Die kleinen Funk­geräte bringen fern von zu Hause viele Handys oder Tablets ins Internet. Das klappt gut. Smartphones können es allerdings auch.

Manchmal ist es nicht so einfach mit dem Internet – etwa im Auslands­urlaub. Wollen zum Beispiel Vater, Mutter, zwei Töchter und Sohn mit Handys, Tablet und Notebook im Netz surfen, kann ein mobiler Hotspot es ermöglichen. Das kleine Käst­chen passt in die Jackentasche, enthält eine Mobil­funk­karte und einen Akku. Es wählt sich ins Mobil­funk­netz ein, verbindet sich mit dem Internet und baut sein eigenes WLan-Netz­werk auf. WLan-fähige Geräte können sich mit einem Pass­wort drahtlos ins Netz­werk einloggen – teils mehr als 50 Stück zeitgleich. So surft die gesamte urlaubende Familie im Ausland mit nur einer Mobil­funk­karte.

Im Vergleich zu öffent­lichen WLan-Hotspots in Cafés oder Hotels haben mobile Hotspots Vorteile: Sie lassen sich mitnehmen und flexibel nutzen, ihr verschlüsseltes WLan-Netz bietet mehr Sicherheit und Daten über­tragen sie meist flotter.

Zwei über­tragen Daten sehr gut

Internet auf Reisen. Ein mobiler Hotspot versorgt die ganze Familie im Auslands­urlaub mit WLan.

Geprüft haben wir sechs mobile Hotspots mit Akku und drei mit Netz­teil, die sich nur an der Steck­dose nutzen lassen und eher für die Ferien­wohnung oder den Schrebergarten gedacht sind. Kosten: 92 bis 232 Euro. Ins Rennen gingen auch drei Smartphones, da fast jedes smarte Handy einen eigenen Hotspot aufbauen kann. Diese Funk­tion gilt jedoch als Akku­fresser, wir wollten wissen, ob das stimmt.

Die meisten Geräte erledigen ihre Aufgabe gut, am besten der Vodafone GigaCube Flex mit Strom­anschluss. Er und die Telekom Speedbox LTE IV über­tragen Daten sogar sehr gut. Im Vergleich zu Hotspots mit einer befriedigenden Daten­über­tragung laden sie beispiels­weise einen Film etwa doppelt so schnell herunter.

Unser Rat

Ein mobiler Hotspot erfordert einen üppigen Daten­tarif und ein verläss­liches Mobil­funk­netz. Zwei Geräte mit Strom­anschluss über­tragen Daten am schnellsten: Telekom Speedbox LTE IV für 180 Euro und Vodafone GigaCube Flex mit Lauf­zeit­vertrag. Die besten Akkugeräte sind Huawei E5885 für 161 Euro und Netgear Air-Card 790 für 154 Euro. Smartphones mit Hotspot-Funk­tion sind eine gute Alternative.

Handy als gute Alternative

Smartphone-Hotspot. In den Einstel­lungen des Google Pixel 2 lässt sich der WLan-Hotspot unter „Netz­werk und Internet“ sowie „Hotspot und Tethering“ akti­vieren.

Die Hotspot-Funk­tion eines Smartphones lässt sich in den Telefon­einstel­lungen unter Punkten wie „Mobiler Hotspot“ oder „Persönlicher Hotspot“ akti­vieren. Das Handy baut dann ein WLan-Netz­werk auf, mit dem sich andere Geräte verbinden lassen. Wie stark schröpft das den Akku des Smartphones? Über­raschend lange lief er beim Samsung S8: sieben Stunden. Das Google Pixel 2 hielt vier Stunden durch, das iPhone 8 lediglich drei Stunden. Voraus­gesetzt man nutzt die Telefone nur als Hotspot. Wer zusätzlich mit dem Handy telefoniert, surft oder mailt, muss mit geringeren Akku­lauf­zeiten rechnen. Lösungen können eine Power­bank, also ein externer Akku, oder die Steck­dose im Hotel sein.

Für kürzere Einsätze können wir ein Handy als Hotspot empfehlen. Es ist immer dabei, erspart ein zusätzliches Gerät und über­trägt die Daten ähnlich gut wie die Spezialgeräte. Voraus­setzung ist allerdings ein Mobil­funk­tarif mit hohem Daten­volumen. Mindestens 5 Gigabyte sind ratsam. Für einen Lauf­zeit­vertrag sind solche üppigen, teuren Daten­tarife nur sinn­voll, wenn man den Hotspot permanent nutzt – was eher unwahr­scheinlich ist.

