finanziert bis zu 75 000 Euro zu einem Zins von 2,30 bis 2,85 Prozent bei zehn Jahren Zins­bindung (Stand: 7. Oktober). Und sie erlässt dem Haus­eigentümer 2,5 bis 12,5 Prozent der Kreditsumme. Je kleiner der Energiebedarf des Gebäudes nach der Sanierung, desto höher ist der Tilgungs­zuschuss.

Beispiel: Der Eigentümer will sein 1980 gebautes Haus auf Neubau­niveau bringen. Er nimmt einen Förderkredit in Höhe von 50 000 Euro für die Sanierung auf. Tilgt er den Kredit inner­halb der zehnjäh­rigen Zins­bindung, muss er dafür nur 2,30 Prozent Zinsen im Jahr zahlen. Sobald die Haus­bank und der beauftragte Architekt den Abschluss der Sanierung bestätigen, zieht die KfW 2 500 Euro von den Schulden ab. Der Effektivzins für das Darlehen sinkt dadurch auf 1,33 Prozent. Im Vergleich zu einem normalen Bank­kredit (Zins­satz 3,5 Prozent) spart der Haus­eigentümer rund 7 200 Euro.

Statt des Darlehens könnte der Eigentümer auch 5 000 Euro Zuschuss direkt bei der KfW beantragen. Die Sanierung müsste er dann aber aus eigenen Mitteln oder über einen Bank­kredit finanzieren.

Alters­gerecht umbauen

Ähnlich günstig sind die KfW-Kredite im Programm „Alters­gerecht umbauen“. Darin unterstützt die KfW viele Ein- und Umbauten, die das Wohnen im Alter erleichtern. Einen Kredit oder einen Zuschuss gibt es beispiels­weise, wenn Bad und WC umge­baut werden sollen oder der Wohnungs­grund­riss verändert werden muss, um mehr Bewegungs­freiheit zu schaffen. Auch Verbesserungen im Wohn­umfeld finanziert die KfW. Der Eigentümer kann mit dem Geld zum Beispiel Zugangs­wege verbreitern, Schwellen beseitigen oder durch Rampen über­brücken.

Instandhaltung und Modernisierung

Am längsten ist die Liste der von der KfW finanzierten Umbauten im Programm „Wohn­raum modernisieren“. Bis zu 100 000 Euro Kredit vergibt die Bank für alle gängigen Instandhaltungs- und Modernisierungs­arbeiten vom Verputzen bis zum neuen Bad oder zum Austausch der Heizung. Für diese Darlehen gibt es aber weder eine staatliche Zins­verbilligung noch einen Zuschuss. Die KfW besorgt sich das Geld für die Kredite wie andere Banken auch ausschließ­lich am Kapitalmarkt. Allerdings kann sich die KfW als Staats­bank am Kapitalmarkt besonders günstig Geld leihen. Und sie verzichtet auf die üblichen Kleinsummen­aufschläge für Immobilien­kredite unter 50 000 Euro. Vor allem deshalb sind auch diese Darlehen meist etwas güns­tiger als die anderer Banken.

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