Mittel gegen Blasen­schwäche

Drei Stufen der Behand­lung

21.10.2019

Gezielte Trainings helfen bei Blasen­schwäche wirk­sam und schonend. Sie sollten Basis der Therapie sein, andere Behand­lungen nachgeschaltet folgen.

Inhalt

Stufe 1: Training

Mittel gegen Blasen­schwäche - Was bei Inkontinenz hilft
© mauritius images / michael steiner

Beckenboden- und Blasentraining sind je nach Art der Inkontinenz erste Wahl (Interview Disziplin ist gefordert, aber die Mühe lohnt)

Verschiedene allgemeine Hilfen gegen „Blasen­strapazen“ nützen vorbeugend und therapeutisch, darunter: schonend heben, durch ballast­stoff­reiche Kost Verstopfung vorbeugen und im Falle von Überge­wicht abnehmen. Auch chro­nischer Husten kann Harnin­kontinenz begüns­tigen. Wenn er vom Rauchen kommt, besser aufhören.

Frauen können je nach Diagnose auch mecha­nische Hilfs­mittel verwenden – sich etwa ein schalen-, ring- oder würfelförmiges Pessar vom Gynäkologen anpassen lassen. Es stützt Harn­röhre und Blase.

Stufe 2: Arzneien

Mittel gegen Blasen­schwäche - Was bei Inkontinenz hilft
© iStockphoto

Mehrere rezept­pflichtige Mittel können helfen (Tabelle Mittel gegen Blasenschwäche). Frauen in und nach den Wechsel­jahren verschreiben Ärzte teils auch Östrogene, idealer­weise lokal angewandte Präparate wie Vaginal­cremes oder -zäpf­chen. Innerliche Mittel fördern Inkontinenz teil­weise sogar.

Im Kontext mit Blasen­schwäche werden rezept­freie Mittel, beispiels­weise mit Extrakt aus Bärentraube, Gold­rute oder Kürbis­samen, beworben. Zugelassen sind sie meist für „verwandte“ Leiden wie Blasen­entzündung oder Prostata­beschwerden – und selbst in diesen Einsatz­gebieten ist ihr Nutzen laut unseren Arznei­mittel­experten oft unzu­reichend belegt.

Stufe 3: Operation

Mittel gegen Blasen­schwäche - Was bei Inkontinenz hilft
© Westend61 / Oscar Carrascosa Martinez

Verschiedene OPs sind heut­zutage möglich, schonend und erfolg­versprechend. In der Regel kommen sie in schweren Fällen zum Einsatz, wenn Stufe 1 und 2 der Behand­lung nicht genug bringen.

Bei Belastungs­inkontinenz platzieren Ärzte beispiels­weise ein Band im Bereich der Harn­röhre, um sie zu stützen.

Bei Drang­inkontinenz versuchen Ärzte, die Blase „ruhig zu stellen“, etwa indem sie Nerven elektrisch stimulieren. Oder sie injizieren Botulinumtoxin („Botox“) in mehrere Stellen der Blasenwand. Dessen Wirkung hält oft höchs­tens ein Jahr lang an; gegebenenfalls ist der Eingriff also zu wieder­holen.

21.10.2019
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