Mobilfunk im Ausland Meldung

Zum 1. Juli werden Handytelefonate und Kurz­nachrichten für EU-Urlauber deutlich billiger. Grund: die von der Europäischen Union neu festgesetzten Preisobergrenzen. Der mobile Zugang zum Web bleibt weitestgehend unreguliert und teuer.

Handygespräche und SMS billiger

51,2 Cent pro Minute, teurer darf ein Handytelefonat aus dem EU-Ausland ab dem 1. Juli nicht sein. Für eingehende Gespräche dürfen Netzbetreiber pro Minute maximal 22,6 Cent berechnen, eine SMS darf höchstens 13,1 Cent kosten. Momentan zahlen EU-Urlauber zwischen 19 und 59 Cent pro SMS. Wer zum Beispiel eine Woche lang täglich drei Textnachrichten an Daheimgebliebene verschickt, zahlt dafür ab Juli 2,75 Euro. Bei 59 cent pro SMS wären es 12,39 Euro gewesen. Ebenfalls neu: Die Mobilfunkanbieter müssen abgehende Gespräche nach der ersten halben Minute im Sekundentakt abrechnen, eingehende Telefonate sogar von Beginn an.

Preise für mobiles Web weiterhin unreguliert

Eine weitere Änderung nahm die Europäische Union bei den so genannten Daten-Roamingdiensten vor. Sie machen Internetsurfen per Handy oder Notebook auch im Ausland möglich. Dabei begrenzte die EU jedoch nicht die Preise für Mobilfunknutzer, sondern die Gebühren, die heimische Mobilfunkanbieter an ausländische Netzbetreiber zahlen müssen. Diese liegen ab Juli bei einem Euro (ohne Mehrwertsteuer) pro Megabyte übertragener Daten. Was dem Kunden das mobile Surfen im Ausland letztlich kostet, bleibt demnach weiterhin stark abhängig vom jeweiligen Mobilfunkanbieter und Tarif.

Teures Surfen

Die Preise für den mobilen Netzzugang via Handy oder Notebook schwanken im Ausland erheblich, selbst innerhalb der Europäischen Union: Von 1,90 Euro bis 19,80 zahlt der Kunde im EU-Ausland pro Megabyte übertragener Daten. Außerhalb der EU zahlen Urlauber dafür sogar bis zu 33,80 Euro. Das Verschicken von Urlaubsfotos kann also sehr schnell zur Kostenfalle werden. Vor allem, da Digitalbilder je nach Auflösung und Kameratyp mehrere Megabyte groß sein können.
Tipp: Für einen Urlaubsgruß an die Daheimgebliebenen müssen Sie keine hoch aufgelösten Bilder versenden. Wenn Sie die Möglichkeit haben, rechnen Sie die Bilder zunächst runter. Wenn nicht, nehmen Sie sie besser direkt mit dem Handy auf als mit Ihrer Digitalkamera.

Unterschiedliche Taktung

Nicht nur die Preise pro Megabyte variieren, sondern auch die Abrechnungsmodelle: Viele Anbieter rechnen in 100-Kilobyte-Paketen ab, andere zählen 50 Kilobyte große Datenpakete. Nur die wenigsten takten in fairen 10-Kilobyte-Schritten. Das führt zu unterschiedlichen Preisen, vor allem bei der Übertragung von kleinen Datenmengen, wie zum Beispiel E-Mails. Diese sind oftmals nur wenige Kilobyte groß. Das Verschicken einer E-Mail aus dem EU-Ausland kostet demnach bei einer 10-Kilobyte-Taktung im Schnitt 8 Cent. Dieselbe E-Mail kostet bei einer 100-Kilobyte-Taktung je nach Anbieter und Tarif zwischen 19 Cent und immerhin 1,19 Euro.

Vorsicht außerhalb der EU

Egal ob Handygespräche, SMS oder mobiles Internetsurfen, in Ländern außerhalb der Europäischen Union ist Vorsicht geboten. Die neuen Preisobergrenzen für Handytelefonate und Textnachrichten gelten nur in EU-Mitgliedstaaten. Außerhalb der EU ist das Telefonieren und Verschicken von Kurznachrichten erheblich teurer. Auch der mobile Internetzugang via Handy oder Notebook kostet in Nicht-EU-Ländern deutlich mehr. Türkeiurlauber müssen zum Beispiel für ein Megabyte bis zu 25,80 Euro an ihre Mobilfunkanbieter zahlen.

Tabelle: Preise für mobiles Surfen
Test aus test 07/2009: Handytarife Ausland

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