Migräne

Was die „Migräne-Spritzen“ bringen

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Sie gelten als völlig neues Therapieprinzip: Spritzen, die vorbeugend wirken und die Ursache der Migräne unterdrücken. Sie blockieren Auswirkungen eines Stoffs, der im Nerven­system gebildet wird und beim Entstehen der Erkrankung eine große Rolle spielt: Calcitonin Gene-Related Peptide, kurz CGRP.

Markt umkämpft. Mehrere Pharmafirmen forschen an dem Prinzip. Mitte 2018 erhielt eine erste solche Spritze die EU-Zulassung. Seit November ist sie in deutschen Apotheken verfügbar: Aimovig mit dem Wirk­stoff Erenumab. Patienten spritzen sie sich normaler­weise alle vier Wochen selber. Die europäische Arznei­mittel­behörde empfahl bereits die Zulassung eines zweiten Präparats: Es heißt Emgality, sein Wirk­stoff Galcane­zumab.

Wirkung begrenzt, aber belegt. Unsere Arznei­mittel­experten haben die Studien zum Thema gesichtet. Fazit: Die neuen Mittel wirken, aber in Grenzen. Erenumab etwa kann Migräneatta­cken je nach Häufig­keit im Vergleich zu Placebo (Scheinmedikament) durch­schnitt­lich um etwa ein bis drei Tage pro Monat verringern. Insgesamt entspricht der Erfolg dem von herkömm­lichen Vorbeugemitteln. Direkte Vergleichs­studien fehlen bislang jedoch.

Fragen offen. Auch zu den Neben­wirkungen ist noch vieles unklar. So erwies sich Erenumab in Zulassungs­studien als gut verträglich. Jedoch könnten Probleme erst bei der Lang­zeit­anwendung an vielen Patienten auffallen. Nutzer sollten Beschwerden mit dem Arzt besprechen.

Für ernste Fälle. Denk­bar ist die Spritze bei häufigen, ernsten Atta­cken und wenn mehrere andere Vorbeuge­mittel versagen. In diesem Fall ist der Nutzen der Therapie besonders hoch. Aber selbst dann scheinen laut einer Studie speziell zu diesem Thema nur etwa 30 Prozent der Patienten deutlich zu profitieren. Zudem ist die Lang­zeit­verträglich­keit noch nicht abschließend geklärt. Das Mittel kann derzeit in begründeten Fällen individuell zulasten der Krankenkasse verordnet werden. Patienten sollten ihren Arzt fragen.

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gänseblümchen77 am 19.02.2019 um 17:42 Uhr
@B.Klaas

Googeln Sie mal nach Hemikranie. Eigentlich wird Indometacin eingesetzt, um das zu diagnostizieren und zu behandeln. Das ist noch etwas anderes, wie Migräne.

imma am 05.02.2019 um 16:03 Uhr
Candesartan bietet Schutz vor Migräne-Attacken

29.08.2013
Von: Dr. Anja Braunwarth
Bei Migräne werden gerne Beta-Blocker eingesetzt. Wie jetzt eine Studie ergab, könnte das Arsenal der Therapeutika durch Candesartan bald erweitert werden.
Der Angiotensin-Rezeptorantagonist Candesarten vermag Migräneattacken ebenso effektiv zu verhindern wie Propranolol, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Norwegische Kollegen behandelten 72 Patienten mit episodischer oder chronischer Migräne über drei 12-Wochen-Perioden jeweils mit Candesartan (16 mg), Propranolol (80 mg retard) oder Placebo.
Migräneprophylaxe - Candesartan vs. Propanolol
Beide Verumsubstanzen wirkten besser als Placebo und Candesartan zeigte sich gegenüber Propranolol nicht unterlegen. Insgesamt verzeichnete man pro Monat 2,95 Kopfschmerztage unter Candesartan, 2,91 Tage unter Pro​pranolol und 3,53 Tage unter Placebo.

bella440 am 29.01.2019 um 21:01 Uhr
Nehme Sumatriptan

Was habe ich mir seit meinem 16. Lebensjahr alles schon anhören müssen, denn seitdem habe ich meine Migräne mit Aura, welche ihre Daseinsform alle paar Jahre stark ändert wie ein Chamäleon. "Du musst ruhiger werden"; "wenn Sie so oft fehlen, spielen Sie mit Ihrem Job etc. etc. Nach der Wende war ich froh, dass mir meine Hausärztin endlich ein Triptan verschrieben hat, denn die Neurologin hatte von mir verlangt, bei jedem Anfall vorbei zukommen und mich dann an einen Tropf gelegt. Das brachte Nichts. Ich habe mir vor Sumatriptan während eines Anfalls oft gewünscht, tot zu sein, so schlimm waren die Anfälle. Da hat auch keine Nadeltherapie geholfen, ebenfalls kein autogenes Training. Ich bin froh, dass es Triptane gibt, ich nehme wegen Herzrythmusstörungen nur eine halbe Tablette und es hilft in 98 von 100 %.
Und meine 40jährige Migräneerfahrung ist, dass mein Heißhunger auf Süßes und regelrechte Fressattacken nicht die Trigger sondern der Beginn des Anfalls sind.

bella440 am 29.01.2019 um 20:56 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

LaudineK am 29.01.2019 um 17:37 Uhr
Doppelte Dosis

Der Ärztin, die hier einen Kommentar hinterlassen hat, kann ich nur einen Rat geben: versuchen Sie es mal mit der doppelten Dosis, also mit 140 mg Aimovig. Vielleicht klappt es ja dann! Habe auch zwei Monate lang jeweils 70 mg bekommen - Erfolg gleich Null. Ich hatte sogar 20 Migränetage innerhalb von 30 Tagen. Vor gut zwei Wochen bekam ich dann die doppelte Dosis gespritzt. Erfolg? Unbedingt! Habe seither erst 3 Migränetage innerhalb von 15 Tagen!