Mobiles Internet I Test

Mit dem Notebook mobil ins Internet: Das klappt gut mit Surfstick oder -karte. Auch viele Handys lassen sich dafür nutzen, sind meist aber etwas langsamer.

Den Notebookdeckel aufklappen und lossurfen, wo immer man gerade geht oder steht: Manch einer braucht das beruflich. Andere finden es einfach nur praktisch. Der Empfang klappt überall, wo ein geeignetes Mobilfunknetz verfügbar ist. Dafür braucht es nur den passenden Mobilfunkvertrag (siehe Test zu Datentarifen aus test 5/2010) und ein Funkmodem, das die Verbindung ins Internet herstellt. In der Regel müssen Notebookbesitzer ein solches Modem nachrüsten. Denn während Adapter für lokale WLan-Funknetzwerke längst zur Standardausstattung gehören, sind Note- und Netbooks mit integriertem Mobilfunkmodem noch die Ausnahme (siehe Text: Netbook mit UMTS von Asus).

Die meisten Funkmodems sind einfache Surfsticks für den USB-Anschluss. Teurer sind Einschubkarten für den Erweiterungsschacht am Notebook. Auch viele Handys der Mittel- und Oberklasse können als externe Funkmodems dienen. Das wird „Tethe­ring“ genannt, vom Englischen „to teth er“ für „anbinden“. Wir haben alle drei Varianten geprüft: vier Surfsticks, eine Einschubkarte und vier Mobiltelefone – je eins mit den Betriebssystemen Android, iPhone OS, Symbian und Windows Mobile.

Gleiche Hardware mit vielen Namen

Oft kaufen Nutzer ihr Funkmodem gleich mit dem Datenvertrag. Meist handelt es sich um Surfsticks des chinesischen Anbieters Huawei, die Mobil­funk­an­bieter mit unterschiedlichen Software-Varianten unter eigenen Produktnamen anbieten. So ist der Huawei-Stick E160, den wir in der Version von E-Plus geprüft haben, unter anderem als „O2 Surfstick“, als „T-Mobile web’n’walk Stick Basic“ oder als „Vodafone WebSessions USB-Stick“ erhältlich. Eine Übersicht von Surfsticks mit baugleicher Hardware gibt es unter www.test.de/surfsticks.

Installation leichtgemacht

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Wie Handys brauchen auch Mobilfunkmodems eine Sim-Karte, um sich ins Funknetz einzubuchen. Das Einlegen der Karte in einen Surfstick ist mitunter etwas fummelig.

Nutzt man Surfsticks zusammen mit dem Datenvertrag, mit dem sie gekauft wurden, ist die Installation nicht allzu schwer. Zuerst wird die Sim-Karte in den Stick eingelegt. Dann kommt der Stick in einen freien USB-Anschluss. Die Verbindungssoftware installiert sich dabei meist automatisch und ist bereits mit den passenden Zugangsdaten des Mobilfunkanbieters vorkonfiguriert. Nach ein paar Mausklicks kann das Surfen losgehen. Bei der Einschubkarte von Option funktioniert das genauso. Nur kommt die Modemkarte nicht an einen USB-Anschluss, sondern in den Expresscard-Einschub. Vorteil: Die Karte steht nicht ab wie ein USB-Stick und kann beim Transport in ihrem Einschub bleiben. Für ältere Notebooks, die keinen Expresscard-Einschub haben, ist ein Adapter für den älteren Cardbus-Steckplatz dabei.

Mit dem Stick in fremden Netzen

Etwas komplizierter wird die Sache für denjenigen, der sein Funkmodem unabhängig vom Mobilfunkvertrag gekauft hat oder ein altes Modem mit einer Sim-Karte eines anderen Netzbetreibers nutzen will. Dann muss er in der Verbindungssoftware von Hand Zugangsdaten eintragen. Die erfragt er am besten beim Mobilfunkanbieter. Beim Huawei E176 gibt es in der von uns geprüften T-Mobile-Version verwirrende Fehlermeldungen, wenn er mit der Karte eines anderen Anbieters betrieben wird.

Beim Stick von Vodafone und der Expresscard von T-Mobile ist eine Nutzung in anderen Netzen überhaupt nicht vorgesehen. Solche „Netlocks“ – englisch für Netzsperre – sind bei Surfsticks und Han­dys besonders mit Prepaidverträgen durchaus üblich. Computerprofis können sie bei Surfsticks meist umgehen, für Normalnutzer ist das häufig zu kompliziert.

Das Handy als Modem

Wer ein entsprechend ausgestattetes Handy und einen Handyvertrag mit geeignetem Datentarif besitzt, kann auch darüber mit dem Notebook surfen. Das spart das zusätzliche Modem und einen eigenen Vertrag fürs mobile Surfen mit dem Notebook.

Diesen Vorteil führt T-Mobile beim Apple iPhone alllerdings ad absurdum. Offiziell ist das iPhone in Deutschland nur mit T-Mobile-Vertrag zu haben. Und bei iPhones von T-Mobile ist die Tethering-Funktion zunächst gesperrt. Wer sein iPhone auch als Modem nutzen will, muss einen zusätzlichen Datenvertrag abschließen. Der kostet je nach Volumen zwischen 5 und 20 Euro im Monat.

