Mobilfunkanbieter und Schufa Meldung

Gibt es Unstimmigkeiten rund um eine Rechnung, droht Mobilfunkfirma Vodafone ihren Kunden offenbar standardgemäß mit einem Eintrag bei der Schufa – auch wenn schon bezahlt wurde oder der Kunde die Forderung bestritten hat. Die Verbraucherzentrale Hamburg fordert, dass Vodafone diese Praxis ändert. Bislang ohne Erfolg.

Druck mit drohendem Schufa-Eintrag

Einen negativen Schufa-Eintrag will niemand. Denn dann schätzt die „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ die Zahlungsfähigkeit des in der Schufa-Datenbank gespeicherten Kunden schlechter ein – und der sogenannte Schufa-Score geht in den Keller. Mit einer schlechten Kennzahl bekommen Kunden dann nur noch Kredite zu höheren Zinsen oder gar keinen Kredit mehr. Oder sie müssen Versandhaus-Bestellungen möglicherweise sofort bezahlen, auch wenn es vorher auch auf Rechnung ging. Diese Angst der Kunden macht sich Vodafone offenbar zunutze und verschickt an Kunden Mahnungen mit dem Hinweis: „Die Vodafone D2 GmbH ist verpflichtet, die offene Forderung der Schufa mitzuteilen (...). Ein Schufa-Eintrag kann Sie bei Ihren finanziellen Angelegenheiten erheblich behindern.“

Nicht alles darf der Schufa gemeldet werden

Der Haken dabei: Vodafone darf Kunden nur bei der Schufa melden, wenn diese einer bestehenden Forderung nicht widersprochen haben. Der Verbraucherzentrale Hamburg liegen allerdings Fälle vor, in denen die Forderung nicht nur bestritten, sondern schon längst bezahlt war. „Wenn Forderungen gar nicht bestehen oder bestritten werden, darf keine Schufa-Meldung erfolgen“, sagt Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Klage der Verbraucherschützer abgewiesen

Dementsprechend sollte in solchen Fällen auch nicht mit einem Schufa-Eintrag gedroht werden. Die Verbraucherzentrale Hamburg hält die Praxis von Vodafone deshalb für rechtswidrig und ist vor dem Landgericht Düsseldorf dagegen vorgegangen. Bislang allerdings ohne Erfolg. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat aber angekündigt, weiter gegen standardmäßige Schufa-Hinweise vorzugehen. Aus Sicht von Edda Castelló darf nur dann ein neutraler Hinweis auf einen Schufa-Eintrag im Mahnschreiben stehen, wenn die Voraussetzungen im Einzelfall gegeben sind.

Tipp: Lassen Sie sich nicht von Drohungen einschüchtern, wenn Sie mit einer Rechnung nicht einverstanden sind. Wenn Sie eine Forderung oder die Höhe der Forderung bestreiten, darf kein Schufa-Eintrag erfolgen. Haben Sie als Vodafone-Kunde ähnliche Schreiben erhalten, können Sie sich bei der Verbraucherzentrale melden. Unter www.vzhh.de finden Sie eine Mustererklärung zum herunterladen und ausfüllen. Schicken Sie sie per E-Mail an telekommunikation@vzhh.de, per Fax an (040) 24832–290 oder als Brief an die Verbraucherzentrale Hamburg, Kirchenallee 22, 20 0 99 Hamburg.

Vodafone will nichts ändern

Vodafone kann die Klage der Verbraucherzentrale Hamburg nicht nachvollziehen. Das Unternehmen steht auf dem Standpunkt, dass das bloße Nennen von möglichen Folgen eines Schufa-Eintrags keine aggressive Geschäftspraktik sei.

Tipp: Finanztest hat herausgefunden, dass auch zahlreiche Banken den Score von Kreditkunden verschlechtern, weil sie falsche Daten melden. Zuletzt machte die Schufa zudem Schlagzeilen, weil sie herausfinden wollte, wie sie die Daten von Bürgern in sozialen Netzwerken wie Facebook nutzen kann, um deren Kreditwürdigkeit einzuschätzen.

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