Smoothies mixen alle – Geräte für 20 Euro genauso wie für 895 Euro. Aber ausgerechnet Babybrei miss­lingt einem Mixer. Einige Modelle straucheln im Dauer­test.

Vor Tom Dick­son ist nichts sicher. Der Amerikaner steckt in den Standmixer, was hinein­passt: Avocados, komplett mit Kern, den Stiel einer Harke, sogar iPhones. Vor jedem Versuch fragt er: „Will it blend?“, bekommt er das gemixt? Die Ergeb­nisse zeigt er in Videos im Internet: Die Avocados verarbeitet er samt Kern zu cremiger Guacamole. Den Holz­stiel schreddert er. Vom iPhone bleibt nur Pulver übrig. Das alles ist nicht zum Nach­machen empfohlen.

Auch wir haben Mixer auf die Probe gestellt – mit alltags­tauglichen Anwendungen: vom kleinen Smoothie-Mixer für knapp 20 Euro bis zum Hoch­leistungs­mixer für fast 900 Euro. Wir pürierten Obst und Gemüse zu Smoothies, mixten Eier und Öl zu Majonäse, zerstießen Eiswürfel.

Sämige Smoothies schaffen alle. Die Unterschiede zwischen den Mixern liegen vor allem in der Füll­menge, in der Vielfalt der Zubereitungs­möglich­keiten und der Halt­barkeit. Im Dauer­test versagten manche früh, vor allem KitchenAid Artisan Magnetic Drive Blender. Eines haben alle Mixer gemein­sam: Sie verursachen mit voller Leistung für kurze Zeit mehr Krach als eine Wasch­maschine im Schleudergang.

Nicht jeder braucht einen Standmixer

Gesundes. Smoothies bringen es ins Glas.

Welche Aufgaben soll der Mixer erledigen? So lautet die wichtigste Frage vor dem Kauf. Für ein bis zwei Becher püriertes Obst genügt ein kleiner Smoothie-Mixer. Er mixt Getränke. Für breiige Konsistenzen ist er nicht vorgesehen. Babybrei oder Gemüsepüree zaubert ein Stabmixer gut. Mit dem lassen sich auch Smoothies und exzellente Majonäse herstellen.

Für ambitionierte Köche und Bäcker lohnt sich eine Küchen­maschine. Die haben in der Regel einen Mixaufsatz.

Suppen pürieren, Eiswürfel zerstoßen

Die großen Standmixer fassen mehr Volumen als die Smoothie-Modelle. Sie pürieren zudem Suppen, schlagen Majonäse und zerstoßen Eiswürfel. Die Messer der sogenannten Hoch­leistungs­mixer mit mehr als 1 000 Watt Leistungs­aufnahme drehen sich mit hoher Leistung teil­weise sehr schnell. Zutaten können sich bei längerer Betätigung durch Reibung erwärmen. Smoothies erwärmen sich leicht, wenn sie zu lange gemixt werden.

Gastroback und Vitamix liefern umfang­reiche Rezept­bücher mit, die unter anderem Anleitungen für heiße Suppen und selbst­gemachte Sojamilch enthalten.

Grüne Smoothies stehen hoch im Kurs. Die Farbe stammt von Salat, Kräutern und Gemüse. Selbst Kiwischalen und Radieschenblätter peppen Mixgetränke auf. Der Körper erhält damit viele nützliche Stoffe (Interview). Das Wort Smoothie steht für weich, sanft, sämig. So soll auch das Getränk aus dem Mixer kommen.

Vitamix mixt am besten

Fruchtig. Mit pürierten Erdbeeren und zerstoßenem Eis.

Im Labor mussten alle Geräte Äpfel, Ingwer, Spinat, Staudensel­lerie und Wasser mixen. Das Ergebnis gaben wir durch ein 2,5-Milli­meter-feines Sieb. Am besten püriert der Vitamix, dicht gefolgt von Krups, Nutribullet und Bianco di Puro. Auch die übrigen Geräte liefern cremige Smoothies. Lediglich der Caso hinterlässt größere Stück­chen.

Auch das Eismix­getränk aus gefrorenen Himbeeren, Zitronensaft und Wasser bereitete Vitamix am gleich­mäßigsten. Seine Messer zerschlagen sogar die kleinen Himbeerkerne zu Gries. Die übrigen Mixer ließen Kerne intakt. Manch einen stört das beim Trinken.

Vor allem Veganer interes­sieren sich für selbst gemachtes Nuss­mus. Das gelang nur im Bianco di Puro und Vitamix – mit viel Mühe, Zeit und Öl. Die meisten übrigen Mixer bekamen die Nüsse nicht klein genug für ein Mus. Ihre Messer drehten oft frei.

