Mittel zum Zähnebleichen Test

Perfekte Zähne sind immer ein Hingucker.

Home-Bleaching verspricht sicher und wirkungsvoll zu sein. Doch nur ein einziges Produkt zeigt deutlich sichtbare Effekte: Blend-a-med Whitestrips.

Anfangs war es eine Tortur“, berichtet Sigrid F. „Die Zähne waren superempfindlich, das Zahnfleisch gereizt. Fast hätte ich das Bleichen abgebrochen.“ Doch wer schön sein will, muss leiden. Und so machte Sigrid F. weiter und hatte nach 14 Tagen ihr Ziel erreicht: deutlich weißere Zähne.

Fast jeder Fünfte hat zumindest am Beginn der Bleichbehandlung mit Heiß-Kalt-Empfindlichkeiten an den Zähnen oder mit irritiertem Zahnfleisch zu kämpfen. Meist vergehen die Probleme nach ein bis zwei Tagen von selbst, und der Vorfreude auf strahlend weiße Zähne steht nichts mehr im Weg.

Kein Neuschneeweiß

Das Resultat ist allerdings oft weit entfernt vom Neuschneeweiß, mit dem Hollywood-Stars in die Kameras strahlen. Das zeigt unser Test von neun Bleichmitteln, die zu Hause angewendet werden, Home-Bleaching-Produkte genannt. Nur mit den Zahnweiß-Streifen Blend-a-med Whitestrips lässt sich ein deutlich sichtbarer Aufhellungseffekt nachweisen – allerdings auch kein blendendes Weiß. Der bei hellhäutigen Mitteleuropäern übliche gelblich-graue Zahnfarbton wird jedoch eindeutig heller und sieht natürlich aus. Die anderen Mittel waren bestenfalls „befriedigend“, oft aber auch nur „ausreichend“ in der Bleichwirkung. Wobei „ausreichend“ bedeutet, dass die Wirkung zwar messbar, mit bloßem Auge aber nur schwach zu erkennen ist.

Leichte Irritationen an den Zähnen

Ganz ohne Nebenwirkungen ging es auch bei den getesteten Mitteln nicht ab. Die Testpersonen wurden von Zahnmedizinern genau unter die Lupe genommen. Sie entdeckten höchstens leichte Irritationen an den Zähnen oder am Zahnfleisch, die in keinem Fall zu ernsthaften Beanstandungen führten. Meist vergingen sie auch schnell wieder, spätestens nach wenigen Tagen. Niemand wollte deshalb aus der Untersuchung aussteigen. Auffallend ist allerdings, dass Blend-a-med Whitestrips, Odol-med 3 Zahnweiss-Streifen und Oral B Rembrandt Whitening Pen tendenziell eher zu Missempfindungen führten als die Testkonkurrenten.

Verantwortlich für die Irritationen sind die bleichenden Wirkstoffe, die in Home-Bleaching-Produkten allerdings meist weit geringer dosiert sind als in der Zahnarztpraxis beim so genannten Office-Bleaching. Doch alle Mittel, die die Beißer weißer machen, funktionieren nach demselben Prinzip: Sie enthalten meist Wasserstoffperoxid oder Carbamidperoxid. Beide Substanzen setzen im Mund aktiven Sauerstoff frei, der die Verfärbungen in der äußersten Schicht des Zahnes, dem Schmelz, reduziert und dadurch aufhellt. Eine chemische Reaktion, vergleichbar der beim Blondieren von Haaren.

Hält man sich genau an die Anwendungshinweise, gilt Bleaching als gefahrlos. Langzeitstudien stehen aber noch aus. Auch wenn aus Versehen etwas Bleichmittel verschluckt wird, birgt das nach bisheriger Kenntnis kein Risiko.

Die Bleichwirkung hält etwa ein bis drei Jahre – je nach Beanspruchung der Zähne. Wer viel raucht, Rotwein oder Tee trinkt, muss möglicherweise schneller wieder ans Werk. Öfter als zweimal pro Jahr sollte man seinem Gebiss die Bleaching-Prozedur aber nicht zumuten. „Das könnte der Zahnschmelz, auch wenn er die härteste Substanz im Körper ist, nachhaltig übel nehmen“, bestätigt Dr. Mozhgan Bizhang, Bleichspezialistin und Zahnmedizinerin an der Universität Düsseldorf.