Damit hängt T-Mobile die Hürden fürs iPhone als Funkmodem ungewöhnlich hoch. Außerdem muss beim iPhone, beim Android-Handy von HTC und beim Symbian-Handy von Nokia die nötige Verbindungssoftware für den PC von der Website des Handy-Anbieters heruntergeladen werden. Der Rechner braucht also eine funktionierende Internetverbindung, bevor er übers Handy-Modem lossurfen kann. Nur dem Windows-Mobile-Handy von Samsung liegt die notwendige Software auf CD bei. Ist sie einmal installiert, erfolgt die Verbindung zwischen Handy und Rechner entweder per USB-Kabel oder über das Funkprotokoll Bluetooth. Letzteres kommt ohne Kabel aus, arbeitet aber langsamer und ist komplizierter einzurichten.

Am besten surfen mit Expresscard

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Beim Eee PC von Asus versteckt sich der Sim-Steckplatz des Modems hinter dem Akku.

Beim Eee PC von Asus versteckt sich der Sim-Steckplatz des Modems hinter dem Akku.

In der Praxis hängen die Übertragungsgeschwindigkeiten beim mobilen Surfen stark vom Funknetz ab (siehe Text: Das Netz entscheidet). Wir haben die Modems in den am Testort sehr gut ausgebauten Netzen von T-Mobile und Vodafone getestet, um zu prüfen, was die Geräte im Bestfall leisten können. Dabei haben wir Datenraten und Stabilität der Verbindungen sowohl im ortsgebundenen Einsatz als auch auf einer Autofahrt gemessen. Insgesamt schneidet dabei die Expresscard von Option am besten ab. Die höchsten Datenraten über schnelle UMTS-Netze schaffen die Huawei-Sticks E176 und K3765-HV: Sie erreichen bei Down­loads Spitzenwerte um die sechs Megabit pro Sekunde. Dafür schaffte die Expresscard die stabilsten Verbindungen. Am schwächsten schneidet der schon etwas ältere Huawei-Stick E160 ab. Er unterstützt nicht die Upload-Beschleunigungstechnik HSUPA, und auch beim Download-Beschleuniger HSDPA ist er nicht auf dem neuesten Stand. Für das eher schwachbrüstige UMTS-Netz von E-Plus reicht er damit aus, doch das Potenzial schnellerer Netze kann er nicht ausschöpfen.

Handys surfen langsamer

Die Handys schneiden bei der Datenübertragung insgesamt etwas schlechter ab als die reinen Modems. Eine Ausnahme ist das Nokia E52. In schnellen UMTS-Netzen leistet es zwar wie die anderen Handys weniger als die meisten Surfsticks. Aber in langsameren GPRS/Edge-Netzen scheint es sich wohler zu fühlen als alle anderen im Test. Allerdings kam es auch beim Nokia wie bei anderen Handys im Laufe der Prüfungen gelegentlich zu störenden Verbindungsabrissen. Unterbrechungen ganz eigener Art gibt es beim iPhone: Als einziges Handy bietet es keine gleichzeitigen Sprach- und Datenverbindungen. Nimmt der iPhone-Nutzer während des Surfens einen Anruf an, wird die Internetverbindung so lange unterbrochen. Erst nach Ende des Gesprächs steht sie wieder zur Verfügung.

Kontrolle über die Kosten

Wer keinen Flatrate-Tarif hat, muss im Auge behalten, wie viel Daten er beim Surfen bewegt. Dafür haben alle geprüften Surfsticks und die Expresscard einen Datenzähler. Doch in der Regel kennt der nicht die Abrechnungszeiträume des Mobilfunkvertrages. Der Modemnutzer muss ihn rechtzeitig von Hand zurücksetzen, um zu wissen, wie viel er im aktuellen Abrechnungsmo­nat verbraucht hat. Da ist es sinnvoller, sich in seinem Nutzerkonto auf der Website des Mobil­funk­anbieters anzumelden und dort das verbrauchte Datenvolumen zu kontrollieren. Nur die Einwahlsoftware von Vodafone kann diese aktuellen Kontoinformationen direkt abrufen.

Eine andere Kostenfalle ist das Roaming in ausländischen Netzen. Wer im Ausland unterwegs ist, verzichtet am besten auf Datenverbindungen über den deutschen Mobilfunkvertrag. Im Grenzgebiet kann er mit einer Roamingsperre verhindern, dass sich das Modem in ein teures Netz aus dem Nachbarland einbucht. Der Huawei-Stick von Vodafone, die Expresscard, das iPhone und das HTC Hero haben solche Roamingsperren. Bei den übrigen Geräten kann die manuelle Netzwahl helfen: Ist das richtige Netz von Hand ausgewählt, buchen sich Handy oder Modem nicht automatisch in andere, teurere Netze ein, auch wenn die einen besseren Empfang bieten.

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