Stabmixer hackt Kräuter gleich­mäßig

Viele Aufgaben erledigt auch ein Stabmixer. Zum Vergleich prüften wir mit einem Braun MQ5137. Getränke und Babybrei mixte er gut, Majonäse und Pfann­kuchenteig sogar sehr gut. Kräuter und Zwiebeln hackte er im mitgelieferten Zerkleinerer als Einziger im Test gleich­mäßig klein.

Viele Standmixer dagegen zerschlugen Petersilie und Zwiebeln in unterschiedlich große Stücke. Russell Hobbs schleuderte die Zwiebeln angehackt gegen die Gerätewand. Wer einen Stabmixer mit Zubehör besitzt, braucht also keinen Standmixer – es sei denn, er möchte größere Mengen auf einmal zubereiten. Die Standmixer fassen bis zu zwei Liter. In den Becher des Stabmixers passt nur ein Drittel.

Alle sind laut

Stabmixer sind außerdem spür­bar leiser als ihre stehenden Kollegen. Im letzten Test (Stabmixer: Allzu billig bringt es nicht, test 8/2011) maßen wir Schall­leistungs­pegel zwischen 71 und 81 Dezibel. Die meisten Standmixer sind deutlich lauter.

Das menschliche Ohr nimmt bereits zirka zehn Dezibel Unterschied als Verdoppelung der Laut­stärke wahr. Den größten Krach verursachte mit maximaler Leistung KitchenAid mit gut 90 Dezibel. Das kann im Ohr schmerzen – selbst wenn der Mixer nur eine Minute rührt. Etwas weniger laut dröhnen Gastroback, Krups, beide Russell Hobbs, Vitamix und WMF Kult pro Power mit 88 bis 89 Dezibel.

Einer kapituliert vor Babybrei

Bosch Silentmixx arbeitet mit 82 Dezibel vergleichs­weise leise, gelangte dafür beim Babybrei aber nicht ans Ziel. Mit gekochten Kartoffeln, Möhren, Porree und Fleisch schaffte er es nicht, einen kontinuierlichen Materialfluss aufzubauen, der die Zutaten zum Messer führt. Statt­dessen drehten die Messer frei, es blieben kleine Fleisch­stücke.

Die kraft­vollen Geräte sorgen nicht nur für Krach, sondern auch für Gefahr. Die Deckel fast aller Standmixer lassen sich bei laufendem Messer öffnen. Beim Hinein­greifen können sie Finger verletzen. Oder heiße Flüssig­keiten können heraus­spritzen. In der Gastronomie sollen solche Geräte durch zusätzliche Gehäuse oder Sicher­heits­schalter geschützt sein.

Diesen Schutz verdienen auch Privat­anwender. KitchenAid macht es vor. Der Krug steht fest im Gehäuse. Das Messer dreht nur mit geschlossenem Deckel. Unser Urteil für die Sicherheit: sehr gut. Auch die kleinen Smoothie-Mixer sind sicher. Ihre Becher sind beim Mixen mit dem Motor­block verschraubt. Öffnen unmöglich.

Achtung: Mixen Sie nur mit geschlossenem Deckel. Greifen Sie nie in den Krug, ohne das Gerät vom Netz zu trennen. Lassen Sie Kinder nicht unbe­aufsichtigt mit dem Mixer arbeiten.

KitchenAid macht früh schlapp

Manch euphorisch gekaufter Standmixer steht nach kurzer Zeit ungenutzt in der Ecke. Wir testen dennoch für regel­mäßige Nutzer, ob die Geräte jahre­lang ihren Dienst erfüllen. Im Dauer­test mussten die Mixer eine Mischung aus Zeitungs­papier und Wasser rühren. 1 250 Zyklen waren das Ziel. Ein Zyklus bestand aus fünf­mal einer Minute Mixen und Pause, anschließend mindestens 20 Minuten Abkühlen. Damit simulierten wir die Bean­spruchung über etwa acht Jahre mit je zwei vollen Krügen pro Tag. Ein harter Test – für manche Mixer zu hart. Drei KitchenAid-Geräte fielen im ersten Zehntel des Tests aus. Bei Vielnutzern hätten sie kein Jahr über­lebt. Krug beziehungs­weise Bodenplatte über­hitzten, ein Antriebs­riemen riss. test-Qualitäts­urteil: mangelhaft.

Etwas länger hielten die Smoothie-Mixer von Clatronic und Russell Hobbs sowie der AEG- und Russell-Hobbs-Standmixer. Alle 1 250 Zyklen schafften nur die Smoothie-Mixer von AEG, Nutribullet und WMF sowie die Braun- und Vitamix-Geräte.

Tipp: Mixen Sie die Zutaten mit Flüssig­keiten oder Eis. Sonst kann der Motor über­hitzen.

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