Mittel gegen Blasen­schwäche

Drei Stufen der Behand­lung

Gezielte Trainings helfen bei Blasen­schwäche wirk­sam und schonend. Sie sollten Basis der Therapie sein, andere Behand­lungen nachgeschaltet folgen.

Inhalt

Stufe 1: Training

Mittel gegen Blasen­schwäche - Was bei Inkontinenz hilft
© mauritius images / michael steiner

Beckenboden- und Blasentraining sind je nach Art der Inkontinenz erste Wahl (Interview Disziplin ist gefordert, aber die Mühe lohnt)

Verschiedene allgemeine Hilfen gegen „Blasen­strapazen“ nützen vorbeugend und therapeutisch, darunter: schonend heben, durch ballast­stoff­reiche Kost Verstopfung vorbeugen und im Falle von Überge­wicht abnehmen. Auch chro­nischer Husten kann Harnin­kontinenz begüns­tigen. Wenn er vom Rauchen kommt, besser aufhören.

Frauen können je nach Diagnose auch mecha­nische Hilfs­mittel verwenden – sich etwa ein schalen-, ring- oder würfelförmiges Pessar vom Gynäkologen anpassen lassen. Es stützt Harn­röhre und Blase.

Stufe 2: Arzneien

Mittel gegen Blasen­schwäche - Was bei Inkontinenz hilft
© iStockphoto

Mehrere rezept­pflichtige Mittel können helfen (Tabelle Mittel gegen Blasenschwäche). Frauen in und nach den Wechsel­jahren verschreiben Ärzte teils auch Östrogene, idealer­weise lokal angewandte Präparate wie Vaginal­cremes oder -zäpf­chen. Innerliche Mittel fördern Inkontinenz teil­weise sogar.

Im Kontext mit Blasen­schwäche werden rezept­freie Mittel, beispiels­weise mit Extrakt aus Bärentraube, Gold­rute oder Kürbis­samen, beworben. Zugelassen sind sie meist für „verwandte“ Leiden wie Blasen­entzündung oder Prostata­beschwerden – und selbst in diesen Einsatz­gebieten ist ihr Nutzen laut unseren Arznei­mittel­experten oft unzu­reichend belegt.

Stufe 3: Operation

Mittel gegen Blasen­schwäche - Was bei Inkontinenz hilft
© Westend61 / Oscar Carrascosa Martinez

Verschiedene OPs sind heut­zutage möglich, schonend und erfolg­versprechend. In der Regel kommen sie in schweren Fällen zum Einsatz, wenn Stufe 1 und 2 der Behand­lung nicht genug bringen.

Bei Belastungs­inkontinenz platzieren Ärzte beispiels­weise ein Band im Bereich der Harn­röhre, um sie zu stützen.

Bei Drang­inkontinenz versuchen Ärzte, die Blase „ruhig zu stellen“, etwa indem sie Nerven elektrisch stimulieren. Oder sie injizieren Botulinumtoxin („Botox“) in mehrere Stellen der Blasenwand. Dessen Wirkung hält oft höchs­tens ein Jahr lang an; gegebenenfalls ist der Eingriff also zu wieder­holen.

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Horst1612 am 27.05.2021 um 22:28 Uhr
Inkontinenz

Leider kam sehr plötzlich ein hochgradiger Prostatakrebs infolge dessen viel heraus operiert wurde. Die Inkontinenz ist schlimm danach, Das einzige was half war Duloxetin wenn man die Nebenwirkungen akzeptiert.

LUCKyFinger am 22.10.2019 um 11:33 Uhr
Stelle ich mir hart vor

Ich stele mir vor, dass das unglaublich unangenehm seinn muss, an Inkontinenz zu leiden. Auf jeden Fall werde ich die Tipps dieses Artikel weiterempfehlen, wenn es sich anbietet.

frosch39 am 21.10.2019 um 17:10 Uhr
überaktive Blase

Beckenbodentraining ist mühsam zu erlernen und hilft bei überaktiver Blase nicht viel.Dankbar bin ich für die modernen Inkontinenzeinlagen mit denen ich mich sicher fühlen kann. Keiner, auch kein Arzt, konnte mir erklären wann ich was falsch gemacht habe in meinem Leben, zumal ich schon seit 30 Jahren mit dem Problem umgehen muß und keine Kinder geboren habe. Im Laufe des zunehmenden Alters (ich bin jetzt 80) hat sich nichts gebessert. Ich fing mit kleinen Einlagen an, bin jetzt bei "Extra".
Medikamentös fing ich mit Spasmex oder Spasmolyt an und nehme jetzt Vesikur.
Manchmal helfen die Tabletten, dass ich wenigstens die Toilette gut erreiche...aber leider nicht immer. Sehr hilft mir kontrolliertes trinken, also nicht so viel wie üblich angeraten wird. Ab 17 Uhr wird nicht mehr getrunken.

Bertram-Sonntag am 21.10.2019 um 11:34 Uhr
Babys tragen Windeln, Erwachsene Inko-Produkte

Das Wort "Windel" oder "windeln" für die Tätigkeit war früher in der Alten- und Krankenpflege sehr verbreitet. Damit wurde der Erwachsene mit einem Wort ins Babyalter zurück "gewindelt", zum Kleinkind degradiert und meist auch so behandelt.
Ich war selber dreißig Jahre in der Pflege und habe immer den Namen des Inkontinenzproduktes benannt und dokumentiert.
Stiftung Warentest sollte es mir nachtun, denn wir alle werden alt und möchten mit 80 nicht "gewindelt" werden.

Profilbild Stiftung_Warentest am 26.09.2019 um 11:04 Uhr
Trainingshilfsmittel

@arthur.t: Mit speziellen, das Beckenbodentraining unterstützende, Hilfsmitteln haben wir uns bisher nicht befasst, so dass wir keine Empfehlungen geben können. Fragen Sie Ihren behandelnden Physiotherapeuten, welche Hilfsmittel er oder sie für das Training zu Hause empfiehlt. (bp)