Was kann die Hyposensibilisierung?: Immun durch Desensibilisierung

Mittel gegen Allergien Meldung

Bei der oft erfolgreichen Desensibilisierung wird das Allergen meist in steigender Dosis unter die Haut gespritzt, die Immunabwehr „trainiert“.

Eine spezifische Immuntherapie mit Allergenen kann Allergikern helfen.

Methoden: Die spezifische Immuntherapie (SIT) oder Hyposensibilisierung ist nach Auffassung der Weltgesundheitsorganisa­tion die einzige Therapie gegen die Ursa­chen allergischer Reaktionen. Symptome wie tränende Augen und Atembe­schwerden können durch dieses Verfahren bei Patienten mit hohem Leidensdruck oder bei solchen, die mit einer Behandlung der Symptome allein nicht ausreichend versorgt sind, deutlich verbessert werden.

Einsatz: Eine Hyposensibilisierung ist sinnvoll, wenn es nicht möglich ist, die Allergie auslösende Substanz zu meiden, oder wenn die Arzneitherapie und allgemeine, nicht medikamentöse Maßnahmen zur Kontrolle der Symptome nicht ausreichen. Vor Therapiebeginn muss nachgewiesen sein, dass der Patient gegen die bestimmte Substanz sensibel ist. Ein früher Behandlungsbeginn kann verhindern, dass sich die Allergie verschlimmert, die Lungen erfasst und asthmatische Beschwerden auftreten. Bewährt hat sich die Hyposensibilisierung bei Allergien gegen Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare sowie Insektengift.

Nutzen: Für leichtes und mittelschweres allergisches Asthma, schwere allergische Bindehautentzündung und Heuschnupfen ist der Nutzen vor allem dann nachgewiesen, wenn sich die Allergie auf eine einzelne Pollenart oder allein auf eine Insektengiftallergie zurückführen lässt. Die Erfolgsaussichten sinken, wenn der Körper auf viele verschiedene Allergene reagiert oder eine ganzjährige Allergie vorliegt. Sind die Vor­aussetzungen für eine Behandlung gegeben, gilt: Je früher eine Hyposensibilisierung durchgeführt wird, desto eher kann eine Verschlimmerung der allergischen Erkrankung bis hin zum Asthma vermieden werden. Geeignet ist die Immuntherapie für Kinder ab fünf Jahre.

Vorgehen: Ob und wie die Therapie durchgeführt werden kann, muss ein in der Behandlung von Allergien erfahrener Arzt feststellen. Er spritzt zum Beispiel allmählich ansteigende Dosen des Allergens. Die Therapie kann drei bis fünf Jahre dauern.

Arzneimittel: Die Hyposensibilisierung sollte nur mit standardisierten Allergenextrakten durchgeführt werden. Nur für sie wurde die Wirksamkeit in Studien nachgewiesen. Allerdings ist bei etwa der Hälfte der verordnungsstarken Mittel zur Hypo­sensibilisierung im Jahr 2004 anhand De­­klaration und Präpa­ra­te­bezeichnung durch den Hersteller nicht erkennbar, welches Einzelallergen verarbeitet wurde, so das WIdO. Bei den 2004 verordneten Hypo­sensibilisierungmitteln handelt es sich zudem häufig um eine Allergenmischung.

Spritzen oder einnehmen? Eine Immuntherapie zum Einnehmen kann zu Hause erfolgen, bei Injektionen ist ein Praxisbesuch notwendig. Zur Therapie mit Injektionen liegen zurzeit mehr positive Studien vor. Die neue Therapieform zum Einnehmen ist noch nicht so gut untersucht.

Welcher Arzt? Problematisch bei der Immuntherapie sind unerwünschte Wirkungen. Insbesondere bei der Injektion sind lebensbedrohliche Schockreaktionen möglich. Eine Injektionsbehandlung darf nur durch Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Aller­gologe“ erfolgen oder bei ausreichenden Erfahrungen in diesem Fach. Eine Notfalltherapie muss eingeleitet werden können.

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