5 Gigabyte für zwei Fußball­spiele

Auch die spezialisierten Hotspot-Geräte brauchen einen Mobil­funk­tarif mit großem Daten­volumen. Passende Tarife finden Sie in unserem Test Datentarife. Der Verbrauch hängt stark von der Internetnut­zung ab. Wer etwa Spiele der Fußball-WM bei ARD und ZDF live im Browser ansehen will, verjubelt pro Spiel ungefähr 2,5 Gigabyte Daten. Nach zwei Spielen ist ein 5-Gigabyte-Tarif bereits ausgereizt. Etliche TV-Streaming-Apps bieten Fernseh­inhalte auch in geringerer Auflösung an. Nutzer können das häufig selbst in der App fest­legen.

Tarife mit hohem Daten­volumen sind nicht billig. Wer seinen mobilen Hotspot eher spora­disch einsetzt, sollte sich einen Prepaid-Tarif besorgen. Den Mobil­funkanbieter können Nutzer frei wählen – außer beim Vodafone GigaCube Flex. Er ist nur mit Vodafone-Vertrag zu haben: Neukunden zahlen 35 Euro für jeden Monat, in dem sie das Gerät nutzen. Pro Monat dürfen sie stolze 50 Gigabyte Daten verbrauchen. Im Ausland liefert der GigaCube aber kein Internet. Die meisten mobilen Hotspots laufen europaweit ohne Schwierig­keiten, auf anderen Kontinenten ist das nicht über­all garan­tiert. Manche Regionen unterstützen bestimmte Mobil­funk­frequenzen der Hotspots nicht – erkundigen Sie sich vorher beim Anbieter. Smartphones haben dieses Problem übrigens in der Regel nicht.

Bei einem gibts Daten­stau

Wie flüssig Daten geladen werden, hängt nicht nur von den Hotspots ab, sondern auch von der Qualität des Mobil­funk­netzes vor Ort. Alle Geräte im Test liefern Internet über den schnellen LTE-Funk. Setzt die LTE-Versorgung aus, wechseln die Hotspots ins lang­samere UMTS-Netz. Fürs Surfen und Mailen reicht das, beim Filmestreamen mit mehreren Geräten wird es eng.

Wir haben auch geprüft, ob es zum Daten­stau kommt, wenn bis zu zehn Nutzer den Hotspot in Beschlag nehmen. Zyxel hatte bei drei Geräten Mühe, die Daten flott herunter­zuladen. Alle anderen Hotspots liefen weit­gehend problemlos. Noch schneller als im WLan über­tragen die Hotspots Daten per Kabel, beispiels­weise zum Notebook – ein Ausweg, wenn die WLan-Funk­über­tragung hakt.

Ein Display erleichtert das Bedienen

Die geprüften Hotspots lassen sich relativ einfach hand­haben. Erfreulich komfortabel sind Geräte mit Display, auf dem sich das Menü ablesen lässt. Nutzer können über den Touchs­creen etwa beim ersten Einloggen das WLan-Pass­wort ganz simpel eingeben. Bei D-Link gelingt das nur über den Browser am Computer, das Gerät hat keinen Bild­schirm. Alle Hotspots außer die von D-Link und Zyxel lassen sich auch über eine App des Geräteanbieters steuern, etwa auf dem Handy.

Wir haben das Daten­sende­verhalten der Apps geprüft. Die von Netgear sammelten Daten, die sie nicht zum Funk­tionieren brauchten. Ebenso die Android-Apps von Huawei und Telekom: Sie über­trugen etwa die Identifikations­nummer des Geräts.

Akku für bis zu 15 Stunden

Die Akku-Hotspots halten zwischen 4 und 7 Stunden durch – bis auf eine Ausnahme. Der Huawei läuft mit drei verbundenen Geräten gute 15 Stunden. Sein Akku kann sogar andere Geräte aufladen. Kleiner Hinkefuß: Der Hotspot ist mit knapp200 Gramm deutlich schwerer als die übrigen Akkumodelle und braucht 6 Stunden, um sich wieder aufzuladen. Wechseln lässt sich der Akku nur bei D-Link, Netgear, TP-Link und Zyxel. Mit genügend Ersatz­akkus laufen sie rund um die Uhr.

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