Mobiles EKG Zu viel verlangt

Viport – Das mobile EKG vom Energy Lab aus Hamburg soll das EKG im Selbstversuch möglich machen. Doch ein Laie kann die angezeigten Farbwerte kaum interpretieren.

Messung liefert „Herzporträt“

Über drei Metallknöpfe an der Rückseite, die in der Herzregion auf die Haut gedrückt werden, misst das Gerät ein Elektrokardiogramm, EKG. Zwei Minuten lang werden die drei Standard-EKG-Ableitungen (I, II und III) aufgezeichnet. So lange muss man stillhalten. Daraus wird ein Cardio-Stress-Index (CSI) errechnet, der auf der Standardabweichung der Herzschläge beruht. Die Messung liefert ein „Herzporträt“aus Herzfrequenz, CSI und Herzrhythmus. Eine Farbtafel ermöglicht, die Zahlenwerte abzuschätzen und suggeriert von grün nach rot-blau einen möglichen Bedrohungsgrad.

Kein vollständiges EKG

Das mobile Viport-Gerät kann aber kein vollständiges EKG aufzeichnen und auch keine lebensbedrohlichen Zustände (Herzinfarkt) erkennen. Der Cardio-Stress-Index beruht auf einer Analyse des Herzrhythmus. Der hat als „Einstieg“ in die Diagnose zwar einen gewissen Aussagewert, ist aber erst nach einer 24-Stunden-Aufzeichnung zuverlässig zu errechnen.

test-Kommentar

Die Informationen im Internet für das Gerät sind überzogen und sogar gefährlich („... Herzinfarkt ... vermeiden“). Es ist nicht sinnvoll für Herzkranke und kein Ersatz für ärztliche Untersuchungen. Die Messergebnisse haben eine geringe Aussagekraft. Eine verlässliche Diagnostik lebensbedrohlicher Herzerkrankungen ist nicht möglich, eine Risikoabschätzung nur im Ansatz – und nur für Sachkundige.

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