Mobiltelefon Meldung

Moderne Handys ersetzen den Computer, den Walkman, den Stadtplan oder auch den Bankschalter. Doch den Spaß muss der Nutzer bezahlen.

"Viel zu schön, um damit nur zu telefonieren", wirbt der finnische Handyproduzent Nokia. Telefonieren mit dem Handy ist heutzutage fast zur Nebensache geworden. "Das Nokia 8310 kann WAP-Dienste komfortabel über GPRS abrufen, das integrierte UKW-Radio hat einen erstklassigen Klang und das zweiteilige Xpress-onTM Cover erfüllt auch noch ausgefallene Design-Wünsche." Es gibt immer weniger, was das Handy nicht kann.

Per Handy ins Internet

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Den 1995 eingeführten praktischen und schnellen Kurzmitteilungsdienst SMS nutzen mittlerweile Millionen Deutsche. Fünf Milliarden Textbotschaften ­ von der Verabredung über Glückwünsche bis zu Liebesbriefen ­ haben Handynutzer im vergangenen Jahr mit T-Mobil "gesimst", wie das Schreiben und Verschicken von Kurzmitteilungen von Insidern genannt wird. Die Kosten pro SMS liegen je nach Provider zwischen 20 und 30 Cent.

Handynutzer können bei Internetanbietern Nachrichten, Sportergebnisse oder Aktienkurse abonnieren. War das früher kostenlos, verlangen die Anbieter dafür immer häufiger Geld.

Zum Beispiel Viag Interkom: Der Kunde schickt ein Suchwort an die Rufnummer 3463 (F-I-N-D) und erhält dann per SMS entsprechende Informationen inklusive Adressen und Rufnummern. Unabhängig von der Anzahl der Suchergebnisse muss der Kunde pro Anfrage den Preis für eine SMS-Nachricht bezahlen ­ 0,20 Euro.

Mit WAP können Handynutzer speziell aufbereitete Seiten des Internets abrufen sowie E-Mails lesen und verschicken, kleine Grafiken anhängen, spielen oder Börsenkurs und Wetterbericht verfolgen. Vorausgesetzt, sie haben ein entsprechendes Handymodell. Auf den Internetportalen der Netzbetreiber oder zum Beispiel bei wap.de oder wap.yahoo.de können sich Kunden WAP-Angebote zusammenstellen, die sie nutzen wollen.

T-Mobil bietet unter anderem WAP-Chat, Nachrichten aus Film und TV, Informationen über den aktuellen Standort oder Hotels in der Nähe. Mit T-Motion Plus kosten diese Dienste auf Abo-Basis monatlich 5,09 Euro.

Der mit vielen Vorschusslorbeeren 1999 gestartete WAP-Service etablierte sich jedoch mangels geeigneter Handys, langer Übertragungszeiten und hoher Kosten nicht wie erhofft.

Besser, schneller, billiger?

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Das soll mit der neuen GPRS-Technologie anders werden. Mit ihr können WAP-Dienste schneller abgerufen werden. Erste Endgeräte sind seit kurzem auf dem Markt. Der Nutzer zahlt jetzt nicht mehr für die Zeit, sondern nur für die tatsächlich übertragene Datenmenge. Auf Wunsch können die Kunden dadurch immer online sein.

Bei E-Plus zahlen Privatkunden bis 100 Kilobyte 0,35 Euro je zehn Kilobyte, Geschäftskunden zahlen 0,31 Euro. Ab dem 101. Kilobyte kostet es Privat- und Geschäftskunden 0,10 Euro je zehn Kilobyte.

Viag-Interkom führt als erster deutscher Netzbetreiber GPRS für Prepaid-Kunden ein, also für jene, die eine Guthabenkarte kaufen und abtelefonieren. Dafür gibt es das Motorola Talkabout 192 als Loop-Prepaid-Paket zum Preis von 153,34 Euro, inklusive 50 WAP-Seiten Startguthaben sowie monatlich 10 WAP-Seiten gratis. Die Tarife für das Viag-WAP: eine Seite für 0,05 Euro, danach 0,10 Euro pro zehn Kilobyte, ein Nutzungstag kostet 0,35 Euro.

