Mobilfunkrechnung Meldung

Erst im August 2000 erhielt Finanztest-Leser Olaf Daiß eine Rechnung für Kurzmitteilungen (SMS), die er teils zehn Monate früher per Handy verschickt hatte. Er beanstandete die Rechnung der D-Plus Telecommunication GmbH. Denn nach so langer Zeit konnte er die Rechnung nicht mehr überprüfen. Durch zwei Urteile der Amtsgerichte Kamen und Lünen von April und Mai 2000 fühlte er sich bestärkt. Sie hatten unabhängig voneinander geurteilt, dass D-Plus ihre Leistungen zeitnah abrechnen muss, ansonsten verfalle der Anspruch auf Zahlung. Zwischen Leistung und Abrechnung dürfen nicht mehr als zwei Monate vergehen.

Doch D-Plus kontert: "Gemäß § 8 der Telekommunikations-Kundenschutz-Verordnung (TKV) können wir Ansprüche aus dem Mobilfunkvertrag bis zu zwei Jahre geltend machen." Hier irrt die Telefongesellschaft. "Die Firma sichert in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine monatliche Abrechnung zu", sagt Rechtsanwalt Günther Wegmann. "In einem Massengeschäft muss der Verbraucher die Möglichkeit haben, seine Rechnung zu überprüfen." Die TKV habe damit nichts zu tun und der § 8 beziehe sich nur auf die monatliche Grundgebühr.

Olaf Daiß legt Widerspruch ein. Nach etwa zehn Tagen meldet sich D-Plus. Die Nachberechnung sei zwar berechtigt, aber "aufgrund der bisherigen guten Zusammenarbeit und aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht haben wir uns entschlossen, Ihnen den Betrag gutzuschreiben." Ende gut, alles gut? Die letzte Rechnung enthielt wieder SMS, die Herr Daiß vor mehr als zwei Monaten verschickt hatte. Gut, dass er sein Widerspruchsschreiben gespeichert hat.

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