Zecken und Mücken Test

Zecken und Mücken sind nicht nur lästig. Einige können auch Krankheiten über­tragen. Mittel gegen die Plage­geister sollen für mehrere Stunden Stiche verhindern. Der Test von vier Anti-Zecken-Sprays sowie zehn Kombipro­dukten, die zusätzlich vor Mücken schützen sollen, zeigt: Die meisten verderben gleich beiden Blutsaugern den Appetit. Zwei Sprays wirkten dagegen fast gar nicht (Preise: 0,20 bis 1,26 Euro für 10 Milliliter).

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TestZecken und Mücken11.05.2017
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Wirk­sam gegen Zecken und Mücken

Anti-Zecken-Sprays und Kombi-Präparate enthalten oft die gleichen Wirk­stoffe. Daher wehren die Besten aus beiden Gruppen nicht nur Zecken mindestens sechs Stunden zuver­lässig ab, sondern vereiteln auch Mücken­stiche − zum Teil bis zu acht Stunden. Am Ende erweisen sich zehn der Produkte als gut. Zwei Produkte sind dagegen mangelhaft, weil sie fast gar nicht vor den stechenden Tieren schützen. Das Gesamt­ergebnis der aktuellen Unter­suchung ist deutlich besser als die Resultate der letzten Tests, bei denen die meisten Produkte nur ausreichend oder mangelhaft abschnitten.

Video: Mücken- und Zecken­mittel im Test

6 Probanden, 14 Sprays, 3 024 Zecken

Um den Zecken­schutz der 14 Sprays zu prüfen, haben die sechs Probanden im Labor insgesamt 3 024 der kleinen Spinnentiere über ihre nackten Unter­arme laufen lassen. Für einen Test­durch­lauf hielt ein Proband seinen Arm senkrecht nach unten und setzte ein Exemplar der hier­zulande weit verbreiteten Zecken­art Gemeiner Holz­bock (Ixodes ricinus) auf die unbe­handelte Haut über dem Hand­gelenk. Das Tier krabbelt instinktiv aufwärts, um eine Stelle mit zarter Haut zu suchen, an der es ungestört saugen kann. Weiter oben am Arm befand sich das mit einem Test­produkt behandelte Hauta­real. Im besten Fall stoppte die Zecke davor. Betrat sie es, sollte sie zurück­laufen oder abfallen. Wenn sie das Areal nicht inner­halb von fünf Minuten über­querte, galt der Versuch als erfolg­reich. Am zuver­lässigsten gegen Zecken schützten drei Kombi-Präparate und ein Anti-Zecken-Mittel. Bei den beiden mangelhaften Mitteln wurden 113 beziehungs­weise 200 der 216 aufgesetzten Tiere nicht abge­wehrt.

Zecken über­tragen Krankheiten: Hirnhaut­entzündung und Borreliose

Funk­tioniert Zecken­schutz nicht oder nur unzu­verlässig, kann es gefähr­lich werden: Die kleinen Tiere können Krankheiten über­tragen − in Deutsch­land vor allem die bakterielle Lyme-Borreliose sowie die durch Viren ausgelöste Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Hirnhaut­entzündung. Vor FSME kann eine recht­zeitige Impfung schützen, gegen die Lyme-Borreliose, die einen schweren Verlauf nehmen kann, kann man sich nicht impfen lassen. Auch nach einer FSME-Impfung ist ein wirk­samer Zecken­schutz darum unabding­bar.

Tipp: Unser Online-Special Zecken informiert Sie darüber, wie hoch die Anste­ckungs­gefahr für Lyme-Borreliose und FSME in verschiedenen Regionen Deutsch­lands ist und welche Behand­lungs­möglich­keiten es gibt.

Mücken schlagen oft blitz­schnell zu

Nur drei Blutmahl­zeiten benötigen Zecken in ihrem etwa drei Jahre währenden Leben, um sich entwickeln und fort­pflanzen zu können. Den Groß­teil ihres Daseins verbringen sie mit − Warten. Mücken sind deutlich aktiver: Sie verfolgen ihre Opfer, atta­ckieren heftig und stechen meist schnell zu. Fünf Probanden haben sich davon nicht abschre­cken und für den zweiten Teil des Tests insgesamt mehr als 2 300-mal stechen lassen. Wie gut die Sprays wirken, haben die Tester mit der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) sowie der südlichen Hausmücke (Culex quinquefasciatus) über­prüft. Die beiden Insekten sind typische Vertreter ihrer Art und weit verbreitet.

Tagaktiv und aggressiv

In subtropischen und tropischen Regionen kann Aedes aegypti Gelbfieber sowie Dengue- und Zikafieber über­tragen. Die Mücken­art kommt auch in Madeira, Teilen Russ­lands und der Türkei vor. Sie sticht tags­über zu, kann deshalb recht leicht bemerkt und häufig vertrieben werden. Dafür ist sie aggressiver als die südliche Hausmücke, die ihre Opfer in der Dämmerung und nachts heimsucht. Gegen die stech­freudige Aedes aegypti half nur die Hälfte der untersuchten Sprays sehr gut. Vor den lästigen Hausmü­cken schützten 11 der 14 Produkte ausgezeichnet. Die beiden mangelhaften Mittel hingegen waren im Test gegen Mücken annähernd so wirkungs­los wie gegen Zecken.

Tipp: Was es mit Zika und Asiatischer Tigermücke auf sich hat und welche Gefahren von Mücken ausgehen können, erklären wir in unserem Special Wann Insektenstiche gefährlich sind.

Nicht nur Kombimittel schützen gut vor Mücken

Der Mücken­schutz wurde auch bei den Mitteln getestet, die nur Abwehr von Zecken versprechen. Bei einem Spray funk­tioniert er selbst gegen die aggressive Gelbfiebermücke hervorragend. Ins test-Qualitäts­urteil einge­rechnet wurden die Ergeb­nisse zum Mücken­schutz aber nur bei Produkten, die damit werben.

Keine Wirkung ohne Neben­wirkung

Keines der Mittel im Test schnitt im Prüf­punkt Gesundheit besser ab als befriedigend, die Hälfte sogar nur ausreichend. Wichtigste Gründe für die schwachen Noten waren, dass enthaltene Wirk­stoffe die Augen reizen oder allergische Reaktionen auslösen können. Das passierte auch während der Prüfung: Die Haut einer Probandin zeigte gegen Ende des Tests eine allergische Reaktion. Die Frau musste aufgeben.

Tipp: Setzen Sie die Zecken- und Mücken­schutz­mittel nur gezielt ein, zum Beispiel direkt vorm Wandern. Beachten Sie unsere Hinweise zu Zecken- und Mückenschutzmittel. Nach der Rück­kehr aus der Natur empfiehlt es sich, die Reste des Mittels vorsorglich abzu­waschen.

Besser als früher

Im Vergleich mit den Tests von 2008 und 2014 sind die Anwendungs­hinweise für die Produkte heute oft präziser formuliert. Richtig dosiert, bieten die guten Mittel recht lange einen zuver­lässigen Schutz. Gut für Verbraucher, schlecht für unzäh­lige Zecken und Mücken. Ihre Fasten­zeit geht weiter.

Nutzer­kommentare, die vor dem 26. April 2017 gepostet wurden, beziehen sich noch auf die Vorgänger­unter­suchung aus test 5/2008.

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