E-Plus, T-Mobile und Vodafone speichern die Daten ihrer Kunden deutlich länger und in größerem Umfang als bisher bekannt und das offen­bar verbotener­weise. Das berichtet die Berliner Zeitung. Das Bundes­verfassungs­gericht hatte 2010 die umfang­reiche Vorrats­daten­speicherung von Mobil­funk­kunden untersagt. Nur O2 löscht die Daten bereits nach sieben Tagen.

Bis zu sechs Monaten im Speicher

Die Netz­betreiber T-Mobile, Vodafone und E-Plus speicherten laut Berliner Zeitung vom Mitt­woch mindestens einen, maximal sechs Monate lang Kunden­daten. Die Unternehmen können sehen, wann die Kunden aus welcher Funk­zelle wie lange mit wem telefoniert haben. Das geht aus einer vertraulichen Aufstellung der General­staats­anwalt­schaft München hervor. Danach seien die sogenannten Verkehrs­daten bei mehreren großen Anbietern für 90 Tage voll­ständig verfügbar. Nur das Mobil­funk­unternehmen O2 lösche den Groß­teil der Daten bereits nach sieben Tagen.

Aufzeichnung von Stand­ort ist nicht erlaubt

Das Bundes­verfassungs­gericht hatte im vergangenen Jahr entschieden, dass die Unternehmen nur jene Daten erfassen und speichern dürfen, die für Abrechnungs­zwecke dringend benötigt werden. Alle anderen Daten müssten unver­züglich gelöscht werden, test.de berichtete. Nach Ansicht von Daten­schützern ist es deshalb unzu­lässig, den Stand­ort eines Gesprächs­part­ners oder die Daten über ankommende Gespräche zu speichern, weil sie bei Inlands­telefonaten nicht berechnet würden. Aus der Kombination dieser Handy-Daten lassen sich leicht Bewegungs­profile der Nutzer erstellen. Der Arbeits­kreis (AK) Vorrats­daten­speicherung, ein Bündnis von Daten­schützern, hält die Praxis der Telefonanbieter für illegal.

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