Mittel gegen Reisekrankheit Test

Schaukelnde Schiffe sind eine Herausforderung fürs innere Gleichgewicht: Selbst erfahrene Seeleute sind nicht vor Seekrankheit gefeit. Andere Reisende beschleicht auch im Bus oder im Flugzeug ein flaues Gefühl. Medikamente und Hausmittel können den Schwindel vertreiben. test.de sagt, was hilft.

Schaukelei stört das Gleichgewicht

Der Horizont schwankt. Die Augen finden keinen Halt, der Magen rebelliert und der Blutdruck fällt. Reisekrankheit plagt im Auto, im Flugzeug und - vor allem - auf dem Schiff. Kinetose sagen die Mediziner dazu. Übersetzt etwa: Bewegungskrankheit. Die Schaukelei stört das Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Der Körper kommt aus der Balance. Die Folge: Brechreiz, Schwindel, kalter Schweiß. Frische Luft und Bewegung wirken dagegen. Außerdem helfen Hausmittel, Tricks und Medizin.

Ingwerwurzel gibt Halt

Am Anfang war Ingwer. Schon vor Jahrhunderten diente er Seeleuten als Mittel gegen Seekrankheit. Ingwerwurzel wird in Stücke geschnitten und einfach gekaut. Das lindert Schwindel und Übelkeit, sagen Skipper. Die moderne Medizin ist da nicht sicher: Es gibt noch keine Studien, die die Wirkung des Ingwers wissenschaftlich belegen. Deshalb lautet das Urteil der Stiftung Warentest: „Mit Einschränkung geeignet“. Ingwer gibt es heute auch in Pillenform. Zintona heißen die Kapseln auf dem deutschen Markt. Wirkstoff: 250 Milligramm Ingwerpulver. Vorteil: Ingwer macht nicht müde und ist auch für Kinder geeignet.

Antihistamine machen müde

Antihistamine wirken besser, machen aber müde. Wirkstoffe wie Diphenhydramin und Dimenhydrinat behindern die Weiterleitung von Nervenimpulsen zum Brechzentrum. Sie wirken recht zuverlässig gegen Übelkeit und Erbrechen. Der test-Kompass zeigt 27 Präparate. Die gibts in der Apotheke ohne Rezept. Die Stiftung Warentest empfiehlt Einstoffpräparate mit dem Antihistamin Diphenhydramin. Mehrstoffpräparate mit Diphenhydramin und dem Salz 8-Chlortheophyllin bringen keinen Vorteil. Das Chlorsalz soll wach halten, hilft aber nicht. Antihistamine machen müde. Auch der Zusatz von Koffein kann das nicht verhindern. Fazit: Antihistamine sind gut für Reisende, aber nicht für den Kapitän.

Künstlicher Horizont

Wer das Schiff steuert, muss fit bleiben. Nicht nur wach, auch trainiert. Sport und Bewegung beugen der Reisekrankheit vor. Sie trainieren das Gleichgewicht. Wer sich bei Seglern nach Rezepten erkundigt, hört noch von allerlei Hilfsmitteln wie Akupressurbändern oder Ohr-Akupunktur. Auch eine Spezialbrille soll die Seekrankheit bannen: mit einem flüssigkeitsgelagerten Balken als künstlichem Horizont. Außerdem gibt es rezeptpflichtige Medikamente mit Wirkstoffen wie Cinnarizin oder Flunarizin. Doch auch sie machen müde. Zum Trost: Bei über 90 Prozent der Betroffenen flauen die Symptome der Seekrankheit nach zwei bis drei Tagen wieder ab. Noch auf See. Spätestens auf dem Festland ist der Schwindel ohnehin vorbei: schlagartig.

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