Mobil­funk­tarife im Test Viel Daten­volumen für wenig Geld

29
Mobil­funk­tarife im Test - Viel Daten­volumen für wenig Geld
© Getty Images / Superb Images

Video-Chats, Musik­streaming und Fernsehen per Smartphone brauchen viel Daten­volumen. Güns­tige Tarife spendieren 6 Gigabyte schon für 9 Euro monatlich, 7 Gigabyte für 10 Euro.

Mobil­funk­tarife im Test Testergebnisse für 140 Mobil­funk­tarife 08/2020

Inhalt

Corona hat unsere Kommunikation verändert: In Zeiten des Abstandhaltens sind Video­gespräche angesagt. Menschen, die sich nicht leibhaftig begegnen, möchten sich wenigs­tens sehen: gern in Konferenzen mit mehreren Teilnehmern, auch unterwegs auf dem Smartphone. Voraus­setzung ist ein Mobil­funk­tarif mit genügend Daten­volumen.

Unser Rat

Kunden, die sich für mindestens zwei Jahre Vertrags­zeit bei einem Anbieter entscheiden, erhalten die güns­tigsten Tarife. Eine LTE-Allnet-Flatrate mit 6 Gigabyte Daten­volumen zum Surfen bekommen sie für 8,99 Euro im Monat vom Anbieter Dril­lisch (Handy­vertrag.de, PremiumSim,WinSim).

Welche Tarife sind am güns­tigsten?

Die güns­tigsten Prepaid-Tarife mit 5 Gigabyte Daten­volumen kosten 12,95 Euro für 28 Tage.

Unsere Experten haben mehr als 200 Tarife verglichen. Wir zeigen die güns­tigsten Flatrates für Telefonate und SMS in alle deutschen Netze und einem monatlichen Daten­volumen von mindestens 5 Gigabyte. Die kleinsten Preise entdeckten wir bei Handy­vertrag.de, PremiumSim, WinSim, Blau, GMX/Web.de, Klarmobil.de, MediaMarkt/Saturn und Smartmobil.de. Für maximal 10 Euro monatlich lassen sich 5 bis 7 Gigabyte versurfen.

Die güns­tigsten Angebote bekommen Kunden, die sich vertraglich lange binden: 24 Monate. Für 8,99 Euro im Monat bieten die Dril­lisch-Marken Handy­vertrag.de, PremiumSim und WinSim derzeit 6 Gigabyte. Der Vertrag verlängert sich nach zwei Jahren jeweils um ein weiteres Jahr, wenn der Kunde nicht drei Monate vorher kündigt.

Wer bietet außerdem eine kurze Lauf­zeit?

Einige Unternehmen haben kürzere Lauf­zeiten im Programm – gegen Aufpreis. Bei Handy­vertrag.de etwa läuft der Tarif LTE All 5+1 GB alternativ nur 1 Monat statt 24. Das kostet einmalig knapp 10 Euro.

Für Prepaid-Tarife ist eine kurze Bindung sogar Programm. Die Tarife werden vorab bezahlt, sind aber etwas teurer: 5 Gigabyte Daten­volumen kosten in den güns­tigsten Prepaid-Tarifen rund 13 Euro für 28 Tage. Das entspricht etwa 14 Euro Monats­preis – rund 5 Euro mehr als im güns­tigsten Vertrag mit langer Bindung.

Warum gelten Prepaid-Tarife nur für 28 Tage?

Sie werden nicht nach Kalendermonaten abge­rechnet, sondern im Vier-Wochen-Rhythmus – taggenau nach Einstieg des Kunden. Wer den Prepaid-Tarif am 7. August kauft und frei­schalten lässt, telefoniert und surft für 28 Tage, also bis zum 3. September. Dann wird die Rate für die nächsten 28 Tage fällig.

Zahlen Kunden dadurch nicht etwas mehr?

Ja, durch diesen Rhythmus ist es für sie etwas teurer: Statt zwölf Monats­raten entstehen bei Prepaid-Tarifen rund 13 Raten im Jahr (365/28 Tage = 13). Die Anbieter holen so etwas mehr Geld herein als beim Vertrags­tarif.

Mobil­funk­tarife im Test Testergebnisse für 140 Mobil­funk­tarife 08/2020

Welche Vorteile haben Nutzer von Prepaid?

Vorteilhaft ist die kurze Kündigungs­frist von maximal einem Monat. Prepaid-Tarife lassen sich schneller ändern und beenden. Außerdem schützen sie besser vor Horrorrechnungen. Ist das einge­zahlte Guthaben aufgebraucht, endet die Verbindung auto­matisch – aber nur, wenn der Kunde dem Anbieter nicht das Recht einräumt, Guthaben ohne Rück­frage nach­zuladen. Hat er sich für eine auto­matische Aufbuchung von Guthaben entschieden, damit Verbindungen nicht plötzlich abreißen, schützt der Prepaid-Tarif weniger gut.

Surfen Vertrags­kunden mit mehr Tempo?

Mobil­funk­tarife im Test - Viel Daten­volumen für wenig Geld
© Westend61 / Larissa Veronesi

Ja. Wer einen Lauf­zeit­vertrag abschließt, bekommt oft Geschwindig­keiten von 50 Megabit pro Sekunde. Mit Prepaid-Tarifen ist diese Geschwindig­keit die Ausnahme, üblich sind derzeit 21,6 Megabit je Sekunde. Nur die Netz­betreiber bieten ihren Prepaid-Kunden mindestens 225 Megabit je Sekunde.