Spielen und Musik hören

Die neuen Smartphones, eine Mischung aus Mobiltelefon und Minicomputer, zeichnen sich durch MMS-Funktionen aus. Größere Bildschirme und eingebaute MP3-Player für Musik aus dem Internet machen die Mobilfunktelefone zum Entertainment-Gerät. Die Anbieter sehen vor allem in Spielen eine Zukunft.

Fast jedes Handy bietet heute Spiele. Entweder sind sie fest einprogrammiert oder der Kunde lädt sie aus dem Internet herunter. Benötigt werden geeignete Handys wie die neuen Philips-Modelle Xenium 9@9 oder Azalis 288. Je Download berechnet D 2 Vodafone für sein Angebot "Load-A-Game" einmalig 2,53 Euro.

Auch Musikliebhaber kommen nicht zu kurz. Nokia stellte im Oktober 2001 sein erstes Multimedia-Handy (Nokia 5510) vor. Seine Größe erinnert eher an einen Organizer. Das Smartphone speichert eine Stunde MP3-Musik in brauchbarer Qualität und hat ein integriertes Radio ­ Preis ohne Vertrag: 389 Euro. Auch das Trium Mondo und Sagem WA3050 haben einen eingebauten MP3-Player.

Handy als Lotse und Lebensretter

Große Hoffnungen setzen Gerätehersteller und Netzbetreiber auf das Mobiltelefon als Orientierungshilfe. Praktisch für Wanderer, Biker oder Skifahrer sind Handys mit Satellitennavigation (GPS). Das Outdoor-Handy Benefon ESC hält damit ständig Kontakt zu den Navigations-Trabanten im All und kann auf gespeicherten Landkarten stets den aktuellen Standort anzeigen.

Eine ganz andere Orientierungshilfe bietet die Firma PC-Funk GmbH Ortungssysteme aus Teltow in Brandenburg an. Der Adapterstecker für Siemens- und Nokia-Handys ist Alarmanlage und Ortungsgerät in einem. In den 4,5 Zentimeter großen Phonetracker ist ein Mikroprozessor integriert. Er bestimmt den ungefähren Standort von Kindern, die ein eingeschaltetes Handy mit dem Modul bei sich tragen. Falls das Kind den zuvor bestimmten Weg verlässt, versendet das Handy automatisch eine SMS. Das Zusatzgerät kostet 99 Euro.

Genion bietet die "Handy-Finder-Funktion" sogar ohne Zusatzmodul. Der Finder verrät über die Genion-Website nach Anmeldung und Eingabe eines Kennworts die Position eines verlorenen Handys oder den Standort des Kinds, das das Gerät bei sich trägt. Eine erfolgreiche Positionsbestimmung kostet 0,20 Euro.

Das "HerzHandy" von Vitaphone verbindet die Satellitennavigation mit ärztlicher Diagnostik und kann damit Herzpatienten das Leben retten. Der Nutzer kann in jeder Situation ein EKG aufzeichnen und an das Vitaphone-Service-Center verschicken. Falls erforderlich können die Ärzte im Center einen Notarzt direkt zum Patienten schicken. Die Technik dieses Handys stört auch keinen Herzschrittmacher. Das Gerät kostet 769 Euro plus monatlich 51 Euro für das Service-Center und je Minu-te EKG-Datenübertragung 0,51 Euro. Genauso viel kostet die Sprachvermittlung über Notfalltaste.

Bezahlen per Tastendruck

Mit Mobiltelefonen kann man jetzt auch bezahlen, wenn der Händler dafür registriert ist. Das ist sicher und einfach. Der Händler übermittelt den Zahlungswunsch an den Mobile-Payment-Betreiber. Dieser teilt dem Kunden sofort per SMS oder Anruf den zu zahlenden Betrag mit. Hat der Kunde die Zahlung durch Eingabe seiner Pin autorisiert, erhält der Händler ebenso schnell eine Mitteilung. Das Geld wird per Lastschrift eingezogen und dem Händler gutgeschrieben.

Erster auf diesem Gebiet war in Deutschland im Mai 2000 die Paybox.net AG ( www.paybox.de ). Sie konnte Onlineshops, Internetauktionsanbieter, Taxifahrer, Pizzaservices und Paketdienste für ihren Service begeistern.

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