Kindern rät sie generell vom Bleaching ab: „Erst wenn der Schmelz, mit etwa 16 Jahren, völlig ausgereift ist, darf es losgehen.“ Oft ist bei jüngeren Menschen ein besseres Ergebnis zu erzielen als bei älteren. Denn mit den Jahren nutzt sich der Zahnschmelz ab, das darunter liegende gelbliche Zahnbein (Dentin) schimmert immer stärker durch. „Dagegen kommt auch das beste Bleichmittel nur schwer an“, so Bizhang.

Streifen, Gel, Schiene

Die Mode des Zähnebleichens schwappte aus den USA zu uns herüber. Auch wenn das Bleichfieber hierzu­lande noch nicht so hoch gestiegen ist wie dort, die Geschäfte mit Bleichmitteln laufen doch glänzend – vor allem bei den Home-Bleaching-Produkten. Es gibt sie in unterschiedlichen Anwendungsformen: Streifen, die auf die Zahnfront geklebt werden, Gele zum Aufpinseln auf die Zähne und – mittlerweile nicht mehr so häufig – Zahnweißsysteme, bei denen die Wirkstoffe in eine vorgefertigte Schiene gefüllt und auf die Zähne gedrückt werden. Mit den Schienen kamen unsere Tester gut zurecht. Ebenso mit dem an einen Filzstift erinnernden Whitening Pen von Oral B Rembrandt. Bei den Kunststoffstreifen war es am Anfang nicht ganz einfach, sie richtig zu platzieren. Sie reichen auch oft nur über die sechs Frontzähne. Bei den Gelen zum Aufpinseln fand es so manche Testperson mühsam, die Zähne vor und nach dem Auftragen trocken zu halten, sie also nicht in Kontakt mit den feuchten Lippen zu bringen.

Im Lauf der Anwendungsphase – meist zweimal täglich 14 Tage lang – gewöhnten sich jedoch alle Tester an die Produkte und kamen mit ihnen zurecht.

Manch einem ist dringend abzuraten

Nicht jeder kann zum perfekten Strahlemann werden, manch einem ist vom Bleichen sogar dringend abzuraten. Deshalb heißt es vor jedem Home-Bleaching: Unbedingt den Zahnarzt aufsuchen. Er muss feststellen, ob Zähne und Zahnfleisch gesund sind und die bleichenden Wirkstoffe vertragen. Auf keinen Fall dürfen kariöse Zähne gebleicht werden. Durch das Loch können die Wirkstoffe tief in den Zahn eindringen und unter Umständen den Nerv schädigen (siehe „Interview“).

Es kann auch kosmetische Probleme geben. Denn alle Bleichmittel hellen nur natürliche Zähne auf. Füllungen, Brücken und Kronen behalten ihre Farbe. Wer das nicht beachtet, hat nach dem Bleaching unter Umständen eher ein fleckiges als ein gleichmäßig strahlendes Gebiss.

Ehe man seine Zähne künstlich aufhellen lässt, ist es sinnvoll, erst einmal zu prüfen, ob das Originalweiß nicht schon schön genug ist. Dazu verhilft eine professionelle Zahnreinigung, die auch die Zähne gesund erhält (Kosten: je nach Aufwand zwischen 60 und 120 Euro). Vor dem Bleichen ist die Prophylaxe-Behandlung auf jeden Fall zu empfehlen. Denn die Wirkstoffe erreichen ihr Ziel schneller, wenn die Zähne schon von äußeren Verfärbungen und Zahnstein befreit sind.

In der Zahnarztpraxis wird mit den gleichen Wirkstoffen gebleicht wie zu Hause. Hier kann aber mit höheren Dosierungen gearbeitet werden, was zu besseren Ergebnissen führt. Das Bleichen beim Zahnarzt ist aber aufwendiger und teurer als das Home-Bleaching. Es kostet pro Kiefer etwa 300 Euro. Die Krankenkassen zahlen nichts dazu. Schließlich ist die Behandlung rein kosmetisch.

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