Einen weiteren Vorteil hat die Vertrags­bindung bei Telekom und Vodafone: Die Optionen StreamOn (Telekom) oder Pass (Vodafone) erlauben unbe­grenztes Streaming, wahl­weise etwa für Musik oder Video, Chatten oder Social Media wie Facebook. Das Daten­volumen des Tarifs lässt sich dann zum Beispiel fürs Surfen nutzen.

Im Telekom-Tarif MagentaMobil S sind nur die Optionen StreamOn Music und Gaming wähl­bar – und gratis, bei Vodafone Red S eine Pass-Option, etwa für Musik oder Social Media. Wer auch noch Videos unlimitiert streamen möchte, muss das bei Vodafone für 10 Euro monatlich zubuchen.

Reichen 5 bis 10 Gigabyte Volumen?

Für die meisten Vielsurfer dürften die Tarife mit 5 bis 10 Gigabyte Daten­volumen ausreichen. Selbst für Video-Chats, Instagram-Stories und Onlinespiele bieten sie viel Spielraum. Die Beispiele auf diesen Seiten zeigen, was sich mit dem Volumen machen lässt. Sie sind Richt­werte. Für Videos hängen sie auch von der Auflösung ab.

Wer mit dem Daten­volumen haushaltet und die mobile Über­tragung, wann immer es geht, durch eine WLan-Verbindung ersetzt, wird das Volumen von 5 bis 10 Gigabyte kaum sprengen. Unbe­grenztes mobiles Surfen ohne jedes Daten­limit kostet 50 bis 100 Euro im Monat.

Tipp: Achten Sie darauf, Ihr Daten­volumen aufzubrauchen, oder stellen Sie es für Ihre Familie zur Verfügung. Das funk­tioniert, indem Sie Ihr Smartphone via Tethering als mobilen Hotspot zur Verfügung stellen.

Und welche Geschwindig­keit empfiehlt sich?

Für Alltags­anwendungen wie Surfen im Internet und Musik­streamen reichen 50 Megabit pro Sekunde mehr als genug. Die Telekom und Vodafone bieten maximal 300 und 500 Megabit. Wer TV-Streaming nutzt oder Onlinespiele zockt, braucht Speed. In einigen Regionen können Telekom- und Vodafone-Kunden in den LTE-Tarifen bereits das 5G-Netz nutzen – da, wo es verfügbar ist. Voraus­gesetzt, sie haben ein 5G-Handy. 

Noch mehr Tarife. Unter Handytarife, Festnetztarife und DSL-Tarife finden Sie weitere Angebote.

29

Mehr zum Thema

  • Handy mit oder ohne Vertrag Was güns­tiger ist – Paket oder Einzel­lösung

    - Auf der Suche nach einem neuen Smartphone haben Kunden die Wahl: Das Handy im Handel kaufen, sofort bezahlen und falls nötig – anderswo – einen Tarif buchen. Oder: Beim...

  • Mobil­funk auf dem Schiff Handy­kosten von 6000 Euro in 15 Stunden?

    - Zwei Leser sollten mehr als 6 000 Euro zahlen. Sie hatten ihr Smartphone während der Über­fahrt auf einer Fähre benutzt – aber keine Information erhalten, dass sich ihr...

  • Telefonieren per VoLTE Neue Funk­tion für Prepaid-Kunden

    - In den nächsten Monaten wollen Telekom und Vodafone auch ihren Prepaid-Kunden ermöglichen, über LTE-Netze zu telefonieren. Bisher war das nur Post­paid-Kunden, also...

29 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

andlem am 12.01.2021 um 19:59 Uhr
Vodafone Callya Start irreführend

Vodafone bewirbt diesen neuen, sehr günstigen Tarif mit "Telefon und SMS-Flat ins Vodafone-Netz". Dieses ist irreführend, denn Gespräche ins Vodafone-Festnetz sind nicht von der Flatrate abgedeckt. Lediglich Gespräche ins Mobilfunknetz. Es müsste korrekt heißen "Telefon und SMS-Flat ins Vodafone-Mobilfunknetz".

quagga am 21.09.2020 um 17:23 Uhr
Unglaublich und beim Test vergessen?

Was im Test der Drillisch-Produkte leider unberücksichtigt blieb?: Die scheinbare Umgehung der gesetzlichen Deckelung der Portierungsgebühr durch die Bezeichnung "Markenwechsel" ist unglaublich (19,99 statt 6,80 Euro)!!

btraber am 17.09.2020 um 21:38 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 10.08.2020 um 09:46 Uhr
Test von Mobilfunknetzen

@mamalo: Den bislang letzten vergleichenden Test von Mobilfunknetzen brachten wir 2017:
www.test.de/Mobilfunknetze-im-Test-Welches-ist-das-beste-im-Land-5183461-0/
(Bu)

gv am 09.08.2020 um 10:22 Uhr
Vodafone Red: Kein Angebot für zus. Volumen

Wieso bei Vodafone Red S kein Angebot? Erstens gibt es, wie in der Liste steht, SpeedGo. Und vor allem aber auch SpeedFlex Optionen bis zum Ende des Abrechnungszeitraumes und DataPush für 24h unbegrenztes Volumen. Das geht bei meinem XS Vertrag, also auch ziemlich sicher beim S...