Modernisierung Test

Wie neu: Nach der Sanierung ist dieses Haus aus den 40er Jahren in Baden-Baden ein Blickfang. Das alte Gebäude verbraucht seither nicht mehr Energie als ein Neubau. Durch die ­Modernisierung sparen die Eigentümer schon jetzt mehr als 1 000 Euro Heizkosten im Jahr.

Modernisierung. Für ein neues Bad oder die ­Runderneuerung des ganzen Hauses ist ein staatlicher Kredit am günstigsten. Wir nennen Banken, die KfW-Förderdarlehen auch an Neukunden vermitteln.

Das Einfamilienhaus in Baden-Baden aus den 40er Jahren war jahrelang vernachlässigt worden. Die alte Stromheizung und die miserable Dämmung trieben die Heizkosten in schwindelnde Höhe. Zur Instandhaltung waren umfassende Arbeiten nötig.

Fast wäre das Haus deshalb der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Doch nach eingehender Beratung durch ein Architektenbüro entschieden sich die neuen Eigentümer für eine Sanierung.

Das Haus bekam eine komplett neue Holz-Vorhangfassade und Fenster mit Wärmeschutzverglasung. Keller und Dach wurden gedämmt, für behagliche Wärme sorgt jetzt eine neue Gasheizung mit moderner Brennwerttechnik.

Es hat sich gelohnt. Das Haus ist nicht nur äußerlich ein Schmuckstück geworden. Durch die Sanierung verbraucht es heute nicht mehr Energie als ein Neubau. Die Heizkosten sind rund 70 Prozent geringer als zuvor.

Natürlich war die Sanierung nicht ganz billig. Doch mit 63 000 Euro hielten sich die Kosten in Grenzen. Und bei der Finanzierung half die staatliche KfW-Bank mit einem günstigen Darlehen aus ihrem Gebäudesanierungsprogramm.

Zinsen sparen mit der KfW

Modernisierung Test

Energiesparend investieren – zinssparend finanzieren. Das ist das Erfolgsrezept für eine gelungene Modernisierung.

Erste Adresse für die Finanzierung ist die KfW-Förderbank. Sie vergibt günstige Darlehen für ein neues Bad oder eine neue Heizung ebenso wie für eine Komplettsanierung.

Topzinssätze ab 1 Prozent wie noch im Februar dieses Jahres gibt es von der KfW zwar heute nicht mehr. Doch ihre Kredite sind trotz der Zinserhöhungen in den vergangenen Monaten noch immer deutlich billiger als vergleichbare Darlehen von Banken und Bausparkassen.

Kostet die Sanierung zum Beispiel 60 000 Euro, kann der Eigentümer mit KfW-Darlehen im Vergleich zu einem Bankkredit mehr als 10 000 Euro Zinsen sparen (siehe „Beispiel Altbausanierung“).

Viele Banken mauern

Mitunter ist es aber gar nicht so einfach, an die Förderkredite zu kommen. Denn die KfW vergibt ihre Darlehen nicht direkt, sondern nur über eine Bank oder Sparkasse, in der Regel die Hausbank des Kunden.

Die Banken bekommen dafür eine Provision von der KfW. Sie sind aber nicht verpflichtet, die Förderkredite zu vermitteln. Viele Banken mauern und versuchen, ihre eigenen, teureren Kredite zu verkaufen.

Die ING Diba beispielsweise vermittelt keine KfW-Kredite aus dem Gebäude­sanierungsprogramm. Hypovereinsbank und Dresdner Bank steigen erst ab einer Kreditsumme von 25 000 Euro ein. Die PSD-Bank Berlin-Brandenburg vergibt nur KfW-Kredite, wenn der Kunde zusätzlich ein hauseigenes Darlehen aufnimmt.

Alternativen zur Hausbank

Hausbesitzer, die bei ihrer Hausbank abblitzen, müssen aber noch lange nicht aufgeben. Unsere Umfrage unter mehr als 140 Banken zeigt: Es gibt eine Reihe von Instituten, die KfW-Kredite auch an neue Kunden und über kleine Beträge vergeben (siehe Tabelle „KfW-Kredite für jedermann“). Meist sind es regionale Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Aber auch große bundesweite Filialbanken wie die Deutsche Bank und die Postbank ge­hören dazu.

Eine Alternative sind in einigen Bundesländern die landeseigenen Förderbanken. So können Hamburger einen Modernisierungskredit der KfW schon ab 5 000 Euro über die Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt beantragen.

Besonderer Pluspunkt: Anders als die meisten Banken verzichtet die Förderbank bei Krediten unter 15 000 Euro darauf, das Darlehen im Grundbuch abzusichern. Das spart zum Beispiel bei einem 10 000-Euro-Kredit rund 150 Euro Grundbuch- und Notargebühren.

Topzinsen für komplette Sanierung

Welche Kreditkonditionen der Eigentümer von der KfW erhält, hängt von den geplanten Modernisierungsmaßnahmen ab.

Umfangreiche Investitionen zur Energieeinsparung fördert die KfW-Bank mit einem zinsgünstigen Darlehen bis zu 50 000 Euro aus dem CO2-Gebäude­sanierungsprogramm. Voraussetzung ist, dass das Gebäude vor 1984 fertiggestellt wurde und der Eigentümer ein ganzes ­Paket an Maßnahmen schnürt.

Eine neue Heizung reicht nicht. Der Eigentümer muss zusätzlich zum Beispiel Dach, Keller und sämtliche Außenwände dämmen (siehe Tabelle „Günstig modernisieren mit der KfW“).

Der Zinssatz im Gebäudesanierungsprogramm ist besonders günstig. Für einen Kredit mit zehn Jahren Zinsbindung und 20 Jahren Laufzeit zahlen die Kunden derzeit einen Effektivzins von 2,88 Prozent. Sinkt der Wärmebedarf des Hauses nach der Sanierung auf Neubauniveau, gibt es außerdem einen 5-prozentigen Tilgungszuschuss.

Standard oder öko?

Wer nur einzelne Sanierungsmaßnahmen plant oder die Bedingungen für das Gebäudesanierungsprogramm aus anderen Gründen nicht erfüllt, kann einen Kredit aus dem KfW-Programm Wohnraum Modernisieren erhalten. In diesem Programm fördert die KfW fast alles, was Zustand und Wohnwert des Gebäudes verbessert oder Energie spart.

Das Programm unterscheidet zwei Arten von Modernisierungen: Standard sind zum Beispiel Reparaturen an Dach oder Fassade, der Einbau eines neuen Bades oder die Verbesserung des Wohnungszuschnitts. Günstigere Zinsen gibt es für Öko-Plus-Modernisierungen. Dazu gehören Maßnahmen zur Wärmedämmung und eine besonders umweltfreundliche ­Erneuerung der Heizanlage.

Kombinieren lohnt sich

Oft können Hauseigentümer mehrere KfW-Kredite kombinieren. Reichen 50 000 Euro aus dem Gebäudesanierungsprogramm nicht, gibt es den Rest aus dem Programm Wohnraum Modernisieren. Die KfW-Mittel decken daher meist alle Modernisierungskosten ab.

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