Mobil­funk Test

Mit der Turbo­Funk­technik LTE lassen sich Selbst­porträts noch flotter verschi­cken.

LTE ist die aktuelle Turbo-Funk­technik zur Über­tragung von digitalen Daten. Passende Verträge für Vielnutzer sind ab 20 Euro pro Monat zu haben.

Internet­seiten noch flotter aufrufen, Fotos, Filme und andere Daten mobil vom Smartphone noch schneller als bisher versenden – das ermöglicht die aktuelle Turbo-Funk­technik LTE. Die Buch­staben stehen für Long Term Evolution, deutsch lang­fristige Entwick­lung. Die Anbieter dieser Tarife preisen Über­tragungs­geschwindig­keiten an, die oft viel schneller sind als die eines kabel­gebundenen Stan­dard-DSL-Anschlusses.

Kürzere Reaktions­zeiten beim Surfen

Smartphone-Nutzer profitieren bei der neuen Technik vor allem davon, dass die Reaktions­zeiten beim Surfen im Internet deutlich kürzer sind als in den älteren UMTS- und vor allem GSM-Netzen (Drei Mobilfunktechniken im Vergleich). Webseiten laden beim Surfen merk­lich schneller, weil die LTE-Netze schneller auf die Anfragen vom Handy reagieren.

Smartphone muss LTE-fähig sein

Wer die Technik nutzen will, braucht dreierlei: ein LTE-fähiges Smartphone, einen entsprechenden Vertrag und ein Netz, in dem die Technik verfügbar ist.

LTE-fähige Smartphones sind seit einigen Jahren auf dem Markt. Bei den meisten neueren Handys der Mittel­klasse zwischen 200 und 400 Euro gehört die LTE-Fähig­keit zum Stan­dard. Wer dagegen ein Billigs­martphone hat, kann meist nicht von der Turbo­technik profitieren, ebenso wenig mit einem älteren Smartphone wie dem iPhone 4 oder dem Samsung Galaxy SIII Mini. Einen Über­blick über LTE-fähige Handys bietet unsere Daten­bank im Produktfinder Handy und Smartphone.

Begrenztes Highspeed-Daten­volumen

Beim Vergleich der Verträge fällt auf: Der Preis hängt von der Größe des Daten­volumens ab, das monatlich in Höchst­geschwindig­keit verbraucht werden kann, und teils auch von der maximalen Daten­über­tragungs­geschwindig­keit Tabelle: Allnet-LTE-Tarife für Vielnutzer. Eines ist bei den meisten Anbietern gleich: Nach dem Verbrauch des vertraglich vereinbarten Highspeed-Daten­volumens wird die Über­tragungs­geschwindig­keit auf Schne­ckentempo gedrosselt. Bei manchen Angeboten erweitert sich auto­matisch und kosten­pflichtig das Highspeed-Verbrauchs-Volumen, wenn es über­schritten ist.

Vertrags­lauf­zeit meist 24 Monate

Neben den großen Netz­betreibern bieten mitt­lerweile auch zahlreiche Mobil­funk-Discounter LTE-Tarife an. Mit einem Tarif aus der Tabelle bekommt man ein mit Höchst­geschwindig­keit nutz­bares Daten­volumen von mindestens zwei Gigabyte, kann unbe­grenzt in sämtliche inländische Telefonnetze telefonieren und hat eine SMS-Flatrate. Die güns­tigsten LTE-Tarife mit einem solchen Leistungs­umfang sind ab rund 20 Euro zu haben.

In der Regel haben die Verträge eine Mindest­lauf­zeit von 24 Monaten; monatlich künd­bare Tarife sind die Ausnahme.

LTE noch nicht über­all verfügbar

Die großen Netz­betreiber Telekom, Vodafone, O2 und E-Plus sind dabei, ihr Mobil­funk­netz zügig mit der neuen Technik auszubauen. Dabei sind sie unterschiedlich weit. Im vergangenen Jahr stellten wir fest, dass die Telekom am weitesten war, gefolgt von Vodafone (Test Mobilfunknetze, test 6/2014). Dahinter folgte O2 mit deutlichem Abstand.

E-Plus hat erst im Laufe des Jahres 2014 ange­fangen, LTE-Funk­zellen frei­zuschalten. E-Plus ist seit der Fusion im Herbst 2014 eine 100-prozentige Tochter von O2 Teléfonica. Die Zusammenlegung der beiden Netze dürfte aber noch etwas dauern.

Ist kein LTE verfügbar, greift das Handy auf die nächst­beste nutz­bare Technik zu.

Maximal­werte eher theoretisch

Die von den Anbietern angepriesenen Über­tragungs­geschwindig­keiten, auch Daten­raten genannt, sind mit Vorsicht zu genießen. Es handelt sich um eher theoretische Maximal­werte. Denn in der Praxis teilt sich ein Mobil­funk­nutzer die Band­breite eines Sendemastes mit allen anderen, die zur selben Zeit in derselben Funk­zelle einge­bucht sind. Je mehr das sind, umso lang­samer ist das Tempo bei jedem einzelnen Nutzer.

Auch in geschlossenen Räumen wird oft nur ein Bruch­teil der angepriesenen Höchst­geschwindig­keit erreicht.

Extrem hohe Daten­raten möglich

Extrem hohe Daten­raten sind für diejenigen interes­sant, die große Dateien herunter­laden möchten. Ganze Filme dürften es bei den wenigsten Smartphone-Fans sein. Dafür sind die Daten­mengen zu groß. Beispiel: Einen Kino­film in HD-Qualität herunter­zuladen, kann vier Gigabyte Daten­volumen verschlingen – damit wäre das monatliche Highspeed-Daten­volumen bei vielen Tarifen über­schritten. Für intensive, mobile Notebook- und Tabletnutzer gibt es spezielle LTE-Daten­tarife, mit denen sie aber nicht telefonieren können.

Mobil­funk Test

Mit LTE schneller abruf­bar: Video­clip einer Papst­predigt im philippi­nischen Manila im Januar 2015.

Im Urlaub nicht immer nutz­bar

Bei LTE handelt es sich zwar um einen welt­weit definierten Mobil­funk­stan­dard. Allerdings werden in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche Frequenzen für LTE genutzt. Die Frequenzbänder in Deutsch­land liegen bei 800, 1 800 und 2 600 Megahertz.

In der Praxis heißt das: Urlauber können mit ihrem Handy im Ausland diesen Turbo­funk möglicher­weise nicht nutzen. Ebenso kann es umge­kehrt passieren, dass mit einem im Ausland gekauften Smartphone LTE in Deutsch­land nicht genutzt werden kann.

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