Mobiler DVB-T Empfänger von Real Schnelltest

Überall fernsehen: Länderspiel oder Lieblingsserie im Garten, Strandbad oder auf der Autobahn. Die wichtigste Frage muss zunächst jeder selbst entscheiden: „Brauche ich das wirklich?“ Wer diese Frage mit ja beantwortet, wird in dieser Woche bei Real fündig. Dort im Angebot: Ein mobiler DVB-T Empfänger für gerade mal 89,95 Euro. Mit ihm wird das Notebook zum mobilen Fernseher. Der Schnelltest zeigt, was das Gerät kann.

Verwirrende Bedienungsanleitung

Bereits vor dem Fernsehvergnügen warten kleine Tücken bei der Installation der Software auf dem Notebook. So befindet sich beispielsweise die notwendige Seriennummer nicht auf dem Gerät, sondern auf der CD-Hülle. Einen entsprechenden Hinweis gibt das Handbuch erst auf der folgenden Seite. Der entnervte Käufer tippt im Zweifelsfall mehrmals die „S/N-Nummer“ vom Gerät ab und rauft sich die Haare. Ist die Software schließlich erfolgreich installiert, wartet schon die nächste Überraschung: Der Nutzer wird aufgefordert, Windows DirectX 9.0b zu installieren. Ein Hinweis, dass dieses Programm auf der mitgelieferten CD enthalten ist oder kostenlos bei Microsoft zum Download bereitsteht, fehlt leider in der Anleitung.

Gut Ding will Weile haben

Nach diesen ersten Hürden lassen sich Empfänger und Antenne anschließen. Achtung: Das Gerät benötigt einen PC mit USB 2.0 Verbindung, auch wenn auf dem Karton etwas anderes steht. Anschließend werden die verschiedenen Fernsehkanäle programmiert. Am einfachsten ist es, die automatische Grundkonfiguration ablaufen zu lassen. Der Sendersuchlauf dauert mit 15 Minuten im Schnitt recht lange. Schneller geht es, wenn man den Frequenzbereich einengt. Dafür sind aber detaillierte Kenntnisse über die vor Ort verwendeten Frequenzen nötig. Wer dieses Wissen nicht hat, muss sich also in Geduld üben. Ein weiterer Nachteil: Der mobile DVB-T Empfänger findet nicht alle verfügbaren Sender.

Nur für draußen

Die mitgelieferte Antenne mit einer Gesamthöhe von 15 Zentimetern reicht nur bei sehr guten Antennensignalen. Läuft der Empfänger in geschlossenen Räumen, empfiehlt der Hersteller eine Außenantenne. Die Wiedergabe erfolgt in einem Fenster auf dem PC-Bildschirm. Dieses Fenster lässt sich beliebig vergrößern oder verkleinern. Beim Wechsel zwischen den Formaten 4:3 und 16:9 passt sich das Fenster allerdings nicht automatisch an. Folglich wird die Sendung im anderen Format verzerrt angezeigt. In diesem Fall muss das Fenster manuell angepasst werden.

Stockende Bilder

Nur bei optimalem Antennensignal ist die Bildqualität gut. Sobald die Antenne schwächere Signale empfängt, sind die Bilder leicht stockend und halten teilweise sogar an. Die DVB-T Boxen, siehe den Test vom März 2005, waren deutlich leistungsfähiger. Der Ton kommt nur verzögert an. Beim Wechsel des Senders dauert es mehrere Sekunden, bis der Empfänger den neuen Sender findet. Doch der DVB-T Empfänger kann mehr als nur das Fernsehprogramm wiedergeben. Mit ihm lassen sich auch Filme aufnehmen. Er speichert sie auf der Festplatte des Rechners. Schade allerdings: Er bringt keine Warnung, wenn die Festplatte zu voll ist.

Begrenzt leistungsfähig

Beim mobilen Einsatz des DVB-T Empfängers ist neben der Bildqualität auch die Energieversorgung wichtig. Andernfalls gibt das Notebook möglicherweise gerade dann auf, wenn der Film am spannendsten wird. Voll aufgeladene Akkus von Notebooks halten je nach Gerät zwischen zwei und vier Stunden. Fernsehen mit dem mobilen DVB-T Empfänger verkürzt diese Zeit um bis zu 20 Prozent. Das Notebooks frisst allerdings wesentlich mehr Strom, wenn die Festplatte beansprucht wird, zum Beispiel beim Aufnehmen oder zeitversetzten Anschauen von Filmen. In diesen Fällen braucht das Notebooks schon bald wieder neuen Saft.

Nur in DVB-T Zonen

Achtung: So verlockend das mobile Fernsehen auch ist - es ist nur in den DVB-T Zonen möglich. Diese sind derzeit auf Berlin-Potsdam, Kiel, Hamburg-Lübeck, Bremen-Emden, Hannover-Braunschweig, das Ruhrgebiet, Köln-Bonn, Düsseldorf, Mainz-Wiesbaden und Frankfurt am Main beschränkt. Am 30. Mai 2005 kommen München und Nürnberg hinzu. Außerhalb dieser Regionen empfängt der mobile DVB-T Receiver keine Signale. Das Fernsehen auf der Autobahn oder bei der Zugfahrt ist also nur eingeschränkt möglich.

test-Kommentar: Ungeeignet für langes Fernsehen
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

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