Fernsehen an der Bushaltestelle, im Park, im Auto – was taugen mobile Minifernseher? Ausgerechnet der Kleinste ist im Test auch der Beste.

Die kleinsten Fernsehgeräte liegen locker in einer Hand, passen in die Hemd- oder Hosentasche und wiegen knapp 200 Gramm. Das Display ist etwa halb so groß wie eine Zigarettenschachtel. Mit derartigen Winzlingen, aber auch deutlich größeren Brüdern soll das viel beworbene „Überallfernsehen“ Wirklichkeit werden. Wir haben acht mobile Minifernseher mit DVB-T-Empfänger geprüft. Hier die wichtigsten Fragen und Testergebnisse im Überblick:

Sind das „richtige“ Fernseher?

Ja. Sie empfangen das auch bei großen Fernsehern übliche digitale Antennenfernsehen DVB-T, in Berlin beispielsweise etwa 30 Fernseh- und ebenso viele Radioprogramme. Akkus machen sie unabhängig von der Steckdose, sie können mobil genutzt werden. Bei Bedarf funktionieren sie aber auch am Stromnetz oder im Auto am Zigarettenanzünder.

Wie gut ist der Empfang?

Den besten Empfang im Test hatten TechniSat und DK. Beide kommen auch mit schwachen Antennensignalen noch recht gut klar. Stärke und Qualität der Signale hängen auch vom Standort und der Entfernung zum Sendemast ab. Ein Haus mit Stahlbetonwänden oder ein Hinterhof zum Beispiel erschweren den Empfang. Wer wissen will, wie stark die DVB-T-Signale an seinem Wohnort sind, kann sich auf der Seite www.ueberallfernsehen.de informieren: Auf „Empfangsprognose“ klicken und in die Suchmaske die Postleitzahl eintragen.

Gibt es Probleme beim Bild?

Je bewegter die Filmszenen und je heller die Umgebung, desto problematischer ist die Darstellung. Wer in der prallen Sonne die Liveübertragung eines Fußballspiels ansehen möchte, wird vermutlich wenig Spaß haben. Bei normalem Tageslicht sind die dargestellten Bilder aber oft verblüffend scharf. Bei schlechtem Empfang kommt es zu Klötzchenbildung oder das Bild „friert“ ein. Ein recht gutes Bild lieferte der TechniSat DigitMobil 3, sein kleiner Bildschirm ist auch bei Sonnenschein „ausreichend“ – was immer noch besser ist als bei den meisten Konkurrenten.

Wie viel wiegen die Geräte?

Die Gewichts- und Größenunterschiede sind erheblich. Der TechniSat passt gut in eine Handfläche (siehe Foto), er wiegt nur 190 Gramm. Im Vergleich zu ihm hat das Display des Telestar Digiporty mehr als die elffache Fläche. Dieser Unterschied zeigt sich auch in anderen Daten: Der Digiporty kostet 514 Euro und wiegt 1 370 Gramm. Das schwerste Gerät im Test ist der Xoro HSD mit 1 500 Gramm.

Wie gut ist der Ton?

Die eingebauten Lautsprecher haben aufgrund der geringen Größe vor allem schwache Bässe. Wer seine Umgebung nicht mit den Geräuschen nerven will, kann Kopfhörer verwenden. Bei Bedarf: Im Fachhandel gibt es für ein paar Euro Adapter, mit denen auch zwei Kopfhörer an eine Buchse angeschlossen werden können.

Halten die Akkus einen ganzen Spielfilm lang durch?

Die schwächsten Geräte schaffen mit einer Akkuladung kaum eine Folge „Tatort“, nach anderthalb Stunden ist zum Beispiel bei Next Base schon Schluss. Die besten Akkuwerte erreichte das Gerät von Viola mit über vier Stunden Laufzeit. Diese Daten gelten allerdings für neuwertige Akkus. Die Energiespeicher verlieren durch Nutzung aber auch bei sehr seltenem Gebrauch an Kapazität.

Achtung: Akkus entladen sich selbst. Wer einen Minifernseher längere Zeit nicht genutzt hat und mit Akku betreiben will, muss Zeit zum Aufladen einplanen.

Wie ist der Empfang im Auto?

Bildaussetzer und -fehler sowie Knacktöne gibt es im Auto vor allem bei höheren Geschwindigkeiten und schlechter Empfangslage. Auch in diesem Prüfpunkt überzeugen die Minifernseher TechniSat DigitMobil 3 und DK Digital DVB-T1778. Unter schwierigen Bedingungen haben sie den besten Empfang. Aber auch ihre recht guten Noten können nur als Hinweis gesehen werden: Umgebung (Häuser, Berge, Bäume) und Wetter (Regen, Nebel) beeinflussen den Empfang erheblich – und unterwegs ändern sich diese Rahmenbedingungen schnell. Unsere Prüfungen erfolgten mit einer per Magnet auf dem Autodach befestigten Außenantenne. Solche Antennen liegen vielen Minifernsehgeräten bei.

Was nutzt die Fernbedienung?

An den Geräten können per Taste oft nur Programm und Lautstärke verändert werden. Tiefere Menüpunkte, zum Beispiel externe aktive Antenne einschalten oder Bildformat umstellen, sind oft nur mit der mitgelieferten Fernbedienung erreich- und einstellbar.

Darüber hinaus können die kleinen Geräte an „große“ Fernseher angeschlossen werden und dienen dann als DVB-T-Settop-Box. Das Fernsehbild wird auf dem TV-Gerät ausgegeben, der Nutzer sitzt weiter weg und kann die Fernbedienung wie üblich zum Umschalten der Programme nutzen. Meist werden AV-Kabel (Kabel mit zwei oder drei Steckern) und keine Scart-Kabel mitgeliefert, sodass der große Fernseher über entsprechende Anschlüsse verfügen muss. Bei Bedarf können auch Adapter für Scart gekauft werden. Die Bildqualität ist brauchbar, aber etwas schlechter als bei herkömmlichen externen DVB-T-Boxen.

Kann ich auch DVDs abspielen?

Telestar, Xoro und Mustek haben einen integrierten DVD-Spieler, der Xoro zeigte das beste DVD-Bild. Die Akkulaufzeiten beim Abspielen von DVDs entsprechen in etwa denen bei DVB-T-Betrieb, sie halten ungefähr 2,5 Stunden durch.

Die drei Modelle mit DVD-Spieler haben eine Autotasche im Lieferumfang, mit der sie an der Rückseite der Vordersitze befestigt werden können. Mitfahrer auf den Rücksitzen gucken dann in Ruhe „Shrek“ oder „Spiderman“, unabhängig vom Fernsehempfang.

Welche Antennenform empfiehlt sich?

Externe Stabantennen mit Magnetfuß liefern oft besseren Empfang als ansteckbare Antennen und eignen sich zur Nutzung im Auto oder in der Gartenlaube. Praktischer zum Fernsehen in der Hängematte sind Teleskop- oder Stabantennen, die ans Gerät gesteckt werden.

Eine externe Stabantenne hatten sechs Minifernseher, Teleskopantennen sind nur bei Technisat, Nextbase und X4-Tech dabei. Für viele Modelle gibt es passende DVB-T-Teleskop­antennen ab etwa 10 Euro im Fachhandel zu kaufen.

Welche Sonderfunktionen gibt es?

Xoro und Mustek haben sowohl SD-Kartenleser als auch USB-Anschluss. Wer will, kann damit auf SD-Karte oder USB-Stick gespeicherte Fotos auf dem Minifernseher betrachten. Auch das Abspielen von MP3-Musik via integriertem Lautsprecher oder Kopfhörer ist möglich.

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