Mobil­funk Firmen müssen Bedingungen verbessern

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Mobil­funk­firmen dürfen nichts dafür verlangen, wenn ihre Kunden Rest­guthaben aus Prepaid-Verträgen ausgezahlt bekommen möchten. Sie dürfen auch nicht zu hohe Gebühren für Rück­last­schriften und Mahnungen verlangen. Doch viele Firmen halten sich nicht an diese Regeln. Verbraucherschützer sind jetzt gegen die Vertrags­sünder vorgegangen – 17 Mobil­funk­firmen haben ihre nach­teiligen Vertrags­bedingungen schon geändert.

Kundenfeindliche Klauseln geändert

Mobil­funk­firmen dürfen von Kunden keine Auszahl­gebühren für Prepaid-Rest­guthaben verlangen. Das hatte das Schleswig-Holsteinische Ober­landes­gericht im Fall von klarmobil entschieden, test.de berichtete Auszahlung von Guthaben kostenlos. Die Auszahlung sei gesetzliche Pflicht und dürfe nicht von Gebühren abhängig sein. Mit dieser Entscheidung im Rücken und einem Urteil des Bundes­gerichts­hofs, wonach Netz­betreiber E-Plus nicht verbrauchtes Guthaben nach Vertrags­ende auszahlen muss, sind die Verbraucherzentralen nun gegen rechts­widrige Geschäfts­praktiken von insgesamt 24 Anbietern vorgegangen. 17 Tele­kommunikations­firmen haben darauf­hin nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundes­verbandes Unterlassungs­erklärungen abge­geben. Gegen Bild­mobil, Dril­lisch, mobilcom debitel, simyo und Netz­betreiber O2 haben die Verbraucherzentralen nach eigenen Angaben Klage einge­reicht. Das Unternehmen klarmobil hat beim Bundes­gerichts­hof Beschwerde einge­legt, weil das Schleswig-Holsteinische Ober­landes­gericht in seinem Fall nicht die Revision zum Bundes­gerichts­hof zugelassen hatte.

Viele Firmen wollten unzu­lässige Gebühren

Auch über­höhte Gebühren für Mahnungen und Rück­last­schriften mussten etliche Mobil­funk­unternehmen reduzieren. Allmobil im Vodafone-Netz behielt sich zum Beispiel vertraglich vor, für die erste Mahnung 4,95 Euro und für die zweite 10,90 Euro zu verlangen. Die Klausel musste der Anbieter nun ändern. Bei einigen Firmen sollten Kunden sogar eine Mahn­gebühr zahlen, ohne über­haupt mit ihrer Zahlung im Verzug zu sein. Für die Rück­gabe einer Last­schrift wegen eines unge­deckten Kontos sollten Kunden der Mobil­funk­marke discotel mit bis zu 20,47 Euro büßen und Dril­lisch-Kunden mit bis zu 18,49 Euro. Auch das gibt es nicht mehr. Das Schleswig-Holsteinische Ober­landes­gericht hatte Mahn­gebühren in Höhe von 9,95 Euro sowie Rück­last­schrift­gebühren in Höhe von 19,95 Euro für unzu­lässig erklärt, weil diese den zu erwartenden Schaden weit über­steigen würden.

Tipps für Handy-Kunden

  • Erstattung fordern. Fordern Sie volle Erstattung von Prepaid-Rest­guthaben, wenn Ihnen ein Unternehmen Gebühren abziehen will. Mobil­funk­unternehmen, die eine Unterlassungs­erklärung abge­geben haben oder gegen deren Gebühren die Verbraucherzentralen klagen, finden Sie in dieser Liste.
  • Günstig telefonieren. Wenn Sie sich nach einem güns­tigen Hand­ytarif umsehen wollen, finden Sie für unterschiedliche Nutzer­profile aktuelle Konditionen im Produktfinder Handytarife.
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Skeptikerin am 23.08.2012 um 17:26 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Tabbos am 22.08.2012 um 03:38 Uhr
Mein vollstes Lob!

Ich bin froh, dass es Verbraucherschützer gibt. Denn bekommt man die AGB von Unternehmen heutzutage vordiktiert und wen diese nicht passen, der hat das nachsehen.
So kommen dann auch die aberwitzigen Beträge von ca. 20€ für eine Rücklastschrift zustande, gegen die sich der Kunde im Lichte der drohenden Kosten kaum wehren kann. Die Unternehmen werden bei ihrem vorgehen auch noch immer dreister und daher ist es gut zu wissen, dass die Verbraucherschutzzentralen nötigenfalls einschreiten.
Danke!