Die neuen Handytarife sind billig und einfach. Doch die meisten gibt es nur im Internet zu kaufen.

Wie so oft sagt die Werbung nicht die ganze Wahrheit. „Immer einfach, immer günstig“, ist die Botschaft von debitel-light. Klarmobil lockt mit „kostenlos telefonieren“ und simply schlägt „telefonieren ohne nachzudenken“ vor.

Einfach sind die Neuen wirklich. Für Gespräche gilt immer derselbe Minutenpreis, egal an welchem Wochentag, zu welcher Tageszeit und in welches Netz der Kunde telefoniert. In der Regel muss er keinen Vertrag schließen. Er telefoniert ein vorausbezahltes Guthaben einfach ab.

Günstig sind die Neuen auch. Sie sind mit extrem niedrigen Minutenpreisen in den Markt gegangen: Derzeit liegen sie etwa zwischen 14 und 18 Cent. Untereinander telefonieren die Kunden von klarmobil, easymobile und simply zumindest bis Ende Februar sogar kostenlos. Eine SMS kostet nur um die 12 Cent.

Achtung: Fallen

Vor dem Preiskampf waren für Minutenpreise tagsüber rund 50 Cent üblich, eine SMS kostete etwa 20 Cent. Die Mobilfunkpreise sind innerhalb eines Jahres um gut 9 Prozent gefallen, nachdem sie sich jahrelang kaum bewegt hatten.

Nachdenken sollten die Kunden der Billiganbieter aber trotzdem, denn ein paar Fallen gibt es doch:

  • Internet. Die meisten Starterpakete für die Billigtarife gibt es nur im Internet. Der Kunde wird registriert und bekommt die Sim-Karte fürs Handy per Post.
  • Handy. Wer sich für einen Discounttarif entscheidet, bekommt meist kein subventioniertes Handy. Bei blau.de, klarmobil.de und simply bekommen die Kunden ein Handy zum regulären Preis. Tchibo bietet zwar günstige Handys, aber nur wenige Modelle. Ein neues Handy muss aber gar nicht immer sein (siehe „Neuer Tarif - altes Handy“).
  • Taktung. Die Kunden sollten bei den Billigtarifen auf die Taktung achten. Die erste Gesprächsminute rechnen alle Anbieter vollständig ab. Das verteuert vor allem die kurzen Gespräche, weil jedes Mal ungenutzte Sekunden abgerechnet werden.
  • Rufnummermitnahme. Ihre alte Handynummer können die Kunden selten zum neuen Tarif mitnehmen. Das ist nur möglich bei ­easymobile, klarmobil und simply.
  • Mailbox. Bei blau.de, conrad, debitel-light und simyo ist das Abhören der Mailbox zwar kostenlos. Der Kunde kann sie aber nicht abschalten. Wenn er nicht schnell rangeht, muss sein Anrufer zahlen, ohne jemanden erreicht zu haben.
  • Kundendienst. Die Kunden der Billiganbieter müssen auf Komfort verzichten. Startpaket, Kartenguthaben und Rechnungen bekommen sie oft nur online. Papierrechnungen gibt es nur bei Conrad kostenlos, bei simyo kostet sie 10,22 Euro. Die Hotlines sind sehr teuer, bei klarmobil kostet die Minute stattliche 1,99 Euro.

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